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Peter Hook feiert Joy Division und New Order in Wien

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Manchester-Sound-Ikone Peter Hook kommt nach Wien
©Barracuda Music, Adam Kennedy, APA
Peter Hook hat mit Joy Division und New Order Musikgeschichte geschrieben. Als Gründungsmitglied beider Formationen komponierte er Hits wie "Love Will Tear Us Apart" und "Blue Monday" mit. Seine Ex-Mitstreiter bezeichnet er heute als "Bastards", an der Reunion von New Order ohne ihn lässt er im APA-Interview kein gutes Haar. Ins Schwärmen gerät der Brite, wenn es um seine eigene Band geht. Mit dieser spielt er Songs seiner früheren Gruppen live - am 25. März auch in Wien.

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Peter Hook & The Light haben es sich zur Aufgabe gemacht, im ersten Teil ihrer Konzerte pro Tournee ein Album von Joy Division oder New Order in voller Länge darzubieten. Dann folgt eine Art Greatest-Hits-Programm durch beide Bandgeschichten. Diesmal kommt, auch in der SiMM City, "Get Ready" zur Komplettaufführung: 2001 erschienen, ist diesem Album eine längere Pause von New Order vorangegangen.

"Die Zeit während der Aufnahmen war schön", erinnert sich Bassist und mittlerweile auch Sänger Hook. "Wir sind wieder zusammengekommen, obwohl ich das nie gedacht hätte. Unser Manager war die treibende Kraft dahinter. Es fühlte sich wie zweite Flitterwochen an. Aber Flitterwochen enden irgendwann - und manchmal landet man am harten Boden der Realität. Wir waren für drei Jahre im Studio, um dieses Album zu machen, dann wollte Bernard nicht live spielen. Ich fühlte mich betrogen." Mit seinem früheren kreativen Partner Bernard Sumner (Gesang, Gitarre und Keyboard) hat er sich nicht nur deshalb überworfen.

Mit eigener Band, der auch sein Sohn Jack Bates angehört, begann Hook 2010 die Alben von Joy Division in voller Länge auf der Bühne zu präsentieren. Es sei ein wunderbares Gefühl gewesen, betont der Musiker aus Manchester. Vor allem auch, weil Joy Division, die sich nach dem Tod von Ian Curtis 1980 auflösten und in New Order übergingen, das im selben Jahr erschienene zweite Album "Closer" nie zur Aufführung bringen konnten. "Die Erinnerungen an jene Zeit, als Ian starb, waren hart. Diese Lieder endlich live zu spielen, war eine Befreiung."

Weil es mit Joy Division so gut klappte, nahmen sich Peter Hook & The Light auch den Katalog von New Order vor. "Ich versuche nicht so zu tun, als wären wir Joy Division oder New Order. Aber es sollen auch keine Neuinterpretationen der Lieder sein. Wir bewahren vielmehr den Sound von damals. Wir feiern Joy Division und New Order mit viel Herz und Leidenschaft." Diese Eigenschaften sehe er bei den reformierten New Order nicht: "Das macht mich fast froh, nicht mehr Teil der Band zu sein. Sie haben einiges verändert. Das ist ein schlechter Dienst an den Fans."

Das kommende Gastspiel in Wien kündigt Hook als "Trip durch Joy Division und durch New Order" an. "Wir haben die meisten unserer jungen Jahre damit verbracht, unser Publikum zu irritieren. Das ist typisch für eine Punk-Attitüde. Als junger Musiker kommt man damit noch durch. Jetzt ist es das Gegenteil: Das Publikum soll mit dem gleichen Lächeln aus dem Konzert gehen wie ich." Die Welt sei "schwierig" geworden, so Hook. "Wir brauchen Raum, um gemeinsam Musik zu genießen und Spaß zu haben, bevor die Leute in die verdammte Realität zurück müssen. Wir als Band haben die Rolle der herumziehenden Minnesänger übernommen. Das ist sehr lohnend."

30 Songs darf man sich beim Konzert erwarten, jeweils 15 von Joy Division und New Order. Und einen Schuss Nostalgie. Aber Hook betont: "Wenn du tanzen willst und ich dir die Musik dazu liefere, machst du dir keine Gedanken über Nostalgie. Diese Lieder wecken bei mir sehr intensive Erinnerungen, gute wie schlechte. Aber es sind alles verdammt gute Songs. Ich gehe davon aus, dass das Publikum seine eigenen Erinnerungen hat, wenn es die Lieder hört - die sind genauso wichtig wie meine."

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - https://peterhookandthelight.live - www.barracudamusic.at )

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Barracuda Music/Adam Kennedy/Adam Kennedy

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