Gerichtsverhandlung von

Jeannine Schiller wehrt
sich gegen "Riesen-Frechheit"

Bei Sturz alkoholisiert? "Ich bin schwerste Antialkoholikerin", empört sie sich

Gerichtsverhandlung - Jeannine Schiller wehrt
sich gegen "Riesen-Frechheit" © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Zum ersten Mal in ihrem Leben steht Jeannine Schiller vor Gericht. Nach einem Sturz forderte die Charity-Lady vom Hietzinger Café Dommayer als Entschädigung Geld für ihre Spendenorganisationen. Plötzlich muss sie sich Alkohol-Vorwürfe gefallen lassen, was die "strenge Antialkoholikerin" als "Riesen-Frechheit" empfindet.

Mitte April rechnet man in der Regel nicht mehr mit Schnee, schon gar nicht in Wien. Am 19. April des heurigen Jahres gab es jedoch Schneeregen - und Jeannine Schiller war darauf vorbereitet. Aufgrund der winterlichen Verhältnisse trug die Society-Lady, die in der Regel auf 9-Zentimeter-Absätzen stöckelt, laut eigener Aussage "plumpe, klobige Stiefeletten", die sie sich für Besuche bei ihrer Tochter in Kitzbühel zugelegt hat und nur bei Schnee und Eis aus dem Schrank holt. Besagte Stiefeletten hätten zwar 5-Zentimeter-Absätze, jedoch eine rutschfeste, wintertaugliche Sohle, versichert Frau Schiller gegenüber News.at. Flache Schuhe kann sie aufgrund einer Sehnenverkürzung nicht tragen.

Ausrutscher im Café Dommayer

Doch weshalb wurde Jeannine Schillers Schuhwerk überhaupt zum Thema? An besagtem 19. April besuchte sie zusammen mit ihrem Ehemann Friedrich das zur Kurkonditorei Oberlaa gehörende Café Dommayer in Hietzing. Auf dem Holzboden der Konditorei stürzte die Society-Lady so unglücklich, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Da am Boden Schnee, Eis und Matsch gelegen seien, gibt sie dem Kaffeehaus eine Mitschuld an ihrem Unfall und fordert dementsprechend Wiedergutmachung.

Jeannine Schiller leidet unter Bandscheibenproblemen und hat vier Gleitwirbel. Aufgrund des Sturzes musste sie sich einer Infusionskur unterziehen, zudem wurde sie aufgrund der schlimmen Schmerzen infiltriert. Dass sie hüftabwärts ganz blau war, erwähnt die Society-Lady nur nebenbei. "Ich habe gesagt, ich brauche nichts für die Ärzte, habe aber vorgeschlagen, dass man etwas an meine Hilfsprojekte spendet", erklärt Jeannine Schiller gegenüber News.at

Alle Vorkehrungen zum Schutz der Kunden getroffen

Die Konditorei Oberlaa fand Schillers Vorschlag an sich gut und verdoppelte die von ihr geforderte Summe auf 2.000 Euro. Man wollte das Geld jedoch nicht an Schillers Spendenkonto überweisen, "damit es nicht aussieht wie ein Schuldeingeständnis", so Anwältin Carina Romanek gegenüber News.at. Man habe das Geld demnach an ein Projekt überwiesen, das krebskranken Kindern hilft. Vor Gericht erklärte die Anwältin laut einem Bericht des "Kurier", dass die Konditorei alle Vorkehrungen zum Schutz ihrer Kunden getroffen habe, der Boden sei selbst bei Nässe rutschfest, ein Mitarbeiter hätte regelmäßig den von Jeannine Schiller bekrittelten Schneematsch weggekehrt.

»Ich bin schwerste Antialkoholikerin. Mein Mann nennt mich Spaßdrossel.«

Was Jeannine Schiller neben der Tatsache, dass sie sehr gerne eine Spende für ihre Charity-Organisationen sehen würde, nun besonders aufregt, ist der Umstand, dass ihr vor Gericht Alkoholkonsum unterstellt wurde. Die Anwältin Carina Romanek meinte, der Arzt habe am Tag nach dem Unfall nicht mehr feststellen können, ob Jeannine Schiller alkoholisiert war. Dass Alkohol vor Gericht zum Thema wurde, empfindet die Society-Lady als "Riesen-Frechheit", wie sie gegenüber News.at betont. "Ich bin schwerste Antialkoholikerin", stellt Jeannine Schiller klar, das "könne jeder bezeugen", meint sie. "Mein Mann nennt mich Spaßdrossel", so Schiller. Das liege daran, dass sie nie etwas trinke, und dementsprechend eine "Bremse" sei.

Friedrich Schiller und Jeannine Schiller
© APA/Pessenlehner Jeannine und Friedrich Schiller

Jeannine Schiller besteht darauf, bloß in Gesellschaft hin und wieder an einem Glas zu nippen, da es ihr oftmals zu dumm sei, erklären zu müssen, warum sie keinen Alkohol trinken möchte. Dies habe gar keine "höheren Gründe", abgesehen von Eierlikör und anderen süßen Sachen schmecke ihr Alkohol schlicht und ergreifend nicht. Ausgerechnet ihr zu unterstellen, zum Zeitpunkt ihres Sturzes möglicherweise alkoholisiert gewesen zu sein, bringt die Society-Lady daher ordentlich auf die Palme. Sie habe sogar kurz überlegt, rechtliche Schritte wegen übler Nachrede einzuleiten, dies sei allerdings nicht möglich, da ihr nichts direkt unterstellt, sondern die Frage bloß in den Raum gestellt wurde.

Dommayer-Anwältin Carina Romanek erklärt auf Nachfrage von News.at, vor Gericht eine Urkunde der Ambulanz, datiert vom 20. April, vorgelegt bekommen zu haben. Sie bestreite die Echtheit des Dokuments zwar nicht, da Jeannine Schiller allerdings erst am Tag nach dem Unfall ins Spital ging, wurde keine Anamnese, bei der ein eventueller Alkoholkonsum festgestellt werden hätte können, durchgeführt. Diesen habe sie im Zuge der ersten Verhandlung, in der die Schriftsätze verlesen wurden, in den Raum gestellt, da die Society-Lady laut Berichten zuvor im Gasthaus Plachutta essen war und dort angeblich Wein getrunken habe.

Nächster Gerichtstermin im März

Die Causa geht weiter, am 20. März stehen sich Jeannine Schiller und die Vertreter des Café Dommayer erneut vor Gericht gegenüber. Dann soll geklärt werden, ob die Parteien einem Ausgleich zustimmen und die Charity-Lady Geld für eine ihrer beiden Organisationen ("Mama/Papa hat Krebs" oder ihr Hilfswerk-Projekt für behinderte Kinder in Moldawien) erhält. Romanek kann sich durchaus vorstellen, dass letztlich ein Vergleich geschlossen wird, geht jedoch davon aus, dass nochmals an eine unabhängige dritte Organisation gespendet werden würde.