Gefühlvoller Roman von

Hardy Krüger jr.: Ein Schmetterling
brachte ihm das große Glück zurück

Gefühlvoller Roman - Hardy Krüger jr.: Ein Schmetterling
brachte ihm das große Glück zurück © Bild: imago/Spöttel Picture

Hardy Krüger jr. ist unter die Schriftsteller gegangen. Heute Abend präsentiert der Schauspieler sein Erstlingswerk "Der leise Ruf des Schmetterlings" in Wien. Mit News sprach er im Vorfeld über den Roman mit vielen autobiografischen Zügen und verriet, wie er nach Schicksalsschlägen doch noch einmal das große Glück gefunden hat.

An sich hatte Hardy Krüger jr. nicht den Plan, ein Buch zu schreiben. Vor zwei Jahren rief er aus Spaß seinen Blog ins Leben, in dem er regelmäßig Anekdoten aus seinem Leben erzählt. Eine Geschichte, die während seiner Zeit in Rom spielt, erhielt dabei besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei einem Verlag. "Und so kam es, dass ich die Geschichte als Roman aufgeschrieben habe", erzählt der Schauspieler. Durch das Schreiben sei er schließlich "selbst auf Reisen gegangen", habe sich neue Fragen gestellt und die Perspektive geändert.

»Jede Figur im Buch hat einen Teil von mir«

Der Protagonist in Krügers Buch heißt David, dieser trägt viele Züge des Schauspielers. Doch nicht nur er. "Jede Figur im Buch hat einen Teil von mir. Ich kann am besten über die Dinge schreiben, die ich gesehen und erlebt habe, die ich fühle", sagt der Schauspieler, der im Mai seinen 50. Geburtstag feiert. "Es ist ein bisschen ein 'Grimms Märchen' für Erwachsene mit einem Hintergrund, der einige Parallelen zu meinem eigenen Leben hat", meint er.

David, der Protagonist Ihres Romans "Der leise Ruf des Schmetterlings", geht nach Rom, um zu reflektieren und neu zu beginnen. Haben Sie das auch getan?
In meinem Blog habe ich eine Geschichte über Rom erzählt. Ich habe dort einen Film gedreht und tatsächlich in dieser Wohnung in dieser Straße gewohnt. Ich war damals sehr glücklich und habe tolle Erinnerungen an diese Zeit. Rom ist meine Lieblingsstadt, ich bin schon sehr oft dort gewesen, deshalb verbindet mich natürlich auch viel mit der Stadt. Rom ist für so eine Geschichte ideal, weil das Leben dort sehr bunt ist, es ist sehr laut, die Emotionalität der Italiener passt auch sehr gut.

In Ihrem Buch dreht sich sehr viel um Verlust, dennoch ist des hoffnungsvoll.
Ja, das verbindet die Figuren miteinander. Signor Martinelli beispielsweise hat seine Familie verloren und kann sie nicht loslassen und ist insofern Gefangener seiner eigenen Vergangenheit, da er seine Familie sieht, obwohl sie gar nicht mehr da ist. Laura wiederum hat ihren Vater verloren und wollte eigentlich ihr Leben beenden. Jeder hat den Verlust oder das Leben auf ganz eigene Art und Weise kennengelernt und wollte es wieder loslassen. Man muss lernen loszulassen und sich nicht an Dinge zu klammern, um wieder glücklich werden zu können. Man muss sich auf das Wesentliche konzentrieren und nicht nur ferngesteuert durch das Leben rennen und dem Glück hinterherlaufen. Ich habe versucht, neue Ansätze zu finden, um die Dinge akzeptieren zu können, wie sie sind. Im Buch habe ich es die "Polarisierung der Gegensätzlichkeiten" genannt. Es gibt dunkel und hell, gut und schlecht, Schatten und Sonne, das ist einfach das Yin und Yang, der Rhythmus des Lebens und dadurch bleibt alles in Bewegung. Das muss man akzeptieren. In dem Moment, in dem man Dinge so sieht und akzeptiert, wie sie sind, werden sie auch leichter.

