Wehrpflicht-Bürgerforum von

Treffer für Faymann

In der ORF-Debatte zur Wehrpflicht gab es einen Punktesieg für das Berufsheer

Werner Faymann und Michael Spindeleggger im ORF-Bürgerforum © Bild: ORF/Hans Leitner

Fast amerikanisch ging es der ORF mit dem Bürgerforum zur Zukunft der Wehrpflicht an: Eine Art Townhall-Format, wie schon im US-Wahlkampf, konfrontierte die Regierungsspitze mit der Meinung der Bevölkerung. 300 Bürger und Bürgerinnen eingeteilt in Wehrpflicht-Befürworter, Berufsheer-Anhänger und Unentschlossene bildeten die Kulisse zu einer Debatte, in der die beiden Regierungsparteien den Ton angaben und die Opposition nur Kulisse war. Am Ende gab es einen Punktesieg für die Berufsheer-Befürworter.

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Volkes Mund tut möglicherweise oft Wahrheit kund, aber wenn er sich in aller Öffentlichkeit im TV äußern kann, wird es vor allem auch ganz schön ruppig. Wenn beispielsweise ein älterer Herr gleich zum Auftakt die Regierungsspitzen wissen lässt, wozu man sie den bezahle, wenn sie am Ende doch die Bevölkerung befragen und ein Offizier im breitesten Kärntnerisch, Werner Faymann mit einem "bei aller Liebe Herr Kanzler" anredet, so war das wohl nicht nur für die beiden Regierungsspitzen erst mal gewöhnungsbedürftig.

Das Format war zwar insgesamt ungewöhnlich dennoch interessant. Die Debatte ging zwischen all den Wortmeldungen aus dem Publikum manchmal fast schon ein bisschen unter, dafür zwang das Format die Regierungsspitzen fokussiert ihre wichtigsten Argumente vorzutragen und sich nicht in den üblichen Politik-Phrasen zu verlieren.

Belangsendung der Regierung

Für die Bundesregierung war die Hauptabend-Konfrontation fast schon eine Belangsendung in eigener Sache. Denn im Zentrum der Aufmerksamkeit standen die beiden Regierungsspitzen Faymann und Spindelegger, während die Opposition im Publikum Platz nehmen musste. So viel ungeteilte Aufmerksamkeit hatten ÖVP und SPÖ wohl seit den frühen 1980er Jahren kaum mehr gehabt.

Für die Opposition waren hingegen die Wehrsprecher angerückt und bestätigten – mit Ausnahme von Peter Pilz – warum für gewöhnlich nicht die ganz großen politischen Talente einer Partei zu Wehrsprechern ernannt werden. Für Herbert Scheibner war es wohl schon einmal Probesitzen im Volk für die Zeit nach der Nationalratswahl, rechnet doch kaum ein politischer Kommentator mit einer parlamentarischen Zukunft des BZÖ. Insgesamt hatten die Oppositionsvertreter jedoch eine untergeordnete Rolle, aus der nur Peter Pilz gelegentlich ausbrechen konnte.

Punktesieg Faymann

Lebhaft gingen die Debatte zwischen Spindelegger und Faymann an. Den neuen Stil des ÖVP-Chefs kennt man ja bereits aus den Sommergesprächen mit Armin Wolf, aber auch der Bundeskanzler war angriffslustiger als sonst. Wirklich neu war keines der vorgetragenen Argumente, allerdings war das für eine TV-Konfrontation so kurz vor einer wichtigen Abstimmung auch nicht zu erwarten.

Im Zentrum stand die Mobilisierung der eigenen Anhänger, wird doch damit gerechnet, dass nicht viel mehr als 30 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung teilnehmen werden. Werner Faymann wählte aus einem breiten Fundus an Argumenten, weshalb die Wehrpflicht aus seiner Sicht überholt ist. Von einer Kostenersparnis über die Wahlfreiheit der jungen Menschen, den Mut zur Erneuerung bis hin zum zentralen Argument, dass die Wehrpflicht heute in der vorhandenen Form wohl niemand mehr einführen würde, bot er viele Punkte pro Berufsheer auf.

Spindelegger wenig überzeugend

Der Vizekanzler hingegen wählte Argumente, die ihm zumindest beim jüngeren Teil des Landes Probleme bereiten sollten. Er sprach davon, dass man von jungen Menschen erwarten könne, auch etwas für das Land zu tun und verstörte damit, dass er das "Erlernen des Umgangs mit der Waffe" als einen Vorteil des Bundesheeres anführte.

Zu schaffen machte dem Vizekanzler auch, dass es ja noch kein klares Konzept der ÖVP für einen zukünftigen Wehrdienst gibt und der ÖVP-Chef deshalb vor allem auf Argumente zurückgreifen musste, die das Bewahrende und die Angst vor mangelnder Hilfe bei Katastrophen betonte. Während Bundeskanzler Faymann sich in der Rolle des Wohltäters für junge Menschen sichtlich gefiel.

Rekordquote für den ORF

Insgesamt hatte Faymann wohl die stärkeren Argumente, zumindest wenn man den Publikusmreaktionen in den Social Networks trauen darf. Allerdings war ein Punktesieg in der TV-Konfrontation auch notwendig, hat der SPÖ-Chef doch mit einer in dieser Frage gespaltenen Partei und einem permanenten Rückstand der Berufsheer-Befürworter in allen Umfragen zu kämpfen.

