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Fruchtbarkeit nach Krebstherapie oft erhaltbar

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Kryokonservierung als Lichtblick für junge Frauen mit Krebsdiagnose
©APA, Christin Klose, dpa-tmn
Krebspatientinnen haben durch die Fortschritte in der Medizin immer bessere Chancen auf Heilung. Bei der Diagnose Krebs bei jungen Patientinnen bleibt ein Thema oft im Schatten: Die Erhaltung der Fruchtbarkeit, denn manche Therapien können die Chancen auf Schwangerschaft reduzieren. Dank Methoden wie der Kryokonservierung von Eizellen oder Gewebe lässt sich die Fruchtbarkeit heute oft erhalten, teilte das LKH-Uniklinikum Graz am Dienstag im Vorfeld des Weltkrebstages mit.

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Eine Chemotherapie oder Bestrahlung kann die natürliche Funktion der Eierstöcke gefährden. Es kann zu einem Erliegen der hormonellen Funktion der Eierstöcke sowie Unfruchtbarkeit kommen. Das Thema gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die Medizin große Fortschritte gemacht hat und die Heilungschancen bei Krebs steigen. "Viele Patientinnen und Patienten erleben neben der Krebserkrankung auch den möglichen Verlust der Fruchtbarkeit als tiefgreifende zusätzliche Belastung, die ihre Zukunftsvorstellungen erheblich beeinträchtigt", erklärte Martina Kollmann, Gynäkologin und Leiterin des Kinderwunschzentrums am LKH-Universitätsklinikum Graz.

Während das Einfrieren (Kryokonservierung) von Samenzellen bei Männern seit Jahrzehnten etabliert ist, hat die Kryokonservierung von Eizellen bei Frauen erst in den vergangenen Jahren durch neue Gefriertechniken einen Durchbruch erlebt. Entsprechend bestehe bei Frauen weiterhin Aufklärungsbedarf - medizinisch wie gesellschaftlich. Am Kinderwunschzentrum an der Uniklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am LKH-Uniklinikum werden die Patientinnen vor Beginn einer potenziell fertilitätsschädigenden Therapie über ihre Möglichkeiten informiert und beraten. In ausführlichen Gesprächen werden die individuellen Möglichkeiten besprochen, um sowohl die medizinischen als auch die emotionalen Herausforderungen zu bewältigen. Pro Jahr entscheiden sich hier 30 bis 40 Frauen für die Kryokonservierung ihrer Eizellen.

Mittlerweile gibt es mehrere Methoden, wie die Fertilität bewahrt werden kann. Welche Methode angewendet wird, hängt oft vom zeitlichen Spielraum vor Beginn der Krebstherapie ab. Wenn mindestens zwei Wochen zur Verfügung stehen, ist die Entnahme und Kryokonservierung von Eizellen Standard. Bei dringendem Therapiebeginn kann Eierstockgewebe entnommen werden. Die Eizellen werden dabei im natürlichen Gewebeverbund entnommen und eingefroren.

Nach der Therapie kann das Gewebe wieder in den Körper eingepflanzt werden, damit es dort eventuell seine Funktion wieder aufnimmt. "Die Kryotechniken haben sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt und damit verbunden auch das Überleben von Eizellen nach dem Einfrieren und Auftauen", erklärte Kollmann.

Auch bei Kindern und Jugendlichen, die sich einer Krebstherapie unterziehen müssen, ist das Risiko für eine spätere Einschränkung der Fruchtbarkeit erhöht: Etwa ein Drittel sei langfristig betroffen, nach besonders intensiven Therapien sogar mehr als zwei Drittel. Bei Buben sei eine Kryokonservierung möglich, sobald Samenzellen gewonnen werden können. Bei Mädchen können mit Beginn der Pubertät reife Eizellen eingefroren werden, wurde informiert. Davor bzw. bei sehr jungen Patientinnen bestehe ebenso die Möglichkeit, Eierstockgewebe einzufrieren.

(S E R V I C E - Weitere Infos: www.uniklinikumgraz.at/kinderwunsch)

ILLUSTRATION - Gerade bei sehr jungen Krebspatientinnen stehen die Chancen gut, dass sich dank einer Kryokonservierung der Kinderwunsch nach der Therapie erfüllen lässt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

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