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Die Hiltons vom Klopeiner See

Larissa Marolt und Vater Heinz Anton besitzen Immobilien im Wert von 30 Millionen

Larissa mit Papa Heinz Anton Marolt © Bild: Privat

Sie ist schrill und steht hauptberuflich im Mittelpunkt, er wirkt, abgesehen von seinem tiefdunkel gefärbten Haupthaar, doch eher unauffällig. Geschäftlich jedoch bilden die 23-jährige Larissa Marolt, bekannt aus Dschungel, Funk und Fernsehen, und ihr 57-jähriger Vater Heinz Anton, ein freiheitlicher Expolitiker und Hotelier, die perfekte Einheit.

Er verfügt über den untrüglichen Riecher für die lohnende Investition, sie dank medialer Omnipräsenz über das nötige Kleingeld. Und so nimmt ihr gemeinsames Tourismusimperium an den Ufern des Klopeiner Sees langsam, aber sicher imposante Dimensionen an. Zusätzlich zu den beiden geräumigen Ferienhäusern am See, dem Apartmenthotel mit eigenem Strand und großzügiger Liegewiese und dem Promenadenstrandhotel Marolt mit Tennis-und Beachvolleyballplatz erwarb der 57-jährige Heinz Anton Marolt nun gemeinsam mit Larissa das Seehotel Klopein, das sich bisher im Immobilienbesitz der Unicredit Bank Austria befand.

"Darauf sind wir sehr stolz, die Anlage hat 71.000 Quadratmeter Grundfläche, davon 8.000 Quadratmeter Strand. Das ist so groß wie unsere bisherigen Grundstücke zusammen", bilanziert Papa Marolt zufrieden. Der Grundbesitz der Familie beläuft sich nun auf etwa 142.000 Quadratmeter -das entspricht einer Fläche von etwa 20 Fußballfeldern.

Die Schatten der Vergangenheit

Ein Kärntner Immobilienexperte schätzt den Gesamtwert der Marolt'schen Liegenschaften konservativ auf 32 bis 35 Millionen Euro. Eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass Marolt senior in den Neunzigerjahren mit dem Hotelbetrieb seiner Eltern auch 80 Millionen Schilling, also 5,8 Millionen Euro, an Schulden übernommen hat. Seine undurchsichtige Verbindung mit der Hypo nicht zu vergessen.

Zur Erinnerung: Im Vorjahr tauchten Unterlagen auf, in denen es um einen millionenschweren Schuldenerlass aus dem Jahre 1997 ging. Konkret ließ die Hypo Alpe Adria Marolt 15 Millionen Schilling (1,1 Millionen Euro) aus offenen Krediten für seine Betriebe nach. Weitere 15 Millionen Schilling wurden in Besserungskapital umgewandelt: Der Gläubiger verzichtet dabei so lange auf seine Forderungen, bis der Schuldner wieder zahlungsfähig ist. 30 Millionen Schilling, also insgesamt 2,2 Millionen Euro. Ob Marolt jemals zurückgezahlt hat, ist unklar.

Aufsehen erregte der Vater und Manager der Dschungelprinzessin außerdem durch seine politische Tätigkeit. Neun Jahre lang war er in der FPÖ aktiv. Einige Monate nach dem Kreditnachlass zog er für die Blauen sogar in den Nationalrat ein, beendete aber 1999, nachdem er zum stellvertretenden Vorsitzenden von Richard Lugners Partei "Die Unabhängigen" gewählt worden war, seine steile Politkarriere. "Wir Marolts blicken nur nach vorne, nicht zurück", sagt er heute. Und auch wenn die Frühherbstsonne hoch über dem Klopeiner See steht -die Vergangenheit wirft immer noch dunkle Schatten: "Die Dinge von früher sollen doch endlich aus dem Gedächtnis der Menschen verschwinden", fleht der nunmehrige Tourismusmagnat. Wie aber hat er nun den Kauf des Seehotels finanziert? Aus Larissas Einnahmen? Nicht ausschließlich, sagt er: "Larissa ist involviert. Sie hat einen Teil ihres kleinen Vermögens investiert."

Doch die Kriegskasse der Hiltons vom Klopeiner See ist damit noch lange nicht geleert: Die Marolts planten nämlich auch den Erwerb der Wörtherseebühne in Klagenfurt, eines der desaströsen Prestigeprojekte aus der Ära Haider, das der verunfallte Landesvater vor nunmehr 16 Jahren am Metnitzstrand erbauen hatte lassen. Den Zuschlag für das stählerne Ungetüm bekamen Vater und Tochter Marolt allerdings nicht. "Die Vergabe der Seebühne ist beschlossen. Das Paket lässt sich nicht mehr aufschnüren. Der Aufsichtsrat hat eine Entscheidung getroffen, die ich als Geschäftsführer umzusetzen habe", beschied Reinfried Oblasser, Leiter der Immobilien Verwaltung Klagenfurt (IVK), den prominenten Mitbietern per Mail.