In Ihrem Buch steckt sehr viel Persönliches. War das von Beginn an so gewollt oder ist das während des Schreibprozesses passiert?
Es ist beim Schreiben passiert. Ich habe gemerkt, dass ich während des Schreibens auch viele Türen aufmachen konnte, die ich als eine Art Schutzmechanismus bisher geschlossen gehalten habe. Der Schmerz, die Trauer, die Angst, die einen hemmt - diese Türen habe ich aufgemacht. Ich bin auch durch harte Phasen gegangen, habe Schicksalsschläge erlebt. Da steht man oft am Scheideweg: Steht man auf oder bleibt man einfach liegen? Ich habe versucht, durch meine Erlebnisse und Erkenntnisse anderen mit diesem Buch ein bisschen zu helfen. Ich versuche nicht, die Dinge schön zu reden und den Leuten durch eine Taschenbuch-Philosophie zu sagen "Alles wird gut". Man darf natürlich nicht kapitulieren, man muss sich dem Leben stellen und sollte die Konfrontation suchen anstatt sich zu verstecken. Das ist ganz wichtig, um frei zu sein von all dem, das einen blockiert. Man muss tausend kleine Tode sterben, um irgendwann bereit zu sein, zu leben. Man darf aber keine Angst haben vor diesem Sterben, sonst vergisst man, zu leben.

»Man muss tausend kleine Tode sterben, um irgendwann bereit zu sein, zu leben«
© imago/Overstreet Hardy Krüger jr. bei der Präsentation seines Buchs in München

Sie haben Ihre Schicksalsschläge angesprochen. Im Jahr 2011 starb ihr Sohn Paul-Luca im Alter von nur acht Monaten an plötzlichem Kindstod. Sie sind damit sehr offen umgegangen, was für andere betroffene Eltern womöglich hilfreich war. Haben Sie in dieser Hinsicht eine Art "Vorbildwirkung"?
Als das passierte, hat eine Seelenfürsorge versucht, meiner Ex-Frau Katrin und mir zu helfen, aber sie kamen einfach nicht an uns ran. Sie kamen mit einer Hilfestellung, die wir in dem Moment einfach nicht akzeptieren konnten. Später lernte ich in Hamburg, als ich Theater spielte, die "Organisation für verwitwete Eltern und Geschwister" kennen, zu der Eltern und Paare hingehen können, die gerade dieses Schicksal durchmachen. Dort konnte man mit Menschen reden, die dasselbe erlebt haben, die wissen, wie es einem geht. Das hat mir zuvor total gefehlt, da ich einfach mit niemandem darüber reden konnte. Man hat gemerkt, dass viele aus dem Freundeskreis auf einmal verschwinden, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Man selbst steht da und weiß auch nicht, wie man damit umgehen soll. Es ist ein Tabuthema, über das kein Mensch reden will, denn die einen sind darin gefangen und die anderen wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Mir persönlich hat es sehr geholfen, ganz offen darüber zu sprechen, um zu reflektieren und herauszufinden, wie man in Zukunft damit leben kann. Ich habe gemerkt, dass es viele Betroffene gibt, die nicht mit ihren Kindern leben können. Ich habe unheimlich viele E-Mails von Menschen bekommen, denen es ebenfalls passiert ist und die meine Hilfe benötigt oder mir ihre Geschichte erzählt haben. Manchmal reicht es einfach, zuzuhören. Wenn man selbst betroffen ist, kann man aber ganz anders damit umgehen und manchmal doch ein bisschen helfen.

»Als ich das Buch beendet hatte, ist Alice aufgetaucht und das, was ich geschrieben hatte, ist dann tatsächlich eingetroffen«

Den Romantitel "Der leise Ruf des Schmetterlings" hat Hardy Krüger jr. sorgfältig ausgewählt. Er verbindet ihn mit seinem verstorbenen Sohn. Während der Beerdigung des Buben flatterten plötzlich Schmetterlinge um den trauernden Vater herum. Für ihn war dies ein Zeichen, dass Paul-Luca in gewisser Weise immer noch da ist. Die Metapher der Verwandlung von der Raupe zum Schmetterling verwendete Krüger daher auch für seinen Roman. Der Protagonist David verliebt sich darin in Laura, die als Schmetterling bezeichnet wird. Hier war das Buch dem echten Leben einen Schritt voraus. "Das ist ganz lustig. Als ich das Buch beendet hatte und als es mehr oder weniger schon im Druck war, ist Alice aufgetaucht und das, was ich geschrieben hatte, ist dann tatsächlich eingetroffen", erzählt der Schauspieler.

