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So halten Sie
Ihren Magen gesund

Diese Lebensmittel sind magenschonend - und diese sind weniger gut verträglich

Mann mit Magenschmerzen © Bild: iStockphoto.com

Völlegefühl, Sodbrennen, Gastritis: Viele Menschen leiden unter diesen Beschwerden. Doch wie kann man seinen Magen gesund halten? Mit richtigem Essen zum Beispiel. Dabei geht es nicht nur um die Wahl der Speisen.

Der Magen meldet zuverlässig, was ihm guttut und was nicht. Kaffee zum Beispiel. Viele von uns kennen das: Immer wieder beschließt man, keinen mehr zu trinken. Doch der Espresso oder Cappuccino schmeckt zu gut. Darum gönnt man sich einen in der Früh, ein paar Tage später ist der Nachmittagskaffee auch schon wieder Usus. Und da ist es wieder, dieses leichte Brennen in der Speiseröhre.

Gesundes Essen ist auch nicht jedermanns Sache. Der eine liebt scharfe Currys, der andere findet gerade die Fettränder vom Schinken besonders gut. Und - Vegetarier und Veganer wegsehen -ein Schnitzerl geht immer. Aber erst abends. Denn das Mittagessen schlingt man meist am Schreibtisch sitzend hinunter, immer den Computerbildschirm im Blick.

Wer so isst, klagt meist irgendwann über Magenbeschwerden oder Sodbrennen. "Gallensteine und Gastritis sind die häufigsten Zivilisationserkrankungen", sagt Gerd Bodlaj, Facharzt für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien. Als häufigste Ursachen für Magenprobleme nennt er Lebensstil, Ernährung und Bewegungsmangel.

Wie bei Mama

Dass sie gesund essen sollen, wissen die meisten Menschen schon seit Mutters Ermahnungen. Doch wie überlistet man eigentlich schlechte Gewohnheiten, und heißt gesunde Ernährung, dass man sich mit fadem Essen kasteien muss?

Keineswegs, meint die Ernährungsberaterin Claudia Dungl: "Gesundes Essen beginnt schon mit dem Ernährungsstil. Der erste Schritt ist ganz einfach: Suchen Sie sich zwei Plätze zum Essen. Einen zu Hause und einen im Büro. Essen Sie nicht im Stehen, im Gehen oder im Auto, nicht am Schreibtisch." Nicht nur dem Magen zuliebe, denn: "Das Burnout fängt an, wenn die Brösel aus der Tastatur fallen."

Der nächste Rat: Langsam essen und gründlich kauen, dann tut sich der Magen leichter. "Außerdem hat man geschmacklich mehr davon und spürt auch besser, wann man satt ist", erklärt Heidi Szepannek, Diätologin am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, das auf den Verdauungstrakt spezialisiert ist.

Was die Zahl der Mahlzeiten betrifft, variieren die Empfehlungen. Die Diätologin, die mehr mit bereits erkrankten Menschen zu tun hat, rät zu fünf kleineren Mahlzeiten. Ernährungsberaterin Dungl, zu der die Menschen vor allem wegen Energielosigkeit, Magen-Darm-Problemen und zum Abnehmen kommen, plädiert hingegen dafür, "den Magen dazwischen auch leer werden zu lassen". Sie empfiehlt "eine warme, selbst gekochte Mahlzeit täglich. Für diese nimmt man sich mehr Zeit als für ein belegtes Brot oder Weckerl." Ständig kalt zu essen, lasse die Verdauung nicht so gut arbeiten, zudem seien diese Snacks oft auch zu fett. Klein und leicht sollte das Abendessen sein -und nicht nach 20 Uhr, weil in der Nacht auch die Verdauung zurückschaltet. Diätologin Szepannek meint: "Der Magen wird beleidigt, wenn man die heiße Suppe, aber auch das Essen direkt aus dem Kühlschrank zu schnell isst. Man muss das Essen im Mund auf Körpertemperatur bringen." Womit wir wieder beim "Zeitnehmen" wären.

Pizza, Schnitzel, Pommes frites und Kuchen sind erlaubt - bloß nicht jeden Tag. Denn das würde dick machen, die Verdauung belasten, und bei manchem, was gut schmeckt, würde häufiger Konsum das Krebsrisiko erhöhen. Gepökelte oder geräucherte Speisen, Wurst und gegrilltes Fleisch gehören zu jenen Dingen, die man aufgrund dieses Risikos nicht zu oft essen sollte. Auch Alkohol erhöht das Risiko von Magenkrebs, Rauchen sowieso.