Für den ORF gab es mit 869.000 Zusehern - darunter sehr viele Junge - und einem Marktanteil von 28 Prozent Rekordquoten. Und dem Publikum dürfte es auch gefallen haben, wenn man die Publikumsbeteiligung an der Debatte berücksichtigt. 1.600 Anrufer, 3.000 Mitteilungen via Twitter und hunderte Facebook-Kommentare sprechen für sich.

Kommentare

ich bin für die Wehrpflicht
*Grenzschutz -Grenzschutz-Grenzschutz*
seit das Heer abgezogen wurde sind viel mehr Einbrüche im Grenzgebiet und das kann man nur mit dem Wehrdienst machen

Ignaz-Kutschnberger
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Und Berufsheer find ich super...endlich haben unsere kriegserprobten tschetschenischen Mitbürger dann auch mal einen guten Job!! Übrigens werden dann zufällig Sturmgewehre abverkauft, weil dann brauchens ja nimmer so viele...also ich würde 2 nehmen, zwecks Selbstschutz...ich vertraue mir nämlich immer noch am MEISTEN ;-) In diesem Sinne, Glück auf :-)

Ignaz-Kutschnberger
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Sonst landen die Waffen wieder im Ausland....hatten wir ja auch schon mal, dann brauchen wir dann wieder einen U-Ausschuss wie damals ;-)

Ich werde sicher zu der Volksbefragung gehen. Erstens habe ich eine Meinung zu diesen Thema und zweitens - was noch wichtiger ist - kann mein Sohn das erste Mal seine Stimme abgeben, und da möchte ich schon ein Vorbild sein. Außerdem kann ich dann rummotzen wenn der Ausgang mir nicht passt gg

Gesichts Buch

Typisch Österreich - Husch Pfusch an allen Fronten

wassolldenndas melden

Schade, wenn ein sachliches Thema ins Politische gezogen wird!

Ignaz-Kutschnberger
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Laura, ganz meine Meinung! ;-) Das Heer hätte man schon längst reformieren können, sowohl unter Blau als unter Rot als unter Schwarz!! Scheinbar ALLE unfähig gewesen...

Ignaz-Kutschnberger
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Die SPÖ ist die EINZIGE Partei im LAND die für STABILITÄT sorgt!! Man kann - ja man MUSS - ja man kann gar nicht anders, als die SPÖ zu wählen!! Ohne SPÖ geht's im Land drunter und drüber und es kommt so wie in Griechenland oder noch schlimmer. Ich befürchte sogar, dass die PEST aus dem Mittelalter wieder zurückkehrt, sollte die SPÖ nicht die ABSOLUTE bekommen... Denn es kann nur EINE geben: SPÖ

Ignaz-Kutschnberger
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Und liebe Leute - Österreicher und Österreicherinnen - man ist GEGEN die SPÖ, weil SIE für EUCH ist!!
Andere Parteien wollen sogar schon unsere geliebten Hunderl und Katzerl zum Militär-Dienst einziehen!! NEIN, sag ich... so nicht!! DARUM SPÖ !! Genossen und Genossinnen, IHR habt es in der Hand!!

manipura melden

Wunderbar .......... lol
Ich wähle Sie zum nächsten Bundespräsidenten lol

Ignaz-Kutschnberger
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@manipura... Danke,... vermutlich hätte ich auch mehr zum SAGEN als mein geschätzter Freund der Heinzi... aber macht ja nix, mir geht auch die Pappn ohne das Amtl :-)

Wer jetzt wirklich gesiegt hat oder nicht, lässt sich icht so genau sagen. Wie die Volksbefragung ausgehen wird, ist derzeit ungewiss, auch wer hingehen wird. Es kann sein, dass diese ganze Volksbefragung in ein einziges Chaos ausufert. Die Parteien haben öfters ihre Standpunkte gewechselt, dass zeigt schon, dass es ihnen nicht darauf ankommt Nägel mit Köpfen zu machen, sondern nur einen Vorwahlkampf.

Wieder einmal ein Kommentar des SPÖ Organs "NEWS". Die AZ ruht selig, gottseidank gibt es jetzt NEWS

Lasst das Heer wie es ist. Es müssten nur die unnötigen oberen Etagen geleert werden, dann wäre genug Geld für nötige Reformen vorhanden.

wintersun melden

Als stolzer Bilderberg-Teilnehmer muss Faymann natürlich auch seinen Pflichten nachkommen, möchte er doch heuer auch wieder teilnehmen. Ein Berufsheer für Ressourcenkrieg schadet in den Augen mancher sicher ganz und garnicht.
Huups was red ich da ? *handaufdenmundhalt*
Bilderberg ist ja nur ein Kaffeekränzchen wo man sich unterhaltet wie das Wetter im Herkunftsland ist.

Ignaz-Kutschnberger
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@wintersun... wie wollen Sie sonst jemals die ALIENS verstecken können, die mittlerweile in SÄMTLICHEN POLITISCHEN Parteien Einzug genommen haben... Amerika hat ja auch die Area 51 ... das würde so unter jetzigen Bedingungen nie klappen!! Daher lieber Berufsheer und AREA 51 dann in Oberösterreich ... vlt Mauthausen oder so ;-)

Ignaz-Kutschnberger
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Ob dem Darabos da schon Bau bzw. Ausbau-Pläne vorliegen, weil er JETZT so unbedingt aufs Berufsheer drängt und sich vorher eigentlich immer dagegen aussprach?? Fragen über Fragen... Bin noch immer unschlüssig...aber Frau War-Lord meint, sie mag sicher kein Frauen-Bundesheer haben... also weiß nicht, wofür sie jetzt stimmen wird ;-)

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