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"B wie Bartleby": Das Nein als Lebensmaxime

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Angela Summereder bringt ihr neues Werk ins Kino
©Filmgarten, APA
"I'd prefer not to", ich möchte lieber nicht: Sanft im Ton, klar in der Botschaft entstammt diese berühmte Wendung der Erzählung "Bartleby, der Schreiber" von "Moby Dick"-Autor Herman Melville. Angela Summereder lässt mit "B wie Bartleby" einen filmischen Essay um dieses "Nein" kreisen. Ab Freitag in den heimischen Kinos zu sehen.

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Summereder, der heuer bei der Viennale eine Monografie gewidmet war, schickt Melvilles Text auf Reisen zu sehr unterschiedlichen Sprechern und Sprecherinnen: Teenager im Jugendzentrum, Rapper im Tonstudio, ehemalige Obdachlose, Schauspielerinnen. Summereder schickt sich selbst aber auch in die USA zum Melville-Museum und in ihre eigene Vergangenheit.

1972 spielte Benedikt Zulauf in Jean-Marie Straubs und Danièle Huillets "Geschichtsunterricht" den jungen Mann. Er ging nach Wien, des Filmmuseums wegen. Ein Bartleby-Projekt war sein jahrzehntelanger Wunsch. Summereder, die über Straub/Huillet promovierte, knüpft an diesen Wunsch ihres früheren Partners an.

Bis zu seinem Tod arbeitete er sich ab an Melvilles Geschichte über den störrischen Bartleby, der sich der stumpfsinnigen Lohnarbeit im Büro entzog. Und Summereder mit ihm, wie bildlose Mitschnitte von Diskussionen der beiden belegen. Fasziniert von der "doppelten Verneinung" des "I'd prefer not to" war Zulauf. Ist die Ablehnung stupider Tätigkeiten ein lebensbejahender Akt? Wie passt das zu Tod des letztendlich lebensverweigernden Bartleby?

Mit "B wie Bartleby" gestaltet Summereder 72 Minuten ihres ganz eigenen Geschichtsunterrichts in den Fächern Literatur, Film, Erinnern und Verweigern. Ein stiller Essay, ein lautes Nein zum Leben in Reinschrift.

(Von Katharina Schell/APA)

(S E R V I C E - www.filmgarten.at/bartleby)

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Filmgarten

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