Pamplona: 10 Fakten zum Stierrennen

Die umstrittene Hatz hat begonnen: Die ersten BILDER und interessante Infos

Die Hatz geht weiter: Die nordspanische Stadt Pamplona erwartet zu ihren traditionellen Stiertreiben in diesem Jahr bis zu eine Million Besucher. Am Sonntag haben die Feierlichkeiten, die sowohl für Tiere als auch für Menschen oft blutig enden, begonnen. Hier sind die wichtigsten Facts rund um das umstrittene Spektakel.

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  • Bild 1 von 22 © Bild: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images

    Stierhatz von Pamplona

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    Stierhatz von Pamplona

1. Hard Facts

Das berühmte Stierrennen findet einmal im Jahr im nordspanischen Pamplona zu Ehren des Schutzheiligen der Region Navarra statt. Es ist der Höhepunkt der San Fermin-Festes, das von 6. bis 14. Juli gefeiert wird. Die Feierlichkeiten locken jedes Jahr unzählige Besucher an, vor allem aus Europa, den USA und Australien. Seit 1591 werden dabei acht Tage lang jeweils sechs Kampfstiere rund 850 Meter durch die Altstadt Pamplonas getrieben, während Hunderte Menschen in einer gefährlichen Mutprobe vor den gut 600 Kilogramm schweren Bullen herlaufen.

2. Los geht's!

Das San Fermin-Fest beginnt mit dem "chupinazo": Dabei versammeln sich am 6. Juli tausende Menschen vor dem Rathaus und warten auf den Startschuss um Schlag 12 Uhr. Die kleine Rakete ("cohete") wird dabei von einer örtlichen Persönlichkeit abgeschossen, der danach laut rufen darf: "Viva San Fermín, Gora San Fermin" ("Lang lebe San Fermín"). Damit beginnt die Festwoche offiziell.

3. Der Encierro

Das Eintreiben der Kampfstiere in die Arena findet täglich um acht Uhr morgens statt - ebenfalls nach dem Abschießen einer Rakete - und dauert bei komplikationsfreiem Ablauf nur ungefähr drei Minuten. Einige Minuten vor Beginn des Laufes singen einige Läufer den so genannten "Peñas" vor der Statue des Patrons San Fermín in der Cuesta de Santo Domingo. Sie singen übersetzt: "Wir bitten Dich San Fermín, der Du unser Beschützer bist, uns während des Laufes zu leiten und uns Deinen Segen zu spenden. Es lebe San Fermín!".

4. Die Stiere

Die Stiere kommen aus dem Süden Spaniens und werden vor den Stierkämpfen in den "corrales" außerhalb der Stadt gehalten. Es handelt sich dabei um Jungtiere, die zwischen 550 und 700 Kilogramm schwer sind und circa 25 km/h schnell werden können . Damit das ganze Treiben nicht ausartet und die Tiere nicht in Panik geraten , werden diese von Ochsen begleitet, die beruhigend auf die Stiere wirken und gleichzeitig eine Leitfunktion haben. Nach der Hatz werden die Tiere in einem Stierkampf in der Arena von den Torreros getötet.

5. Die Läufer

Die "mozo" tragen nach spanischer Tradition ein weißes Hemd und eine weiße, enganliegende Hose sowie ein rotes Halstuch ("pañuelo rojo") sowie eine rote Schärpe ("faja"). Als einzige "Waffe", um die Bullen von sich fernzuhalten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt.

6. Proteste

Die Stier-Hatz ist auch in Spanien mittlerweile äußerst umstritten. Jedes Jahr würden Dutzende Stiere willkürlich gequält und getötet, kritisieren Tierschützer. Am Samstag protestierten rund 200 Tierschützer gegen die Veranstaltung. "Du läufst. Stiere sterben" war bei einer Kundgebung auf Plakaten in verschiedenen Sprachen zu lesen. Die Demonstranten hielten auf einem Platz eine "symbolische Beerdigung" für die 48 Bullen ab, die in der Festwoche bei den abendlichen Stierkämpfen von Toreros getötet werden.

7. Die gefährlichsten Teilstrecken

Männer und Stiere laufen insgesamt 825 Meter durch die schmalen Gassen der Altstadt Casco Viejo in Richtung Plaza de Toros, der Stierkampfarena von Pamplona. Auf dem Weg dahin passieren für gewöhnlich mehrere Unfälle: Die meisten in den engen Gassen Cuesta de Santo Domingo und Curva de Mercaderes.

8. Tödlicher Kick

Das Ganze kann man als eine Art Mutprobe bezeichnen. Um sich einen richtigen Adrenalinschub zu holen, versuchen die Teilnehmer, darunter auch regelmäßig ausländische Touristen, eine kurze Wegstrecke möglichst neben einem Stier herzulaufen. Lange hält das aber keiner durch: Die Stiere sind mit ihren 25 km/h einfach zu schnell für Menschenbeine. Gefährlich ist es obendrein. Seit 1924 starben 15 Menschen an tödlichen Verletzungen, der letzte Tote war ein 27-jähriger britischer Student. Seine Halsschlagader wurde durch die Hörner eines Stiers durchtrennt, wonach er trotz sofortiger Notoperation im Krankenhaus verstarb.

9. Verletzungsgefahr

Bei einem einzigen encierro kann es durchaus zu 50 oder gar mehr Verletzten kommen. Die meisten Unfälle gehen jedoch glimpflich aus. Im letzten Jahr wurden beispielsweise 23 Menschen verletzt, als Dutzende Läufer vor dem Eingang zur Arena übereinander fielen und die Stiere in sie hineinliefen. Ein 19-jähriger Baske erlitt nach Angaben der Regionalregierung von Navarra schwere Brustverletzungen, sein Zustand war "sehr ernst".

Im letzten Jahr wurde auch von sexuellen Übergfiffen am Rande der Pamplona-Stiertreibens berichtet. Teilnehmer an den Feiern berichteten, dass immer wieder junge Männer ihre Freundinnen vor Attacken von Angetrunkenen schützen müssen. "Die jungen Männer verstecken sich in der Menge und lassen sich zu Dingen hinreißen, die sie auf sich allein gestellt niemals tun würden", erläuterte die Psychologin Blanca Vazquez der Online-Zeitung "elconfidencial.com". Nach ihrer Ansicht spielt neben dem Gruppendynamik und dem Alkohol auch die Wirtschaftskrise eine Rolle. "Wenn die Leute frustriert sind, verlieren sie leichter die Beherrschung und verhalten sich aggressiver."

10. Nach dem Eintreiben

Die sechs auserwählten Jungstiere kämpfen in der Arena zur Unterhaltung des Publikums gegen Torreros - der Kampf endet üblicherweise tödlich für die Tiere. Nach dem Encierro gibt es Umzüge mit Riesenfiguren, abends finden Veranstaltungen, Konzerte und ein illustres Feuerwerk statt. Das Fest endet am 14. Juli dort, wo der Trubel auch angefangen hatte, auf der Plaza Consistorial vor dem Rathaus. Die Menge versammelt sich mit Kerzen und singt das "Pobre de mí".

Kommentare

Urlauber2620
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Na dann sieh mal nach was die Spanier mit den Ureinwohnern Teneriffas, den Guanchen, machten als sie von denen freundlich begrüsst wurden.

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nicht nur mit den ureinwohnern von teneriffa!!! da gäbe es genug, wie zb. die holländer mit den südafrikanern usw usw
kolonialismus ist gleich terrorismus

Da kann man so richtig wütend werden.

das ist so krank und primitiv!!!!!
http://www.peta.de/themen/stierkampf

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