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Cesár Sampson hofft auf Conchita beim ESC-Vorentscheid

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Die beiden Moderator:innen legen bei "Vienna Calling" die Latte hoch
©APA, ROLAND SCHLAGER
Am 20. Februar erschallt der Ruf vom Küniglberg durch ganz Österreich - und das Duo Alice Tumler und Cesár Sampson wird ihn dirigieren: "Vienna Calling" heißt der ORF-Vorentscheid für den Österreich-Act zum Eurovision Song Contest im Mai. Zwölf Acts kämpfen dabei zur besten Sendezeit in ORF 1 um das Finalticket, das Österreich als Ausrichter fix innehat. Die beiden Präsentatoren zeigten sich im Vorfeld vor Medien begeistert von der Qualität des heurigen Jahrgangs.

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"Ich habe das Schiffchen in den Hafen steuern geholfen als Scout", so ESC-Kapitän Sampson, der 2018 als österreichischer Kandidat Platz 3 beim ESC von Lissabon holte. "Es ist ein unglaublich starkes nationales Finale - wir haben ein außerordentlich gutes Jahr", freute sich der 42-Jährige. Seine Erklärung dafür? "Vielleicht, weil wir in einer so schrecklichen Zeit für die Musik leben. Das weckt den Widerspruchsgeist." Er sehe jedenfalls einen positiven Trend zum Individualismus in der Kunst.

Wie sich die Show um das Dutzend an finalwilligen Österreich-Vertretern gestalten wird, steht jetzt naturgemäß noch nicht fest - zumindest fix ist aber, was nicht passieren wird. "Ich wollte mit Cesár auf der Bühne Dirty Dancing tanzen - aber er wollte nicht", so Tumler mit Augenzwinkern. Dafür hat Sampson die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Tom Neuwirth alias Conchita trotz angekündigten ESC-Rückzugs am Vorentscheid als Showact zu erleben sein wird. "Ich wünsche mir, dass Tom dabei ist - er hat nur gesagt: 'Kein Song Contest mehr', nicht 'Kein Vienna Calling'." Für sich selbst schließt Sampson einen völligen Rückzug aus der ESC-Welt jedenfalls aus: "Dafür mag ich den Song Contest viel zu sehr." Eine Rückkehr als Act auf die ESC-Bühne stehe aber dennoch nicht an: "Ich habe jetzt so wenig Lust wie noch nie." Man müsse irgendwann den Platz auch freigeben.

Entsprechend habe er die hitzig geführte Diskussion um eine Teilnahme Israels beim Bewerb von Wien angesichts des Gazakrieges mit mulmigem Gefühl verfolgt. "Der ESC hat aber immer das widergespiegelt, was in der Welt passiert - und das ist auch okay so", unterstrich Sampson. Man müsse aber die Balance finden aus nichts totzuschweigen und zugleich den Bewerb nicht zu überfordern. "Ich will den Song Contest nicht verheizen - ich will ihn bewahren." In dieselbe Kerbe schlug auch Tumler, die momentan die Diskussion ein wenig in ruhigeren Fahrwassern sieht: "Man muss immer wieder daran erinnern, dass der Song Contest kein politisches Event ist."

Und so geht man frohen Mutes in die Ausscheidung in ORF 1, bei der zur Hälfte eine Expertenjury und zur Hälfte das Publikum über jenen Act entscheidet, der für Österreich dann am 16. Mai beim großen Finale des 70. Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle antreten wird. Die Zielrichtung ist für Alice Tumler angesichts der Kosten des Megaevents klar: "Ein Fast-Sieg wäre das Coolste, was passieren kann."

Die Kür zur Co-Präsentatorin der Österreich-Vorausscheidung stellt für Alice Tumler jedenfalls kein Präjudiz dar, nicht zum zweiten Mal nach 2015 den Song Contest moderieren zu können. Das Interesse wäre jedenfalls - wie bei Sampson - vorhanden: "Und beim letzten Mal habe ich es auch erst drei Tage vorher erfahren."

(S E R V I C E - https://backstage.orf.at/Sendung/ )

Cesár Sampson und Alice Tumler im Rahmen eines Interviews am 19. Jänner 2026, in Wien. Das Moderatoren-Duo wird am 20. Februar den österreichischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC) 2026, "Vienna Calling – Wer singt für Österreich?", moderieren.

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