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Insgesamt wurde auf 36 verschiedene PFAS untersucht, getestet wurden sieben Damen-, drei Herren- sowie eine Kinderjacke. Eine Herren-Steppjacke überschritt den Grenzwert sogar um das 16-fache, berichtete die Umweltschutzorganisation am Donnerstag per Aussendung. Die drei Jacken über den Grenzwerten dürfen in der EU auch gar nicht verkauft werden. Greenpeace hat die Ergebnisse an das Marktamt und das Ministerium für Konsumentenschutz übergeben und fordert einen Rückruf der betroffenen Jacken bzw. die Möglichkeit einer Rückgabe auch ohne Kassenbeleg samt Rückerstattung des Kaufpreises.
"Wir nehmen das vorliegende Ergebnis sehr ernst. Ewigkeitsgifte sollten nicht Teil unserer Kleidung sein, und auch nicht in unsere Umwelt eingebracht werden. Es ist Aufgabe der Unternehmen, die Einhaltung der Grenzwerte unter allen Umständen sicherzustellen", kommentierte SPÖ-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig die Ergebnisse des Greenpeace-Checks.
"Leider müssen wir davon ausgehen, dass noch weitere Jacken dieser Linie von C&A betroffen sind", sagte Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace, zu den Testergebnissen. Die Linie mit der positiven PFAS-Eigenschaft "wasserabweisend" sei mit einer der "auffälligsten Werbekampagnen des Jahres" beworben worden, weshalb von vielen verkauften Jacken ausgegangen werden müsse. Bei den gefundenen PFAS in den Jacken handelt es sich laut der NGO um 6:2-FTOH, 8:2-FTOH und 10:2-FTOH. "Die Chemikalien gelten als besonders gefährlich und sind in der EU seit 2023 (bzw. 6:2-FTOH ab Oktober 2026) stark eingeschränkt. So kann sich etwa 8:2-FTOH zu dem krebserregenden Stoff PFOA abbauen", schrieb Greenpeace.
PFAS sind extrem langlebige Chemikalien, die sich über Wasser, Luft und Nahrung weltweit verbreiten, warnte Greenpeace. "Einige dieser Stoffe reichern sich im Körper an, schädigen Organe und das Immunsystem und gelten als potenziell oder eindeutig krebserregend", weshalb mehrere PFAS in der EU bereits verboten oder streng geregelt seien. Rund ein Drittel aller PFAS-Polymere werde in der Textil- und Bekleidungsindustrie eingesetzt. Greenpeace trat daher für wirksamere Kontrollen und strengere Vorgaben ein.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/Greenpeace/Mitja Kobal/MITJA KOBAL
