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Große Lawinengefahr durch Winter-Rückkehr in Westösterreich

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Die Lawinengefahr ist in weiten Teilen Tirols sehr hoch
©APA, EXPA, JOHANN GRODER, Themenbild
Knapp eine Woche nach dem Frühlingsbeginn hat am Donnerstag in Österreich der Winter ein Comeback gefeiert. Am Vormittag schneite es vom Arlberg bis zum Semmering. "Der Niederschlagsschwerpunkt verlagert sich langsam Richtung Ostösterreich", prognostizierte Geosphere-Klimatologe Alexander Orlik. In Tirol und Vorarlberg wurde aufgrund der intensiven Schneefälle die Lawinenwarnstufe auf die zweithöchste Stufe erhöht. Es galt nun in weiten Teilen große Lawinengefahr.

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"Wintereinbrüche sind in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich, auch wenn die Schneemengen stellenweise überdurchschnittlich sind", sagte Orlik. Auf den Bergen gab es um 7.00 Uhr teilweise schon bis zu 30 Zentimeter Neuschnee, etwa bei der Wetterstation Rudolfshütte auf 2.317 Metern Höhe in Salzburg. Beim Sonnblick Observatorium auf 3.109 Metern Höhe waren es gar 32 Zentimeter. Ebenfalls 30 Zentimeter waren es bei der Station Warth in Vorarlberg auf 1.478 Metern. 22 Zentimeter waren es in Tannheim in Tirol auf 1.100 Meter Höhe.

Der Tiroler Lawinenwarndienst hat Donnerstagvormittag aufgrund intensiver und weiterer zu erwartender Schneefälle die Lawinenwarnstufe vier auf weitere Regionen des Bundeslands ausgeweitet. Auch in den Allgäuer Alpen Ost und den Lechtaler Alpen West galt damit große Lawinengefahr, die zweithöchste Warnstufe auf der fünfstufigen Skala. Laut dem Land und der Polizei gab es vorerst noch keine außergewöhnlichen mit dem Wintereinbruch in Zusammenhang stehenden Vorfälle.

Der aktuelle Wintereinbruch hat auch in Vorarlberg die Lawinengefahr sprunghaft ansteigen lassen. Oberhalb der Waldgrenze galt für Donnerstag die zweithöchste Warnstufe vier, darunter verbreitet Stufe drei. Aufgrund des vielen Neu- und Triebschnees sei mit spontanen, auch großen Schneebrettern zu rechnen, so der Lawinenwarndienst. Schon einzelne Wintersportler könnten sehr leicht Lawinen auslösen, auch aus flachen Bereichen heraus. Mit Anhalten der Niederschläge und zunehmender Windverfrachtung sollen die Gefahrenstellen im Laufe des Donnerstags noch zunehmen. "Für Aktivitäten abseits gesicherter Bereiche sind die Verhältnisse sehr kritisch", hieß es. Teilweise fielen in Vorarlbergs Bergregionen bis zu 70 Zentimeter Neuschnee. Auf vielen Straßen Vorarlbergs galt erhöhte Vorsicht aufgrund der Schneeglätte, in höher gelegenen Regionen herrschte teilweise Schneekettenpflicht, etwa am Arlberg. Vereinzelt sorgten hängen gebliebene Lkw für Verkehrsbehinderungen.

Die Lawinenwarnstufe vier war in Tirol bereits am Vortag beginnend ab Donnerstag für die Tuxer Alpen, Zillertaler Alpen und Hohen Tauern ausgerufen worden. In allen weiteren Teilen Tirols herrschte oberhalb der Waldgrenze Lawinengefahrenstufe drei, also erhebliche Gefahr. Wintersportlern riet der Lawinenwarndienst dringend, steile Hänge abseits gesicherter Pisten zu meiden. Zudem sollten Auslaufbereiche spontaner Lawinen gemieden werden.

Die Geosphere Austria hatte zudem wegen des Schnees von Mittwochnachmittag bis Freitagmittag für die Regionen nördlich des Inntals die Warnstufe "Orange" ausgegeben, die zweithöchste auf der vierstufigen Skala. Für das restliche Nordtirol galt eine "gelbe" Schneewarnung (Warnstufe zwei von vier). Von Mittwochnachmittag bis Freitagmittag wurden in Nordtirol Neuschneemengen auf den Bergen in hohen Lagen zwischen 50 und 75 Zentimetern prognostiziert. Die Schneefallgrenze werde auch bis in tiefe Lagen sinken - dort seien bis zu 40 Zentimeter Neuschnee zu erwarten. Osttirol wurde von Donnerstag bis Freitag indes mit einer "orangen Sturmwarnung" versehen. Dort seien Windspitzen von bis zu 100 km/h möglich, auf den Bergen Orkanböen mit mehr als 120 km/h Windgeschwindigkeit, hieß es.

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