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"hungern beten heulen schwimmen": Lyrik von Sirka Elspaß

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Zweiter Gedichtband von Sirka Elspaß
©APA, Suhrkamp
Für ihren ersten Gedichtband "ich föhne mir meine wimpern" war Sirka Elspaß 2022 für den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises nominiert. Die 1995 in Oberhausen Geborene studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, wo sie heute lebt. Nun ist ihr zweiter Lyrikband im renommierten Suhrkamp Verlag erschienen: "hungern beten heulen schwimmen". Auch er wird Erfolg haben.

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Es sind Gedichte, die aus dem Heute kommen und für heutige Leserinnen und Leser geschrieben sind, ohne sich anzubiedern. "schreibe jammermaus / die autokorrektur ändert zu / kammermusik / wie oft da keine sorge / steht im chatverlauf", heißt es etwa unter "heulen". Zwischen Alltag und Ich-Betrachtung, Mensch und Natur pendeln die Beobachtungen und Bemerkungen, die durch den meist gegen die Sinnzusammenhänge gesetzten Zeilenfall Aufmerksamkeit erfordern. Wichtiges wird dafür fett gesetzt hervorhoben: "irgendwer wird es als scherz verstehen".

Unernst kann man den Gedichten nicht vorwerfen - aber eine angenehme Lockerheit, die auch in transzendentalen Dingen ("beten"!) nicht auf ein gewisses Augenzwinkern vergisst. Wenn alles schiefgeht, muss eben der Schutzengel ran: "es reicht ich rufe an / er hebt nicht ab / sogar die mailbox hat er ausgemacht". Sirka Elspaß hat den Dreh' raus. Ihre Gedichte machen süchtig. Und nach 80 Seiten wünscht man sich: Mehr davon!

(S E R V I C E - Sirka Elspaß: "hungern beten heulen schwimmen", Suhrkamp Verlag, 80 Seiten, 20,60 Euro, ISBN 978-3-518-43253-2)

FRANKFURT AM MAIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA / Suhrkamp

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