Ende letzten Jahres wurde ihre Beziehung zu ihrer Presseagentin Alice öffentlich, im Jänner gab es die Verlobung, im April die Hochzeit. Wie lange kennen Sie sich schon?
Wir sind uns vor dreieinhalb Jahren auf einem Event in Berlin das erste Mal begegnet und haben uns danach aus den Augen verloren. Ende letzten Jahres haben wir uns wieder getroffen, ich habe gerade ein Team aufgebaut, um eine Firma zu gründen und neue Projekte an den Start zu bringen. Ich habe Alice gefragt, ob sie Lust hätte, zu diesem Team dazuzustoßen und so haben wir angefangen, miteinander zu arbeiten. Das war ganz lustig, denn wir lachen beide sehr viel und können uns selber oft nicht so wirklich ernst nehmen. Dadurch ist es sehr leicht und doch sehr kreativ. Wir ergänzen uns auch sehr gut, denn ich bin der künstlerische Chaot und sie ist sehr strukturiert. Wir waren ein super Team, konnten gut zusammenarbeiten und alles hat sich so leicht und schön angefühlt. Wir haben gesagt: "So müsste man sich eigentlich fühlen, wenn man mit jemand zusammen ist." Ja, und dann haben wir gemerkt, dass es genau das ist, das wir beide immer gesucht, aber nicht gefunden haben. Und so ist dann aus einer kreativen Arbeitssituation Liebe geworden.

© imago/Overstreet Alice und Hardy Krüger jr. haben im April geheiratet

Kürzlich hat nach wenigen Monaten Beziehung die Hochzeit stattgefunden. Sie haben offenbar schnell gewusst, dass Alice die Richtige ist?
Ja, das ist sehr schnell gegangen. Gut, wir haben natürlich auch gesagt, wir wüssten, wie es nicht funktioniert, und wir wissen, was wir wollen, warum sollten wir also noch großartig warten? Eigentlich gibt es keinen Grund zu warten und letztendlich sollte man heutzutage nur aus einem Grund heiraten, nämlich aus romantischen Gründen, sonst macht das gar keinen Sinn.

Sie waren zuvor bereits zweimal verheiratet, ihre Frau dreimal. Ehe und verheiratet zu sein ist Ihnen offenbar sehr wichtig?
Es ist einfach ein schönes Gefühl und für mich, gerade wenn man Kinder hat, sind es auch – auch wenn es jetzt oldschool klingt – die guten Werte, die ein bisschen verloren gegangen sind. Wenn man, wie wir jetzt, sieben Kinder hat, lebt man diesen natürlich auch etwas vor, das sie im besten Fall gestärkt in ihr eigenes Leben mitnehmen. Klar, wir leben im 21. Jahrhundert, aber für mich ist es eine Sache, die ich schön finde und die sicherlich auch für junge Menschen erstrebenswert ist. Es zeigt auch ein gewisses Verantwortungsgefühl, man bekennt sich zueinander, ist eine Familie und diese Familie ist heutzutage wichtiger denn je.

Bei Ihrer Hochzeit war unter anderem Ihre Ex-Frau Katrin zu Gast. Das ist nach einer Trennung nicht selbstverständlich. Was ist Ihr Geheimrezept dafür, dass das vielzitierte Patchwork bei Ihnen so gut funktioniert?
Es waren alle Ex-Partner da, auch von Alice. Meine erste Frau Petra war auch da. Es waren alle Ex-Partner und Kinder da, das war wunderschön. Natürlich müssen das auch alle wollen, es reicht nicht, dass es ein Teil so will, das müssen alle wollen. Ansonsten wäre so eine Patchwork-Familie nicht möglich, denn jeder muss seiner Arbeit nachgehen, Geld verdienen und manchmal muss man eben zwei Schritte zurückgehen, damit der Partner oder Ex-Partner ein paar Schritte nach vorne machen kann und umgekehrt. Das ist ganz wichtig. Aber das funktioniert bei vielen Menschen nicht, weil sich jeder selbst zu wichtig nimmt und nur an sich denkt. Da haben wir Glück, denn auch wenn das mit den Ex-Partnern nicht so funktioniert hat, wie wir uns das vorgestellt haben, sind wir erwachsene Menschen, die aufeinander zugehen und sich einig sind, dass jeder das Recht hat zu versuchen, glücklich zu werden und neu anzufangen. Das heißt nicht, dass man den anderen aus seinem Leben verbannt, denn man hat ja auch Kinder miteinander und für die ist es ganz wichtig, dass die Eltern trotzdem noch da sind. Sie haben jetzt einfach noch mehr Brüder und Schwestern, was für Kinder einfach toll ist. Man sollte das große Ganze sehen in der Verantwortung den Kindern gegenüber, da muss man sich manchmal mit seinem eigenen Ego ein bisschen zurücknehmen. Das tun bei uns alle und das ist der Grund, warum es auch funktioniert.

