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Beim Veganuary werden Menschen weltweit alljährlich dazu motiviert, im Jänner einen Monat lang vegan zu leben. Dass dies gerade an einem Würstelstand umgesetzt wird, hält Lanner für ein spannendes Experiment. "Wiener und Wienerinnen sind neugierig, sie kommen zum Probieren", glaubte der Betreiber. Und letztlich sei eine Wurst "eine gefüllte Haut - mehr nicht. Und da dürfen auch gerne Schwammerl und Gemüse drinnen sein", so Lanner.
Der Betreiber will zudem zeigen, dass veganes Essen am Würstelstand genauso gut sein kann wie Käsekrainer und Bratwurst. Schon vor dem Veganuary war das Sortiment an seinen Standorten zu 60 Prozent pflanzlich, das Fleisch ausschließlich aus Biobetrieben. Dementsprechend sei eine Verlängerung nach dem 31. Jänner "denkbar".
Wer es probieren will: Pflanzliche "Currywurst", "Southern Style Backhendl", Kopenhagen Dog" oder "Original Bosna" gibt es den ganzen Jänner hindurch bei den Würstelständen in der Pfeilgasse in der Josefstadt und in der U4 Station Spittelau. Lanner ist vom Geschmack seiner Produkte so überzeugt, dass es sogar eine Geld-zurück-Garantie gibt.
Zuspruch gab es freilich von Organisationen, die eine vegane Lebensweise propagieren. "Wir beobachten seit Jahren, dass der Fleischkonsum zurückgeht", sagte Felix Hnat von der Veganen Gesellschaft Österreich. Der Würstelstand sei nun "das kulinarische Highlight des Veganuary 2026". Martin Balluch vom Verein gegen Tierfabriken sprach von einem "mutigen Schritt in die richtige Richtung".
Bei anderen Würstelstandbetreibern stößt der Veganuary auf wenig Gegenliebe. "Wenn etwas kein Fleisch sein will, warum tut man dann so, als wäre es Fleisch?", fragte sich etwa Sepp Bitzinger, der unter anderem den wohl bekanntesten Wiener Würstelstand bei der Albertina betreibt. Die veganen Produkte seien zudem hochindustrialisiert und auch gesundheitlich kein Ersatz für Fleisch. Dass die Österreicherinnen und Österreicher aber generell weniger Fleisch essen sollten, unterstrich auch Bitzinger.
