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Asbest im Burgenland: Gemeinden warten auf Luft-Messung

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Taskforce untersucht im Burgenland die Luftqualität
©MITJA KOBAL, GREENPEACE, APA
Nachdem die Umweltschutzorganisation Greenpeace in Materialproben aus Rechnitz, Oberwart und Neumarkt im Tauchental Asbest festgestellt hat, wollen die betroffenen Kommunen auf die vom Land Burgenland angekündigten Erhebungen zur Luftqualität abwarten. Sollten dann Maßnahmen zu treffen sein, wollen die Gemeinden sie umsetzen, erklärten die Bürgermeister auf APA-Anfrage am Dienstag.

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"Wir sind in ständigem Kontakt mit der Bezirkshauptmannschaft und verlassen uns auf die Untersuchungen der Behörden", so der Oberwarter Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP). Etwaige Anordnungen würden dann umgesetzt, denn es sei wichtig, dass die Bevölkerung nicht zu Schaden kommt. Er gibt zu bedenken, dass in den seit Jahresbeginn behördlich geschlossenen Steinbrüchen in der Vergangenheit Millionen Tonnen an Material abgebaut und im Südburgenland und der Steiermark verwendet wurden. Nun seien jedoch die angekündigten Untersuchungen der Luft abzuwarten. "Wir nehmen das sehr ernst", betonte Rosner.

In Rechnitz wurden von Greenpeace belastete Materialproben beim "Pump Track" - einer Anlage für Radfahrer - entnommen und geprüft. Bürgermeister Martin Kramelhofer (SPÖ) erklärte, dass die Zufahrt zu der vor rund drei Jahren errichteten Anlage seit Herbst ohnehin gesperrt ist, da beim Stausee große Umbauarbeiten stattfinden. "Was notwendig ist, werden wir machen. Die Gesundheit geht vor", erklärte auch Kramelhofer. Nun gelte es, die Ergebnisse der Taskforce abzuwarten. Sollte eine Gefährdung der Gesundheit vorliegen, "unternehmen wir etwas", kündigte der Ortschef an.

Auch in Stadtschlaining - zu der Stadt gehört Neumarkt im Tauchental - verwies man auf die anstehenden Tests der Luftqualität. Man sei hierzu in Abstimmung mit dem Land, hieß es auf Anfrage.

Das Land Burgenland hatte am Montag die Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität" eingerichtet, um die Belastung mit krebserregenden Asbestfasern in der Luft zu erheben. Greenpeace hatte zuvor eine Analyse veröffentlicht, wonach an neun Standorten eine Asbestbelastung im Gestein festgestellt worden war. Die Belastung im Gestein allein sei aber noch nicht ausschlaggebend, es gehe darum, ob Fasern freigesetzt werden, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) dazu.

Die FPÖ Burgenland forderte in der Causa "volle Aufklärung", die Bevölkerung habe ein "Recht auf Klarheit statt Panik oder Verharmlosung", so Klubobmann Christian Ries in einer Aussendung. Sollten sich die Risiken bestätigen, brauche es umgehend technische Maßnahmen zur Entschärfung. Sollte sich herausstellen, dass die Umweltorganisation Panik verbreitet habe, fordert Ries die Prüfung rechtlicher Schritte.

Die Einrichtung der Taskforce begrüßt die ÖVP, Klubobmann Bernd Strobl hinterfragt jedoch auch die bisherige Kontrolle durch die Behörden: "Asbestbelastungen entstehen nicht plötzlich über Nacht." Nun brauche es eine "lückenlose Aufklärung", so auch Strobl.

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