Empörte Reaktion der Marolts: "Wir waren mit 69.000 Euro die Höchstbieter, aber sie haben die Bühne lieber einem Schrotthändler aus Klagenfurt überlassen." Ein Beschluss, den die Großgrundbesitzer aus Klopein nicht kampflos hinnehmen wollten. In einem Mail an die IVK formulierte der freiheitliche Exmandatar Marolt beleidigt: "Unterkärntner geben sich nicht so schnell geschlagen. Es wäre traurig, wenn politische Entsandte, nur um etwas nicht mehr aufschnüren zu müssen, Kärnten um eine tolle Infrastruktur bringen würden. Der Aufsichtsrat erfüllt nicht einmal seine ureigenste Verpflichtung, dem Bestbieter, und das bin ich, den Zuschlag zu geben." Die städtische Immobilienverwaltung blieb indes ungerührt.

Groll und gekränkter Stolz

Hätten die Marolts den Zuschlag bekommen, so hätten sie die Wörtherseebühne abgetragen und an den Strand ihres Seehotels am Klopeiner See transferiert, um dort Events zu veranstalten. "Gemeinsam mit meiner Tochter könnte ich Kärnten mit medienwirksamen Events bereichern", hatte Papa Marolt in seinem Anbot noch getrommelt. Zur "Bühne Kärntens" hätten Vater und Tochter das verrostete Denkmal der Verschwendung gemacht. Doch auch in diesem Falle gilt nun das eherne Familienmotto: "Wir blicken nach vorne, niemals zurück."

Aber auch dort lauert der Feind. Konkret in der Person von Christian Kresse, Chef der Kärnten Werbung, den der emeritierte Blaue am liebsten in den Dschungel schicken würde. Vater Marolt: "Ich stelle mich nicht gegen den Tourismus in Kärnten, da ich selbst Teil davon bin, aber der Fisch fängt am Kopf zu stinken an." Viel zu wenig, so Marolt senior, würde für die internationale Vermarktung Kärntens getan.

Kresse wiederum vermutet hinter dem Furor Marolts den gekränkten Stolz eines Zurückgewiesenen: "Immer wieder ist er an uns herangetreten und hat gefragt, ob wir seine Tochter nicht in Werbeaktivitäten einbauen könnten."

Als ob die Millionäre vom Klopeiner See tatsächlich ein marodes Bundesland wie Kärnten als Werbepartner bräuchten.

Kommentare

Susanne Klinger

Das ist sowas von interessant weil einfach unverständlich; höchstwahrscheinlich eine "Zeitungsente" ansonsten rechtfertigt sich in meinem Rechtsverständnis keine einzige Delogierung zum Beispiel von Familien die durch Notsituationen in eine finanzielle Schieflage gerieten...hm......da bleib ich Interesse halber dran

Susanne Klinger

Zur Erinnerung: Im Vorjahr tauchten Unterlagen auf, in denen es um einen millionenschweren Schuldenerlass aus dem Jahre 1997 ging. Konkret ließ die Hypo Alpe Adria Marolt 15 Millionen Schilling (1,1 Millionen Euro) aus offenen Krediten für seine Betriebe nach. Weitere 15 Millionen Schilling wurden in Besserungskapital umgewandelt: Der Gläubiger verzichtet dabei so lange auf seine Forderungen, bis

wenn ich lese das jemanden einfach so fast 6 MIO Kredit nachgelassen wurden dann verstehe ich die Welt nicht? Dann erdreistet sich der noch zu meckern ? Da gehört sofort eine SOKO Marolt eingesetzt und der soll zahlen, samt seiner Tochter bis alles erledigt ist und nicht den großen Zampano spielen wollen.

Angie624 melden

Man kann den Leuten nicht befehlen, dass sie Unfaires aus der Vergangenheit vergessen sollen, das wird nicht funktionieren. Die Leute erinnern sich an die Vergangenheit, bis sie gerecht aufgearbeitet wurde, z.B. durch Zurückzahlung der ungerecht erlassenen Schulden.

Angie624 melden

Es ist einfach unfair, wenn einem Häuslbauer sein Haus weggenommen wird, wenn er den Kredit nicht zurückzahlt, aber einem Hotelier aus dem Dunstkreis der FPÖ wird der Kredit sogar erlassen. Solche Dinge gären in den Leuten so lange, bis sie gerecht aufgearbeitet wurden.

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