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"Die Alterung der Bevölkerung und die verbesserten Überlebenschancen bei einer Krebsdiagnose haben die Zahl der mit Krebs lebenden Menschen in Österreich zu Jahresbeginn 2025 auf rund 409.000 steigen lassen", analysierte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Die Gesamtprävalenz, also die Zahl der zu einem Stichtag mit Krebs lebenden Menschen, stieg im Schnitt der Jahre 2019 bis 2023 um knapp 9.000 Personen pro Jahr. Danach ist eine etwas stärkere Zunahme zu beobachten (Anfang 2024: plus rund 11.000 bzw. Anfang 2025: plus rund 12.000). Dies ist vor allem eine Folge der Alterung der Bevölkerung. Demnach führt trotz sinkender altersspezifischer Risiken die demografische Alterung zu einer deutlichen Zunahme der absoluten Zahlen an Neuerkrankungen.
Die seit Jahren rückläufige Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, erhöht die Zahl der mit Krebs lebenden Menschen zusätzlich. Die Gesamtprävalenz bezieht sich immer auf die Zahl der Personen, die zum Jahreswechsel mit einer Krebsdiagnose leben. Sie umfasst auch Personen, deren Diagnose schon viele Jahre zurückliegt und die bereits als geheilt gelten bzw. mit Krebs als chronischer Erkrankung leben. Für die Versorgungsplanung der von Krebs betroffenen Personen ist diese Kennzahl daher nur bedingt geeignet. Um die aktuelle Belastung des Gesundheitssystems durch Krebs abzuschätzen, wird international üblicherweise die Fünf-Jahres-Prävalenz angegeben. Diese ergibt für Österreich etwa 147.000 Menschen, bei denen die Krebsdiagnose in den Jahren 2020 bis 2024 gestellt wurde und die zu Jahresbeginn 2025 noch am Leben waren.
Zwischen 2014 und 2024 stieg die Zahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen von 41.529 auf 48.360 deutlich an, während das individuelle, altersstandardisierte Erkrankungsrisiko im selben Zeitraum mit 500,8 gegenüber 497,4 je 100.000 Personen nahezu unverändert blieb. 2024 erhielten in Österreich 22.363 Frauen und 25.997 Männer eine Krebsdiagnose. Die häufigsten Diagnosen waren bösartige Tumore der Brust bei Frauen (6.959 Fälle) und bösartige Tumore der Prostata bei Männern (8.152 Fälle), gefolgt von bösartigen Tumoren der Lunge (5.533 Fälle, beide Geschlechter zusammen) und bösartigen Tumoren des Dickdarms bzw. Enddarms (4.769 Fälle, beide Geschlechter zusammen).
Bei Frauen entfielen auf Brustkrebs 2024 rund 31 Prozent der Neuerkrankungsfälle sowie 18 Prozent aller Krebssterbefälle (1.755). Bei Männern war Prostatakrebs mit knapp einem Drittel (31 Prozent) aller 2024 neu diagnostizierten bösartigen Neubildungen und einem Achtel der Sterbefälle (zwölf Prozent) die häufigste Krebsart.
Lungenkrebs stand 2024 mit 2.513 Fällen (elf Prozent) bei Frauen und 3.020 Fällen (zwölf Prozent) bei Männern jeweils an zweiter Stelle der Krebsneuerkrankungen. Mit etwa jedem fünften Krebssterbefall nahm Lungenkrebs bei Frauen knapp und bei Männern deutlich den ersten Rang unter den krebsbedingten Todesursachen ein (18 Prozent bzw. 1.761 Sterbefälle bei Frauen und 21 Prozent bzw. 2.463 Sterbefälle bei Männern). Nachdem das Erkrankungsrisiko zuvor bei Frauen stark zugenommen hatte, blieb es - ebenso wie das Sterberisiko - in den vergangenen Jahren relativ stabil.
Die dritthäufigste Lokalisation bei beiden Geschlechtern war 2024 Dickdarmkrebs mit 2.169 Neuerkrankungen bei Frauen und 2.600 Fällen bei Männern (jeweils zehn Prozent). Dickdarmkrebs war ebenso für rund zehn Prozent der Krebssterbefälle verantwortlich. Bezogen auf die Bevölkerung ist das Risiko einer Darmkrebserkrankung für Frauen deutlich geringer als für Männer. Das Erkrankungsrisiko sank in den vergangenen Jahren für Männer stärker als für Frauen und ist auf dem etwa 1,5-fachen Niveau von Frauen seit 2022 stabil, bei Frauen blieb es seit 2017 unverändert.
