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Der nun prämierte Text ist 2024 für eine Poetik-Vorlesung an der Universität Salzburg entstanden. "Darin denkt Marković nur sehr lautstark über ihr Schreiben nach, sie lässt uns insgesamt an ihrer Lebens- und Arbeitspraxis teilhaben - und die lässt sich nicht viel anders als rebellisch beschreiben", argumentiert die dreiköpfige Jury ihre Entscheidung.
Marković habe mit ihrem Schreiben schon immer Grenzen ausgelotet. Auch dieses Mal sprenge sie sämtliche Vorstellungen eines Genres und unterwerfe sich als Autorin einem abenteuerlichen Countdown gegen die Zeit, entscheide sich im Zweifel für das Scheitern und schwanke gekonnt in ihrer sogenannten "Notfallpoetik" zwischen Größenwahn und Schutzpessimismus. "Stehlen, Schimpfen, Spielen" sei ein höchst unterhaltsamer Regelbruch, ein für alle ermunternder Grenzgang, eine geglückte Stilübung in literarischer Wahrhaftigkeit.
Der erstmals im Jahr 2025 vergebene Helena-Adler-Preis dient der "Förderung österreichischer Gegenwartsliteratur für ein besonderes belletristisches Werk, das sich sprachlich, formal wie inhaltlich auflehnt, trotzt und widersetzt", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Die Jury bestand heuer erneut aus der Kulturredakteurin Mia Eidlhuber (Der Standard), der Literaturjournalistin Katja Gasser (ORF) und dem Buchhändler Klaus Seufer-Wasserthal (Rupertus Buchhandlung Salzburg).
Barbi Marković wurde 1980 in Belgrad geboren, studierte Germanistik und lebt seit 2006 in Wien. 2009 erschien ihr Thomas-Bernhard-Remix-Roman "Ausgehen", 2016 der Roman "Superheldinnen", für den sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Für "Minihorror", eine Sammlung surreal-humorvoller Kurzgeschichten, erhielt sie den Preis der Leipziger Buchmesse 2024. Ebenfalls 2024 blickte sie in ihrem "Piksi-Buch" anhand von Fußballspielen auf das Belgrad der 1990er-Jahre zurück und mischte dabei Fußball, Familien- und Landesgeschichte.
