von
Bereits jede zusätzliche Stunde täglicher Bildschirmzeit mache sich bemerkbar, hieß es in der Aussendung. Drei zusätzliche Stunden pro Tag gingen mit messbar ungünstigeren Werten bei mehreren Herz-Kreislauf-Risikofaktoren einher. "Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für Krankheit und vorzeitige Todesfälle. Ihre Wurzeln liegen oft bereits in der Kindheit. Kardiometabolische Risikofaktoren begünstigen ein frühes Auftreten dieser Erkrankungen", erläuterte Arnika Thiede als Mitglied der Arbeitsgruppe Entwicklungs- und Sozialpädiatrie sowie der Arbeitsgruppe Neuropädiatrie der ÖGKJ.
Das kardiometabolische Risiko steige in immer jüngeren Jahren, zeige die im "Journal of the American Heart Association" veröffentlichte Studie. Auch Schlafdauer und Schlafrhythmus beeinflusse den Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und kardiometabolischem Risiko. Insbesondere spätere Einschlafzeiten und kürzerer Schlaf verstärkten die beobachteten Zusammenhänge. Kinder und Jugendliche mit weniger Schlaf wiesen bei gleicher Bildschirmzeit ungünstigere Risikowerte auf. Die Zusammenhänge bestanden zudem unabhängig von anderen Lebensstilfaktoren wie sitzender Tätigkeit.
Die Forschenden konnten zwar Zusammenhänge aufzeigen, jedoch keine direkten Rückschlüsse auf Ursache und Wirkung ziehen, erläuterte die ÖGKJ. Demnach liefern die Ergebnisse dennoch wichtige Hinweise darauf, wie eng Bildschirmnutzung, Schlafverhalten und körperliche Gesundheit im Kindes- und Jugendalter miteinander verknüpft sind.
"Eltern haben mehr Einfluss, als sie oft denken", betonte die Medizinerin Thiede, die am Institut für Sinnes- und Sprachneurologie am Konventhospital Linz, Barmherzige Brüder, tätig ist. Dort bieten sie und ihr Kollege Christoph Rosenthaler den Workshop "Smart(ohne)phone" für werdende Eltern und jene von Kleinkindern an. "Eltern können den Einstieg, die Inhalte und den zeitlichen Umfang der Mediennutzung aktiv mitgestalten. Diese Aufgabe ist anspruchsvoll, weshalb es sinnvoll ist, Unterstützungs- und Informationsangebote in Anspruch zu nehmen", sagte Thiede.
Das Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Klagenfurt beschreibt mit dem MAPA-Modell zudem vier zentrale Säulen einer zeitgemäßen Medienerziehung: Modell sein, aktiv-partizipieren, präsent sein und aufmerksam sein. Eltern nehmen eine zentrale Vorbildrolle ein. Nutzen Eltern digitale Geräte häufig oder setzen sie ein, um Kinder zu beschäftigen oder zu beruhigen, prägt dies nachhaltig deren Medienverhalten. Eine bewusste Medienerziehung bedeute, Medien gemeinsam zu nutzen, Inhalte zu besprechen und klare Regeln für Bildschirmzeiten festzulegen. Dazu gehöre auch, Alternativen aufzuzeigen, etwa gemeinsame Aktivitäten oder Spieleabende.
( S E R V I C E - Initiative SMARTaufwachsen und "Smart(ohne)phone": https://sites.google.com/phdl.at/smart-aufwachsen - Safer Internet für Eltern: www.saferinternet.at/zielgruppen/eltern - ÖGKJ: www.kinderaerzte-Im-Netz.at )
