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"Ness ist einfach eine ganz tolle Künstlerin", streut Graf ihrer Kollegin Rosen. "Sie war vergangenes Jahr bei einer meiner Shows und backstage haben wir uns gegenseitig gestanden, wie sehr wir uns gegenseitig schätzen." Daher sei schnell die Frage aufgetaucht, ob man nicht gemeinsam einen Song machen wolle. "Normalerweise dauert es ja immer recht lange, bis ein Song entsteht und bis er dann rauskommt", erzählt Graf. Aber da das Lied auch auf das in Arbeit befindliche Album kommen soll, sei sie unter Zeitdruck gestanden.
"Über Zoom haben wir den Song gemeinsam fertig geschrieben. Sie nahm dann ihren Part bei ihr auf, ich meinen bei mir. Innerhalb von zwei Monaten war das Ding durch. Es war so eine coole, unkomplizierte Zusammenarbeit." Die beiden Pop-Künstlerinnen präsentieren das Ergebnis bei der Show im Rahmen der Amadeus-Verleihung am 6. März (ab 21.30 Uhr auf ORF 1). "Ich finde es ja schade, dass ich bisher noch nie nominiert wurde", schmunzelt Graf. "Aber ich freue mich wirklich sehr, dass ich dort auftreten darf."
Mit der Zusammenarbeit habe man "auch ein Zeichen gesetzt", meint Graf. "Weil es gibt ja schon immer dieses Vorurteil, Musik machende Frauen seien Konkurrentinnen. Ich sehe das überhaupt nicht so! Wir haben jetzt bewiesen, dass, wenn sich zwei Frauen im Popbereich zusammentun, die auch ähnliche Streaming-Zahlen haben, etwas Größeres entstehen kann."
Neben zahlreichen positiven Reaktionen auf den Song in Sozialen Medien taucht mitunter auch Kritik am Einsatz von Autotune auf. Graf findet das eigentlich "witzig". Denn: "Ich kenne außer Alligatoah keinen, der im Pop-Mainstream-Bereich Musik macht und kein Autotune verwendet. Menschen, die keine Musik machen, fehlt das Wissen, was alles beim Produzieren dazugehört." Als Vergleich nennt Graf das Fensterputzen: "Da verwendet man auch ein Putzmittel". Aber der persönliche Beitrag sei trotzdem essenziell.
Das neue Album soll übrigens im Sommer kommen. "Ich habe schon ordentlich an Musik veröffentlicht und die Leute haben durch meine Songs schon ganz viel über mich erfahren. Jetzt muss ich schauen, mich nicht zu wiederholen. Was ist also der nächste Schritt?", fragt sie und liefert gleich die Antwort: "Ich glaube, meine neuen Songs sind noch einmal deutlich musikalischer und inhaltlich erwachsener geworden."
(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)
