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"Unser Ziel ist: Kein Patient verlässt unversorgt das Haus", sagte Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr am Donnerstag bei einem Pressegespräch in der Marien Apotheke in Wien-Mariahilf. Indikationen, in denen das telemedizinische Angebot genutzt werden kann, seien beispielsweise Spitalsentlassungen in Randzeiten, wo ein Patient dringend Medikamente braucht, oder akute Harnwegsinfekte, Bindehautentzündungen sowie wenn nach positiven Tests auf Covid-19 oder Influenza schnell Medikamente gebraucht werden. Im Pilotprojekt würden die gängigsten Diagnosen für die Videokonsultationen erarbeitet und das Versorgungsmodell von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) evaluiert, berichtete Mursch-Edlmayr.
Die ersten Patienten wurden in drei Wiener Apotheken bereits telemedizinisch betreut. Insgesamt zwölf weitere Apotheken in der Bundeshauptstadt und in Oberösterreich kommen Mitte März zu dem Pilotprojekt hinzu. Bei den angeschlossenen Ärzten handelt es sich um österreichische Allgemeinmedizinerinnen bzw. -mediziner. Wird von der Apothekerin oder dem Apotheker bei einem Patienten Bedarf an dem Angebot festgestellt und dieses angenommen, dann werden zunächst die Patientendaten erfasst und an den Arzt am anderen Ende der Leitung übermittelt. Auf dem Tablet im Beratungszimmer ist die voraussichtliche Wartezeit auf das Gespräch zu sehen, wenn diese abgelaufen ist, kann die Konsultation starten.
Zusätzlich zum Gespräch kann der Arzt in der Apotheke Labortests anfordern, wenn dort "Point of care"-Geräte zur Verfügung stehen, erläuterte Mursch-Edlmayr. Am Ende könne eine Diagnose stehen und ein E-Rezept ausgestellt und mit der E-Card in der Apotheke ausgefolgt werden. Ziel sei, in Randzeiten, wo Ordinationen schon geschlossen haben, Spitäler zu entlasten, betonte die Apothekerkammer-Präsidentin. Ergebnis des telemedizinischen Gesprächs könne aber beispielsweise auch sein, dass der Patient aufgefordert wird, eine Spitalsambulanz aufzusuchen, falls die Videokonsultation nicht ausreicht.
Das Angebot ist für alle kostenlos. Technologiepartner des Pilotprojekts ist das Corporate Start-up Mavie Next der UNIQA. "Wir freuen uns, dass telemedizinische Services in Österreich Schritt für Schritt an Bedeutung gewinnen", sagte Hans Aubauer, Leiter Krankenversicherung der UNIQA Insurance Group. Das Angebot könnte schnell größer ausgerollt werden, versicherte Mursch-Edlmayr, nicht in allen Apotheken, aber möglichst flächendeckend. Es handle sich aber dezidiert nicht um eine generelle Alternative zum niedergelassenen Bereich, sondern nur für Randzeiten zur Steuerung von Patientenströmen und zur Entlastung der Spitalsambulanzen.
(S E R V I C E - Weitere Infos und teilnehmende Apotheken: www.sicherversorgt.at/apodoc )
