von
Der oxidative Stress sei deutlich geringer, sagte Flavien Delhaers, Forscher am Institut für Zellphysiologie und Stoffwechsel der medizinischen Fakultät der UNIGE und Erstautor der Studie, die in der Fachzeitschrift "Aging Cell" veröffentlicht wurde. Zu den "überraschend" jungen Proteinen, die im Blut von Hundertjährigen gefunden wurden, gehören solche, die die extrazelluläre Matrix regulieren. Andere Proteine könnten eine Rolle bei der Abwehr von Krebs spielen. Ein weiteres Protein deutet darauf hin, dass Hundertjährige "ein gutes Kohlenhydratgleichgewicht aufrechterhalten".
Die Langlebigkeit scheint somit mit einer fein regulierten Stoffwechselgesundheit zusammenzuhängen, bei der der Stoffwechsel eher optimiert als intensiviert wird, schrieb die UNIGE. Diese Ergebnisse könnten "langfristig" den Weg für neue therapeutische Ansätze zur Bekämpfung der Gebrechlichkeit der älteren Bevölkerung ebnen. Die Forscher sagten jedoch, dass die Geheimnisse eines langen Lebens nicht nur auf der Genetik beruhen. Dieser Faktor ist weniger wichtig als eine gesunde Lebensweise. Ernährung, körperliche Aktivität und soziale Kontakte sind wichtige Hebel. Übergewicht zu vermeiden hilft ebenfalls, den Stoffwechsel zu erhalten.
Die Forschung der Universitäten Genf und Lausanne wurde im Rahmen der Studie "Swiss100" durchgeführt, einem Schweizer Forschungsprojekt, das sich mit Hundertjährigen befasst und sich auf vier Bereiche stützt: Soziologie, Psychologie, Medizin und Biologie. In der Schweiz machen Hundertjährige 0,02 Prozent der Bevölkerung aus.
THEMENBILD - Eine Pensionistin am Montag, 09. April 2012, im Wiener Stadtpark. APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH






