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So geht das Schneeschaufeln nicht auf Rücken und Herz

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Schnee lässt sich rückenfreundlicher zur Seite schieben, als anzuheben
©APA, dpa, gms, Benjamin Nolte
In der Früh ist die Zeit bei vielen ohnehin knapp. Kommt dann noch Schneeschaufeln obendrauf, wird es stressig. Also sich das Überwerfen von Winterjacke und Schal sparen und im dünnen Shirt nach draußen stürmen? Keine gute Idee.

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Beim Schneeschaufeln sollte die Rückenmuskulatur nämlich warm eingepackt und vollständig bedeckt sein, raten Orthopäden. Ebenso wichtig: Wer die Schaufel schwingt, sollte sich vorab aufgewärmt haben, also Rücken, Schultern und Arme etwas in Bewegung gebracht haben.

Denn Schaufeln bedeutet eine starke Belastung für den Rücken. Ein "Kaltstart" kann gerade untrainierte Muskeln verletzen - etwa wenn wir uns ruckartig bewegen, falsch drehen oder besonders schwere Schneelasten heben. Wer Pech hat, bekommt die Quittung in Form einer Zerrung, Wirbelblockierung oder gar eines Hexenschusses.

Generell gilt: Wer beim Schaufeln dem Motto "Schieben statt heben" folgt, macht viel richtig. Und wenn der Schnee am Ende doch auf den Haufen bugsieren werden muss? Dann kommt es auf die richtige Haltung an: Der Oberkörper bleibt beim Heben gerade, die Knie sind leicht gebeugt.

Sinnvoll ist auch, immer mal wieder den aktiven Arm zu wechseln. Diesen Tipp gibt die Aktion Gesunder Rücken (AGR), um eine einseitige Belastung von Bandscheiben und Muskulatur zu vermeiden.

Gut auch, wenn man eine ergonomische Schaufel zur Hand hat. Beim Kauf kann man laut AGR darauf achten, dass das Gerät leicht ist und eine aufrechte Arbeitshaltung möglich macht. Die Seitenwände der Schippe sind am besten angewinkelt, sodass der Schnee nicht seitlich herunterrutschen kann.

Einige Menschen dürfen das Schneeschaufeln allerdings guten Gewissens anderen überlassen. Zum Beispiel alle, die in den vergangenen drei Monaten an der Wirbelsäule operiert worden sind, so die Orthopäden.

Auch Herzpatientinnen und -patienten sollten im Idealfall nicht selbst zur Schippe greifen, lautet der Rat der Deutschen Herzstiftung. Denn bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Der Blutdruck steigt, der Herzmuskel muss stärker arbeiten. Kommt nun noch körperliche Anstrengung dazu, kann es bei Vorerkrankungen kritisch werden, im Extremfall droht ein Herzinfarkt.

Keiner da, der das Schneeschippen übernehmen kann? Dann sollten Herzpatientinnen und -patienten Pausen einlegen und darauf achten, den Körper nicht zu überlasten. Der Allgemein- und Notfallmediziner Thomas Carl Stiller rät, bei diesen Warnzeichen sofort aufzuhören:

--- - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Benjamin Nolte/Benjamin Nolte

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