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Besonders kritisch sei die Phase für Betroffene, wenn die weißen Blutkörperchen stark abgesunken sind, etwa während oder kurz nach intensiven Chemotherapien oder nach Stammzellentransplantationen. "Gerade bei Krebspatientinnen und -patienten ist der Schutz vor vermeidbaren Infektionen zentral", sagte Christoph Wenisch, Leiter der Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin der Klinik Favoriten. Eine gute Infektionsprävention trage wesentlich dazu bei, Therapieerfolge zu sichern und Komplikationen zu verhindern. Der Wiener Gesundheitsverbund setzt daher auf Aufklärung, Impfangebote und unterstützende Maßnahmen, um das Immunsystem von Erkrankten zu schützen.
Während der Therapien könnten schon einfache Erreger schwere Infektionen wie Lungenentzündungen oder Sepsis verursachen, hieß es in der Aussendung. Krankenhausaufenthalte, häufige Besuche von Ärztinnen und Ärzten sowie enge Kontakte in Innenräumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln erhöhen zusätzlich die Gefahr, mit Krankheitserregern in Berührung zu kommen.
Krebspatienten seien doppelt belastet. "Ihr Immunsystem ist oft so geschwächt, dass Infektionen zur größten unmittelbaren Gefahr werden, teilweise gefährlicher als der Tumor selbst. Infektionen, die bei gesunden Personen mild verlaufen, können bei Betroffenen mit geschwächtem Immunsystem schnell schwer oder sogar lebensbedrohlich werden. Darum ist es entscheidend, das Infektionsrisiko soweit wie möglich zu senken - durch Impfungen, Alltagsmaßnahmen und frühe Reaktion auf Symptome", so Wenisch.
Im Vorjahr wurden im Wiener Gesundheitsverbund rund 58.600 Patientinnen und Patienten mit einer Krebsdiagnose betreut. Für die Betroffenen sei vor allem ein intakter Impfschutz essenziell. Auch das Tragen von Masken und gute Hygiene im Alltag werden empfohlen.
INFO: Betroffene und Angehörige finden Unterstützung und Beratung bei: https://gesundheitsverbund.at/onkologie
