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Das Endergebnis der Nationalratswahl

Nur minimale Änderung der Stimmenanteile gegenüber Montag

NR-Wahl - Das Endergebnis der Nationalratswahl © Bild: APA/EXPA/MICHAEL GRUBER

Die Grünen blieben - auch inkl. Briefwahlstimmen - deutlich unter der Vier-Prozent-Hürde für den Verbleib im Nationalrat. Sie landeten bei 3,80 Prozent. Das ist ein Verlust von 8,62 Prozentpunkten gegenüber 2013 - und aller 24 Mandate, die sie damals geholt hatten.Die ÖVP ist Erste mit 31,47 Prozent (plus 7,48) und 62 Mandaten. Die SPÖ wurde durch die Briefwahl-Auszählung am Montag Zweite - und liegt jetzt mit 26,86 Prozent (plus 0,04) und 52 Mandaten deutlich vor der FPÖ. Deren Stimmenanteil fiel mit den Donnerstags-Wahlkarten unter 26 Prozent, auf 25,97 Prozent (plus 5,46), sie stellt künftig 51 Abgeordnete. Die NEOS sind mit zehn Mandaten (5,30 Prozent), die Liste Pilz ist mit acht Mandaten (4,41 Prozent) im nächsten Nationalrat vertreten.

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Das Ergebnis der Nationalratswahl ist komplett, alle Wahlkarten sind ausgezählt. Mit den insgesamt 795.763 abgegebenen Wahlkarten und Briefwahlstimmen stieg die Beteiligung auf genau 80 Prozent, das ist gegenüber 2013 ein Plus von 5,09 Prozentpunkte - der größte Zuwachs der Zweiten Republik. An den Stimmenanteilen änderten die rund 37.000 am Donnerstag ausgezählten Wahlkarten nicht viel.

Wahlbeteiligung stark wie nie zuvor gewachsen

Die Wahlbeteiligung ist bei dieser Nationalratswahl gestiegen wie nie zuvor in der Zweiten Republik. Mit einem Plus von 5,09 Punkten erreichte sie - nach Auszählung aller Wahlkarten - einen Wert von genau 80,00 Prozent. Das war seit 2002 nicht mehr der Fall, seither nutzten immer weniger als vier Fünftel ihr Wahlrecht. Und anders als 2013 waren diesmal die Nichtwähler nicht die größte "Partei". 1,280.119 Wahlberechtigte blieben zu Hause - und das waren deutlich weniger als ÖVP, SPÖ und auch FPÖ jeweils an Stimmen bekamen. Die ÖVP hatte beinahe 1,6 Millionen Wähler, die SPÖ fast 1,4 und die FPÖ 1,3 Millionen.

»Die Österreicher und Österreicherinnen sind zu mobilisieren, wenn sie das Gefühl haben, dass es wirklich um etwas geht«

Diese Nationalratswahl - die den vierten Machtwechsel der Zweiten Republik brachte - hat bewiesen, dass die Österreicher durchaus zu mobilisieren sind, wenn sie das Gefühl haben, dass es "wirklich um etwas geht". Das zeigte sich schon beim Bundespräsidenten-Wahlmarathon im Vorjahr. Da stieg am dritten Wahlsonntag, bei der Wiederholung der aufgehobenen Stichwahl, die Beteiligung überraschend noch einmal (auf 74,21 Prozent) an.

Neuer Briefwahlrekord

Ähnlich stark wie heuer wuchs die Beteiligung bisher erst einmal - und zwar auch bei einer von der ÖVP (damals Wolfgang Schüssel) ausgerufenen vorzeitigen Neuwahl im Jahr 1995. Damals stieg die Teilnahme um 4,04 Punkte auf 85,98 Prozent. Ein großer Teil der Wähler nützt mittlerweile die Briefwahl: Fast 15 Prozent der gültigen Stimmen der Nationalratswahl wurden am Postweg oder per Briefwahlkarte im "eigenen" Wahlkreis abgegeben, mit den am Sonntag in Wahllokalen in "fremden" Wahlkreisen deponierten Wahlkarten und Briefwahlstimmen waren es 15,9 Prozent. Mit 795.763 per Briefwahl oder Wahlkarte abgegebenen Stimmen (790.606 davon gültig) wurden neue Rekordmarken gesetzt.

Wahlbeteiligung 80,00 Prozent

Die 80 Prozent Beteiligung sind allerdings bei weitem kein Rekordwert der nunmehr 22 Wahlen seit 1945. Denn bis 1986 lag die Beteiligung immer über 90 Prozent, bis 2002 nutzten noch immer mehr als vier Fünftel ihr Wahlrecht - und somit ist die jetzige Beteiligung nur die beste seit 2006. Bis 1992 bestand allerdings in einigen Bundesländern Wahlpflicht. Die Bundesländer weisen sehr unterschiedliche Beteiligungen auf: Vorarlberg (wo mit am längsten Wahlpflicht herrschte) kam nur auf 72,23 Prozent - während in Niederösterreich 84,76 und im Burgenland 84,46 Prozent ihr Wahlrecht nutzten. Wobei das Burgenland mit 1,67 Punkten den schwächsten Anstieg aufwies, während Tirol um 9,39 Punkte (auf 76,39) zulegte.

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