Heinz Kinigadner von

Warum nicht ich?

Sohn im Rollstuhl: Motocross-Legende Kinigadner über seine Familien-Tragödien

Kinigadner und Sohn © Bild: Stephan Tesarek/NEWS

Motocross-Legende Heinz Kinigadner über die Tragödien in seiner Familie: Der Sohn sitzt im Rollstuhl. Der Bruder ist querschnittgelähmt. Die Mutter starb bei einem Verkehrsunfall, der Vater an Krebs.

Sieht man ihn vor sich, diesen Riesen von einem Mann, so will man es nicht glauben: 30 Jahre ist es schon wieder her, als der Tiroler Heinz Kinigadner die Motocross-Welt beherrschte. Die WM-Titel 1984 und 1985 garantieren ihm eine Art Unsterblichkeit. Kinigadner ist mittlerweile 54, doch als er in der Vorwoche bei einem Bike-Bewerb auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg auftauchte, stürmte das Publikum auf ihn ein. Autogramme, Fotos, Schulterklopfer: Kini verteilt Freundlichkeiten, wo sie eingefordert werden. Dabei müsste das doch eine Zeit der Desperation sein.

Der schlimmste Tag

Heuer nämlich jährt sich Kinis schlimmster Tag zum zehnten Mal. Es war am Sachsenring in Deutschland. Kinigadners Mobiltelefon läutete, und Freunde sehen noch vor sich, wie der Riese kalkweiß wurde und stammelnd näheren Aufschluss forderte. Die Nachricht, die er soeben empfangen hatte, war purer Schicksalszynismus: Sein 19-jähriger Sohn war während eines Benefizrennens für behinderte Kinder zu Sturz gekommen. Es war im Grunde ein harmloser Unfall, der Hannes Kinigadner gleich in der ersten Linkskurve aus der Bahn warf. Doch schleuderte es den hoffnungsvollen Motocrosser vorne über sein Motorrad. Der Kopf schlug hart auf. "Ich weiß noch, wie ich im Sand gelegen bin und versucht habe, mich zu bewegen“, sagt Hannes, der heute 29 ist. "Ich konnte meine Hände bewegen, das gab mir Hoffnung. Aber als mir die Helfer die Schuhe auszogen und ich absolut nichts spürte, dachte ich: 'Scheiße'."

Die Diagnose bestätigte den Verdacht: Kompressionsbruch des fünften Halswirbels. Gelähmt. Rollstuhl. "Dies von den Ärzten zu hören, den Bub im Krankenbett zu sehen - das war das Schlimmste, was mir je widerfahren ist“, sagt der Vater. Auch nach zehn Jahren fällt es ihm schwer, darüber zu sprechen. Der Vater, so scheint es, leidet noch mehr als der Sohn. Denn der sagt: "Mir war sofort klar: Ich muss dieses Schicksal annehmen."

Heinz Kinigadner hingegen hat in den vergangenen Jahren oft mit Gott gehadert, im Stillen geweint. Und immer quält ihn die Frage: "Warum er und nicht ich?" So oft schwer gestürzt zu sein, "und heute stehe ich gesund da und der Bub sitzt im Rollstuhl."

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Kommentare

Wer sich ein derartig gefährliches Hobby aussucht, muss mit allen Eventualitäten rechnen. Im Rollstuhl zu sitzen oder querschnittgelähmt zu sein ist schlimm, aber zumindest ist Familie Kinigadner finanziell abgesichert. Das können sehr viele ÖsterreicherInnen, die unschuldig durch einen Unfall oder Krankheit im Rollstuhl sitzen, leider nicht behaupten.

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