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Viele Haaröle enthalten laut Testern bedenkliche Chemikalien

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18 der getesteten Produkte mit "problematischen Substanzen"
©APA, dpa, gms, Christin Klose
Haaröle sollen zu glänzendem Haar bis in die Spitzen verhelfen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat mit vier europäischen Verbraucherschutzorganisationen solche Kosmetikerzeugnisse geprüft und spart nun nicht mit Kritik: "Fast die Hälfte der 40 in Österreich erhältlichen Produkte enthält problematische Chemikalien, etwa potenziell hormonell wirksame oder umweltpersistente Substanzen", berichteten die Testerinnen und Tester am Mittwoch.

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Die Untersuchung wurde mit Konsumentenschutzorganisationen aus Dänemark, Norwegen, der Tschechischen Republik und Slowenien durchgeführt. Bewertet wurde auf Basis der vom Hersteller angegebenen Liste der Inhaltsstoffe nach dem Ampelprinzip. Keines der untersuchten Haaröle ist frei von "problematischen Substanzen", so der VKI. 22 Produkte erhielten eine "gelbe", 18 eine "rote" Bewertung.

"Gelb" waren 22 Erzeugnisse, davon auch sechs der insgesamt sieben getesteten Naturkosmetikprodukte. "Damit wurden jene Produkte eingestuft, die zwar frei von vielen kritischen Stoffen sind, aber einzelne Inhaltsstoffe enthalten, auf die sensible oder umweltbewusste Nutzerinnen und Nutzer achten sollten", sagte VKI-Chemikalienexpertin Birgit Schiller. "Dazu zählen etwa Duftstoffe wie Limonene, die Allergien auslösen oder auch umweltschädlich wirken können."

Im Durchschnitt enthalten die getesteten Produkte 4,6 potenzielle allergene Duftstoffe, zwei unrühmliche "Ausreißer" in diesem Punkt sogar elf bzw. zehn. Letzteres Erzeugnis erhielt eine "rote Bewertung", da in dem Öl zusätzlich ein potenziell hormonell wirksamer Stoff entdeckt wurde.

Insgesamt 18 Haaröle erhielten die "rote Karte", da sie "problematische" Substanzen wie potenziell hormonell wirksame oder schwer abbaubare Stoffe aufweisen. Bis auf eine Ausnahme ist bei diesen Produkten der Hauptinhaltsstoff laut VKI synthetisch, betroffen seien günstige ebenso wie hochpreisige Marken. "Grundsätzlich sind die in den Ölen enthaltenen Stoffe zwar gesetzlich zugelassen und das einzelne Produkt ist nicht unmittelbar gefährlich", schränkte Schiller ein. "Dennoch tragen sie zu einer Gesamtbelastung durch problematische Chemikalien bei." Einige der Stoffe - die Siloxane D5 und D6 - werden dem VKI zufolge zudem ab Juni in EU-Kosmetika "weitgehend verboten sein".

Haaröle seien überwiegend synthetische Produkte, habe die Untersuchung ergeben. "Synthetische Lösungsmittel und Silikone werden häufig eingesetzt, teilweise ergänzt durch Pflanzenöle", so Schiller. "Nur wenige Haaröle bestehen tatsächlich aus einer Mischung von pflanzlichen Ölen." Ein Produkt werde mit dem Zusatz "organic" beworben, dabei handle es sich hauptsächlich um Silikone und synthetisches Öl.

Beim Kauf empfiehlt sich das Studium der Inhaltsstoffe: "Je höher der Anteil einer Substanz, desto weiter oben muss sie gelistet sein." Findet sich an erster Stelle ein Silikon, wie Cyclopentasiloxan, besteht das Produkt oft großteils aus künstlichen Stoffen. Gegen trockene Spitzen oder für Locken könne man auch einfach pure Öle wie Kokosöl oder Sonnenblumenkernöl nehmen, rät Schiller.

WITTENBERGE - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Christin Klose/Christin Klose

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