© imago/Spöttel Picture Hardy Krüger jr. mit seiner Ex-Frau Katrin

Ist eine weitere Vergrößerung der Familie vorstellbar?
Ich glaube, die wird definitiv größer, ohne dass wir großartig etwas dazu tun müssen. Es werden Enkelkinder kommen und da haben wir dann auch viel zu tun, denke ich. Wir nehmen uns jetzt ein bisschen Zeit für uns und freuen uns dann, wenn die Enkelkinder auch mal da sind. Bei sieben Kindern kann man sich ja vorstellen, dass da noch einiges auf uns zukommt.

»Wir haben eine halbe Fußballmannschaft, das reicht dann auch«

Ein gemeinsames Kind ist also nicht geplant?
Wir haben da genug von. Wir haben ganz tolle Kinder, die verstehen sich auch alle wunderbar und das zu realisieren braucht sowieso viel Zeit. Wenn wir jetzt noch zusätzlich eine eigene Familie planen, haben wir überhaupt keine Zeit mehr – weder für die Kinder noch für uns. Ich meine, wie viele Kinder sollte man denn haben? Wir haben jetzt sowieso schon eine halbe Fußballmannschaft, das reicht dann auch.

Ihre Ex-Frau Katrin ist Österreicherin, wegen ihr sind Sie hierher gezogen. Wo ist denn jetzt Ihr Lebensmittelpunkt?
Der ist nach wie vor in Oberösterreich, weil meine Töchter hier in die Schule gehen. Vielleicht wird sich das in nächster Zeit ändern, da muss man relativ flexibel sein. Die Ex-Partner haben auch wieder Partner und die haben auch einen Lebensplan, da muss man sehen, wie man alles so organisiert, dass das für jeden passt. Aber wir fühlen uns sehr wohl hier.

Im Buch wird auch Davids - nicht immer gute - Beziehung zu seinem Vater thematisiert. Wie sieht die Vater-Sohn-Beziehung im echten Leben aus?
Natürlich wünscht sich jedes Kind, dass der Vater immer da ist, aber das ist in den seltensten Fällen wirklich so. Jeder meint, es müsse anstrengend sein, mit so einem Vater ... Also ganz ehrlich, wenn mein Vater Arzt wäre, der immer Schicht hat, dann sehe ich ihn mindestens genauso wenig wie meinen Vater, der Filme gedreht hat. Wenn man es in dieser Relation sieht, ist es sicherlich nicht viel anders als bei anderen Kindern, nur dass man eben in der Öffentlichkeit steht und die Menschen immer ganz gerne mit dem Finger auf uns zeigen und sagen: "Oh, guck mal, der muss viel arbeiten und ist wahrscheinlich selten zuhause." Ich musste in den Anfangsjahren auch sehr viel arbeiten, um meine Familie ernähren zu können. Mein Vater hat selber gesagt, dass er sich eher für die Karriere als für die Familie entschieden hat. Ich bin den Weg der Familie gegangen und wollte das aufbauen, das ich selber nie hatte. Deswegen ist Familie für mich unheimlich wichtig, es erdet mich, gibt mir Halt, motiviert und inspiriert mich. Es gibt nichts Schöneres, als Kinderlachen um sich herum zu haben, das macht mich total glücklich. Aber jeder Mensch ist natürlich sein eigener Herr und kann leben, wie er es für richtig hält. Mein Vater hat sich für ein Leben mit seiner Frau Anita entschieden und die beiden wollten kein kinderreiches Leben führen, sondern waren sich selbst genug. Sie haben sich der Karriere meines Vaters gewidmet und sind damit sehr glücklich.

