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"Ohne unsere freiwilligen Blutspender könnten wir unsere Patienten hier definitiv nicht versorgen", sagte Ursula Kreil, stellvertretende medizinische Leiterin der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Davon gibt es allerdings zu wenige: "Wir brauchen vor allem junge Blutspender, weil die geburtenstarken Jahrgänge jetzt langsam in die Blutspenderpension gehen." Blutspenden sei eigentlich ganz einfach: "Man nimmt sich ein bisschen Zeit in die Hand und kann mit seiner Blutspende oft wirklich ein Leben retten."
350.000 Blutkonserven werden pro Jahr an Patienten weitergegeben, mehr als 40 Prozent sind für Menschen mit chronischen Erkrankungen, darunter auch Krebspatientinnen und -patienten. Der Gebrauch jeder Konserve wird abgewogen: "Blut ist eine begrenzte und extrem wertvolle Ressource" und müsse sehr verantwortungsbewusst eingesetzt werden, betonte Kreil.
Jedes Jahr erkranken 250 bis 300 Kinder in Österreich an Krebs. Sie sind besonders auf Blutkonserven angewiesen. "Jede Chemotherapie führt nicht nur zur Zerstörung des Krebses, sondern auch zur Zerstörung des eigenen blutbildenden Systems der Kinder. Das heißt, die Kinder bekommen eine Blutarmut", erklärte Professor Andishe Attarbaschi, Co-Direktor des St. Anna Kinderspitals. Die Folgen sind besonders bei Jugendlichen zu spüren: "Die bekommen Kopfweh, wollen schlafen und sind schlapp. Das Herz rast. Die Kleinkinder verkraften das zum Teil besser."
Bei Blutarmut fehlen zwei besonders wichtige Bestandteile des Bluts: Rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff durch den Körper transportieren und Blutplättchen, die Blutungen hemmen. "Wenn man zu wenig Blutplättchen hat, kann man schwer bluten, das kann fatal sein. Wenn man zu wenige Blutkörperchen hat, können die Organe versagen und die Kinder versterben", erläuterte Attarbaschi.
Allerdings haben sich die Chancen auf Heilung durch die Blutkonserven deutlich verbessert: "Wir haben in den 60er-Jahren praktisch kein Kind retten können und heute im Jahr 2026 heilen wir bis zu 85 Prozent aller Kinder und Jugendlichen von einer Krebserkrankung", sagte Attarbaschi. Denn durch die Konserven könne man immer intensivere Chemotherapien geben und den Krebs so aggressiver bekämpfen.
Bei der 21-Jährigen Sarah Elmers hat genau das geklappt. Als sie zehn Jahre alt war, wurde bei ihr bilineare Leukämie diagnostiziert, eine besonders seltene Art von Blutkrebs. "Man kann damit eigentlich gar nicht so richtig umgehen. Gehen mir meine Haare aus? Kann ich meine Freunde bald wiedersehen?", schilderte Elmers ihre Gedanken nach der Diagnose. Während ihrer Chemotherapie hat sie 93 Blutkonserven erhalten, heute gilt sie als geheilt. "Die Blutkonserven haben dazu beigetragen, dass ich heute dastehe, und dafür bin ich sehr dankbar", sagte sie. Durch die Transfusionen habe sie sich viel kraftvoller gefühlt. "Davor habe ich bei jeder Berührung blaue Flecken bekommen und ganz arg ausgeschaut. Nach der Spende konnte ich wieder durch die Gegend laufen und bin nicht komplett blau zurückgekommen." Betroffenen machte sie Mut: "Kämpft einfach weiter, macht weiter und gebt nicht auf!" Am 15. Februar ist Welt-Kinderkrebstag.
