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Das Land hatte die Frankfurt-Strecke, die im Oktober 2025 von der AUA mangels Auslastung eingestellt worden war, europaweit ausgeschrieben. Mit Ende März werde die neue Flugverbindung mit einem Flugzeug mit 70 Sitzplätzen betrieben und soll dreimal täglich von Montag bis Donnerstag, zweimal täglich am Freitag sowie ein- bis zweimal täglich am Wochenende angeboten werden. Geplant sei zudem ein Night Stop in Linz, hieß es in der Aussendung weiter. DAT verpflichte sich, die Verbindung vier Jahre zu halten. Dafür übernimmt das Land eine Anschubfinanzierung von maximal 9 Mio. Euro pro Jahr.
In der Sitzung der Landesregierung kommenden Montag soll für den Sommerflugplan ein Zuschuss beschlossen werden. Die Mehrjahresverpflichtung soll anschließend dem Landtag zur Beschlussfassung vorgelegt werden. "Diese Entscheidung gibt dem Flughafen Linz wieder Planungssicherheit. Stabilität ist die Voraussetzung dafür, dass sich weitere Verbindungen entwickeln können - auch im Hinblick auf den Tourismus und die beliebten Charterflüge", so Stelzer.
Offenbar denkt das Land auch daran, den Flughafen, der seit Corona mit schlechten Passagierzahlen kämpft, zur Gänze zu besitzen. Zumindest ging im Büro vom Prammer Ende vergangener Woche eine unverbindliche Anfrage zum möglichen Ankauf der städtischen Anteile ein: "Für uns ist dabei zunächst zu klären, ob ein Verkauf grundsätzlich in Frage kommt. In weiterer Folge müssen wir sehr genau prüfen, welche Vor- und Nachteile sich daraus für die Stadt, den Flughafen und den Wirtschaftsstandort ergeben würden. Zentral sind dabei auch die Konditionen eines möglichen Verkaufs, insbesondere Fragen der Unternehmensbewertung", kommentierte der Bürgermeister das Übernahmeinteresse.
Das Angebot ist nicht das einzige, das derzeit von der Stadt geprüft wird. Ein Konsortium um den oberösterreichischen Unternehmer Manfred Zorn hat bereits im Dezember der Stadt ein Kaufangebot gelegt. Es sollen 1 Mio. Euro für die Anteile angeboten und weitere 3 Mio. Euro als Kapitalerhöhung in Aussicht gestellt worden sein. FPÖ-Stadtrat Michael Raml sprach sich dafür aus, dass die Stadt "ihre Anteile an einen potenziellen Privatinvestor veräußern"solle, der "unternehmerisches Know-how, Kapital und eine klare Wachstumsstrategie mitbringt".
Wirtschaftskammer (WK) und Industriellenvereinigung (IV) begrüßten die Wiederaufnahme der Flugverbindung. "Für ein exportorientiertes Industriebundesland wie Oberösterreich ist die direkte Anbindung an ein globales Drehkreuz unverzichtbar", so die IV. Eine "leistungsfähige internationale Anbindung ist kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Beschäftigung", meinte die WK.
Kritische Worte kamen von den Grünen, da das Land "36 Millionen Euro" an Steuergeldern ins Fliegen stecke. Die AUA habe die Verbindung aus "wirtschaftlichen Gründen gekappt, weil die Flieger halbleer waren". Man frage sich, welches "Wundermittel" man habe, dass nun "die Passagiere Schlange" stehen.
Von der MFG kam ein "Ja - aber". Eine internationale Anbindung sei "grundsätzlich relevant". Sie entbinde die politisch Verantwortlichen aber "nicht von ihrer Pflicht zu nachvollziehbarer Entscheidungsgrundlage".
