von
"2025 war mit 157 Millionen Nächtigungen nicht nur das nächtigungsstärkste Jahr, sondern auch das ausgewogenste - 28,1 Prozent davon entfielen auf das Frühjahr und den Herbst", berichtete die Chefin der nationalen Tourismusmarketing-Organisation Österreich Werbung (ÖW), Astrid Steharnig-Staudinger. Der Prozentsatz liege um fast 6 Prozentpunkte über dem europäischen Schnitt. Die mediterranen Länder hätten da "etwas Nachholbedarf", erklärte sie. "Österreich ist also kein Saisonartikel, sondern das ganze Jahr über in Mode - Österreich ist immer 'in'."
Der Tourismus, der möglichst gleichmäßig das ganze Jahr über laufen soll, sei "ein Prozess", betonte die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler, in Berlin. "Das dauert, bis sich unterschiedliche Regionen und Betriebe hier positionieren."
Das Potenzial, das die heimischen Tourismusbetriebe in der Nebensaison haben, untermauerte sie mit Daten aus der vergangenen Sommersaison 2025: "Mittlerweile haben wir da die Hälfte der Nächtigungen in den Monaten Juni, September und Oktober." In der Vor- und Nachsaison sei "eine starke Bewegung in diese Richtung zu sehen".
Einer früheren WKÖ-Umfrage zufolge haben laut Kraus-Winkler bereits 70 Prozent aller Tourismus- und Freizeitbetriebe ganzjährig geöffnet. "Das heißt, nur noch ein Drittel der Betriebe arbeitet überwiegend saisonal."
Auch im internationalen Vergleich seien die heimischen Betriebe betreffend Saisonverlängerung recht gut unterwegs: "Da führen die Alpenländer Österreich und Schweiz", betonte die WKÖ-Branchensprecherin. Italien hingegen hinke ein wenig nach - "mit extremen Überkapazitäten in der Sommersaison", so Kraus-Winkler. Hierzulande gilt es einiges an Potenzial zu heben. "Wir haben 1,19 Millionen Betten, die ganzjährig verfügbar sind - von insgesamt 1,5 Millionen."
Der Gesundheitstourismus und Wellnesshotels sind betreffend ganzjährige Bespielbarkeit naturgemäß bereits ganz gut aufgestellt. "Aber in vielen Regionen heißt es, das runterzubrechen", so die Geschäftsführerin der Tirol Werbung, Karin Seiler, die heuer auch Sprecherin der Landestourismusorganisationen ist. Die Betreiber von Seilbahnen, Hütten und Hotels müssten sich abstimmen, auf welche Monate sie sich konzentrieren wollen. Im vorderen Zillertal herrschten beispielsweise ganz andere Bedingungen als im hinteren Zillertal mit dem (Hintertuxer) Gletscher. Für die Regionen müssten jeweils neue Produkte geschaffen werden.
