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Von Bären und Banken: "Bärenzähne" von US-Autor Callan Wink

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Trügerische Romantik der US-Provinz
©APA, Suhrkamp
Vielleicht sind es Romane wie dieser, die einem ein bisschen vor Augen führen, aus welchen Gefühlen Donald Trump mitunter zum US-Präsidenten gewählt wurde. "Bärenzähne" von Callan Wink führt hinein in die provinzielle und wohl auch abgehängte Welt Montanas, wo vermeintliche Naturromantik gemeinsam und der amerikanische Selbstversorgertraum an der Realität der Moderne zerschellen.

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Callan Wink, Jahrgang 1984, "arbeitet seit seinem neunzehnten Lebensjahr als Fly Fishing Guide auf dem Yellowstone River in Montana. Im Winter schreibt er", heißt es über den Autor. Auch seine Protagonisten, die Brüder Thad und Hazen, leben in den Bergen direkt am Yellowstone Nationalpark. Die Mutter ist schon länger verschwunden. Nach dem Tod des Vaters ist das Geld so knapp, dass ihre ohnehin bescheidene Hütte immer mehr verfällt.

Gelegenheitsjobs oder illegale erlegte Bären reichen gerade für ein Von-der-Hand-in-den-Mund-Leben. So abgeschieden dieses aber auch geführt wird, irgendwelche Bankverpflichtungen ereilen die beiden auch in der absoluten Einöde. Daher obsiegt selbst bei allem Charme der jungfräulichen Wildnis letztlich der Frust, für das Leben der konsumorientierten Gegenwart nicht gerüstet zu sein. Und in der ruralen Gesellschaft der Vereinigten Staaten fehlt natürlich auch das Gewehr auf der Ladefläche des Pick-Ups nicht ...

(S E R V I C E - Callan Wink: "Bärenzähne", aus dem amerikanischen Englisch von Hannes Meyer. Suhrkamp Verlag, 252 Seiten; 25,70 Euro. ISBN 978-3-518-43261-7)

BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/Suhrkamp

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