Gut für Magen und Verdauung ist, wenn man nicht nur Salz und Pfeffer über sein Essen streut, sondern mit Kräutern und Gewürzen spielt. Dungl nennt ein paar Beispiele: "Fenchel, Anis und Kümmel sind gut gegen Blähungen, Majoran ist gegen Krämpfe, Kurkuma regt den Leberstoffwechsel an, Thymian wirkt antibakteriell."

Wenn es hingegen schon im Magen zwickt, rät Szepannek zu leichter Vollkost (siehe unten): milder Käse statt Bergkäse, Rüben statt Kraut, Tafelspitz statt Schnitzel, Marmorgugelhupf statt Krapfen. Dungl empfiehlt im Gegensatz zu ihr, Brot oder Milchprodukte nur einmal täglich zu genießen. "Der Körper kann größere Mengen oft nicht adäquat verarbeiten."

Hält man sich an die Regeln, bleibt man im Idealfall von Magenleiden verschont. Zwickt es im Magen, muss man sich noch keine Sorgen machen, wenn die Schmerzen nach einigen Tagen vergehen. "Halten sie drei, vier Wochen an, sollte man zum Arzt gehen", rät Mediziner Bodlaj. Absolute Alarmzeichen seien jedenfalls Gewichtsverlust, Blutarmut oder Erbrechen ohne ersichtlichen Grund. Das könnten auch Anzeichen für eine Krebserkrankung sein.

Häufiger seien aber Probleme durch Übergewicht, denn dieses erhöhe den Druck im Bauch und könne dazu führen, dass der Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen nicht funktioniere oder der Patient einen Zwerchfellbruch erleidet.

"Mir schlägt sich alles auf den Magen": Dass an dieser Redensart etwas dran ist, kann der Mediziner ebenfalls bestätigen. "Der Magen ist sehr gut mit Nerven versorgt, hat sehr viele Zellen, die hormonempfindlich sind, und reagiert daher auf Stress." Bevor man diese Probleme allerdings mit rezeptfreien Mitteln aus der Apotheke unterdrückt, sollte man lieber das Übel an der Wurzel packen. Entspannungsübungen täten gut, sagt Bodlaj. Da gibt es zum Beispiel eine Kaumeditation. Jeden Bissen hundertmal kauen. Damit wäre das "langsame Essen" auch gleich erledigt.

Diese Lebensmittel sind magenschonend

Gemüse: Karotten, Sellerie, Zucchini, Kürbis, gelbe Rüben, Spargelspitzen, Schwarzwurzel, pürierte Paradeiser, Spinat, Pastinake, Fenchel, Melanzani, Petersilwurzel

Obst: Apfel, Kiwi, Zuckermelone, gekochtes Obst als Mus oder Kompott, Banane, Heidelbeeren, Erdbeeren, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, Fruchtsirup

Fleisch, Fisch: zartes, mageres Fleisch jeder Tierart, Fisch, Geflügel ohne Haut (gedünstet, gekocht, leicht gebraten), Schinken, Krakauer Wurst, Rindersaftschinken, Putenschinken

Brot, Mehlspeisen: Weißbrot und -gebäck, Mischbrot, Biskuitmasse mit Marmelade-, Topfen- oder Joghurtfülle, Marmorgugelhupf, gezogener Strudelteig mit Fülle

Gewürze: Salz, Lorbeer, Muskat, alle Küchenkräuter wie Petersilie, Oregano, Majoran, Basilikum, Gemüsesuppenwürfel, Fenchel, Anis

Diese Lebensmittel sind weniger verträglich

Gemüse: Kraut, Kohl, Karfiol, Kohlsprossen, Linsen, Erbsen, Bohnen, Mais, Lauch, Zwiebel, Knoblauch, Gurkensalat, rohe Paradeiser, grüner Paprika

Obst: Zwetschken, Kirschen, Weintrauben, Birne, Dörrobst, Zitrusfrüchte, unreifes Obst, größere Mengen Marillen, Pfirsiche, Ananas, frischgepresster Fruchtsaft

Fleisch, Fisch: fettes Fleisch, Geflügel- oder Fischhaut, gebackene oder frittierte Speisen, fette oder scharfe Wurst wie Extrawurst, Salami, Wiener Wurst, pikante Extra, Räucherfleisch/-fisch

Brot, Mehlspeisen: frisches Brot, grobe Vollkornbrote, Kuchen und Torten mit fetter Creme, Blätterteig, Plunderteig, Mürbteig, frischer Germteig (Germknödel, Buchteln)

Gewürze: Knoblauch, Pfeffer, Chili, Paprika, Curry, Ingwer, scharfe/fette Gewürzmischungen

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