»Mein Vater hat sich für die Karriere entschieden, ich mich für die Familie«
© imago/Future Image Hardy Krügers Vater mit seiner Frau Anita

David, der Protagonist Ihres Buches, hatte nach Schicksalsschlägen mit Alkohol zu kämpfen. Schreiben Sie hier aus eigener Erfahrung?
Ich wollte über das Leben schreiben. Und im Leben gibt es auch Phasen, die schwer zu überstehen sind. Wenn man sich die heutige Gesellschaft ansieht, ignorieren viele das Problem Alkohol komplett. Das ist eine Gesellschaftsdroge, die wir total unterschätzen. Es ist ein Thema, das ich ansprechen wollte, um davor zu warnen und den Lesern zu sagen, dass das eine Einbahnstraße ist, die ganz schlimm enden kann, wenn man nicht aufpasst. Man darf das nicht unterschätzen und sagen: "Komm, jetzt trinken wir einen und dann wird das schon wieder besser." Das wird so nie besser werden. Gerade in Österreich wird extrem viel getrunken. Und ich sehe auch, wie viele junge Menschen schon ein großes Problem haben. Wir klammern uns oft an Dinge, zum Beispiel auch an Alkohol, um das Gefühl zu haben, nicht allein zu sein. Im Grunde genommen muss man das aber mit sich allein ausmachen. Wenn man mit sich selbst glücklich ist, kann man dieses Glück auch mit jemandem teilen.

Zuletzt war auch viel über Ihre Stalkerin, die behauptet, Ihre Freundin zu sein, zu lesen. Wie gehen Sie damit um? Wie sehr belastet Sie diese Geschichte?
Das nimmt einem einfach sehr, sehr viel Raum und kostet Nerven. Es gibt nur ein Selfie, wie man das eben so macht, wenn man auf der Bühne steht und die Leute ein Foto wollen. Das ist eine Wiederholungstäterin, das muss man auch mal sagen. Die hat das schon mehrfach gemacht, unter anderem bei zwei Wirtschaftsleuten. In Bayern kennt man die schon. Das scheint wohl ein Hobby von ihr zu sein. Aber man kann sich gar nicht vorstellen, was das für eine Belastung ist. Es ist ein Tabuthema, keiner will darüber reden, aber wir haben den Stein ein bisschen ins Rollen gebracht. Es sind viele Menschen von so etwas betroffen, von denen wir das überhaupt nicht wissen. Man darf diesen Menschen keine Grundlage mehr geben, sich dermaßen in das Leben anderer Leute reinzuschummeln. Oftmals sind Stalker auch dafür verantwortlich, dass Beziehungen in die Brüche gehen, dass Kinder deswegen leiden. Man sollte offen darüber reden, damit man auch von Gesetzes wegen mehr Persönlichkeitsrechte erhält, dass die Privatsphäre und die Kinder besser geschützt sind. Derzeit ist man Stalkern komplett ausgeliefert. Wir sind auch gezwungen, zusätzliche Sicherheitsleute zu engagieren. Das ist sehr bedauerlich, aber das sind Menschen, die einfach krank sind.

© imago/Overstreet Stalkerin Leily tauchte auch bei Krügers Buchpräsentation in München auf

Die erste Auflage Ihres Buches ist bereits vergriffen. Hätten Sie mit dem großen Erfolg gerechnet?
Das war ein Erfolg, mit dem wir so schnell nicht gerechnet haben, aber ich freue mich natürlich riesig darüber. Irgendwie haben diese Figuren nicht aufgehört, mit mir zu reden und eigentlich ist diese Geschichte noch nicht vorbei. Durch die vielen Reaktionen auf den Blog und jener Menschen, die zu den Lesungen kommen, habe ich das Gefühl, sie wollen wissen, wie diese Geschichte weitergeht. Denn jetzt fängt das ganze Leben erst richtig an, es gibt noch so viel zu erzählen und deswegen muss es einfach einen zweiten Teil geben. Er ist schon in Arbeit und wird, wenn alles gut geht, im Herbst, wahrscheinlicher aber im Frühjahr nächsten Jahres herauskommen.

Das Buch

© Giger Verlag

Hardy Krüger jr.
Der leise Ruf des Schmetterlings
Eine Erzählung über Liebe, Verlust
und die Kraft des Augenblicks
Giger Verlag
300 Seiten
ISBN: 978-3906872544

Am Mittwoch, dem 18. April, liest Hardy Krüger jr. um 19 Uhr in der Thalia-Filiale auf der Wiener Mariahilferstraße aus seinem Buch.