10 Jahre nach Unterwegers Tod: Bianca Mrak rechnet mit dem Frauenmörder ab!

„hiJACKed“: Wie die Schülerin dem Serienmörder verfiel - NEWS bringt exklusiv Auszüge aus dem neuen Buch.

10 Jahre nach Unterwegers Tod: Bianca Mrak rechnet mit dem Frauenmörder ab!

Sie war erst 18, als sie Jack Unterweger verfiel. Zehn Jahre nach seinem Tod hat Bianca Mrak nun ein Buch über ihre fatale Beziehung zu dem Frauenmörder geschrieben. NEWS bringt exklusiv die Auszüge.

Als Bianca Mrak Jack Unterweger im Herbst 1991 zum ersten Mal sah, war sie 18 - und Schülerin. „Und ich wusste“, sagt die mittlerweile 31-Jährige, „nichts über ihn…“

Nicht, dass er mit 24 einen Frauenmord begangen hatte; nicht, dass er 1974 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. „Aber schon bei unserem ersten Gespräch machte er seine ,Beichte' - und berichtete mir auch gleich von seiner Begnadigung. Und von seiner tollen Karriere als Schriftsteller…“

Verhängnisvolle Beziehung

„Wirklich beeindruckt“, behauptet Bianca Mrak, sei sie (zunächst) von dieser „Story“ nicht gewesen, genauso wenig wie von dem „alten Mann", der sie erzählte. Trotzdem: Ein paar Wochen später wurden die beiden ein Liebespaar, „und für mich begann ein neues Leben“. In dem nur noch - Jack Unterweger wichtig war.

Ihm zuliebe brach Bianca mit ihren Freunden und der Familie; ihm zuliebe hängte sie die Schule an den Nagel; ihm zuliebe begann sie in Nachtklubs zu arbeiten. „Weil ich Jack“, resümiert sie heute, „verfallen gewesen bin…“

Die irre Flucht

Darum „begleitete“ sie ihn sogar bei seiner Flucht in die USA - als Anfang 1992 gegen ihn Haftbefehl wegen des Verdachts des elffachen Prostituiertenmordes erlassen wurde: „Ob er schuldig ist oder nicht - darüber dachte ich nicht nach…“

„Medienstar Bianca“

Unterwegers Festnahme erfolgte am 27. Februar in Miami. „Und ich“, erinnert sich Bianca Mrak, „wurde von der Polizei zurück nach Wien gebracht.“ Ohne zu ahnen, welches Medienspektakel sie hier erwarten würde. Ein Interview folgte dem anderen…

„So vieles ist über mich geschrieben worden“, sagt sie jetzt, „so vieles, von dem ich nicht einmal selbst wusste, ob es wahr oder falsch ist. Längst hatte ich ja jeden Bezug zur Realität verloren.“

„Ein neues Leben.“

Der kam erst viel später wieder, „denn sogar nach Jacks Tod schaffte ich es noch lange nicht, mich aus dem Strudel, in den ich durch ihn geraten war, zu befreien". Mittlerweile, so Bianca Mrak, sei ihr das gelungen: „Ich habe endlich zu mir gefunden." Und mit der Vergangenheit abgeschlossen.

Indem sie ein Buch über ihre Beziehung zu Jack Unterweger schrieb: „hiJACKed“ - so der bezeichnende Titel - ist ab der kommenden Woche erhältlich. NEWS bringt vorab exklusiv einige Auszüge daraus:

Erster Kontakt: „Was will der Lustgreis?“

Wenige Tage nach meinem 18. Geburtstag verschwand ich Freitagabend wieder gen Take Five. Ich saß an der Bar und war mittlerweile bei meinem dritten Gin Tonic angelangt, als mir plötzlich ein kleiner alter Mann quer über die Bar zuprostete. Was will der Lustgreis von mir? Der geht ja nicht mal als Sitzriese durch.

Er prostete mir bei jedem Blickkontakt zu, und langsam ging mir das ein wenig auf die Nerven. Auf der anderen Seite fühlte ich mich geschmeichelt. Und nach einigen erfolglosen Einladungen seinerseits setzte ich mich schlussendlich neben ihn an die andere Seite der Bar. Mir war noch nicht klar, dass dieses Gespräch mein gesamtes weiteres Leben beeinflussen würde.

„Schicksals-Date“: „Er konnte gut zuhören…“

Ich überlegte lange, ob ich Jack anrufen sollte oder nicht. Auf der einen Seite interessierte mich natürlich sein Leben, auf der anderen Seite konnte er auch richtig zuhören!

Ich rief ihn Mitte der Woche an und vereinbarte ein Treffen bei der Hauptbibliothek in der Skodagasse. Pünktlich und wie bestellt wartete er in einem furchtbar komischen Outfit auf mich. Schwarzer Ledermantel, Schlangenlederimitat-Cowboystiefel, enge Hose, enges T-Shirt und Schmuck, den sich normalerweise nur Strizzis umhängen würden! Der Typ sah aus, als wäre er einem schlechten Siebziger-B-Movie entsprungen! Wir gingen ins Café Florianihof, sein Stammlokal, wo wir uns die weiteren Stunden recht angeregt unterhielten.

Nach einer Weile bot er mir an, bei ihm zu wohnen. Und dämlich, wie ich damals eben war, nahm ich das Angebot, ohne allzu viel zu überlegen, an.

Weitere Auszüge aus "hiJACKed" von Bianca Mrak lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!