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Wie man einen Internet-Troll abschüttelt

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Aktualisiert
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4 min
Mit der richtigen Strategie sollte man aktiv gegen Trolle vorgehen
©APA, dpa, gms, Zacharie Scheurer
Es gibt sie nicht nur in Märchen und Zeichentrickfilmen. Auch in Online-Foren oder auf Social-Media-Plattformen treiben mitunter Trolle ihr Unwesen und wollen Menschen, Organisationen oder Unternehmen verunglimpfen.

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Was sollte man rund um Internet-Trolle wissen? Und wie können Betroffene diese ungebetenen Zeitgenossen wieder loswerden? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

"Unter einem Internet-Troll versteht man eine Person, die absichtlich provokante, beleidigende oder irreführende Kommentare in Online-Foren oder in Sozialen Medien postet", erklärt Konstantin Peveling, Social-Media-Experte beim IT-Branchenverband Bitkom. In aller Regel agierten Internet-Trolle anonym und nicht unter ihrem Klarnamen.

"Hinter einem Internet-Troll können sich aber auch algorithmenbasierte Programme – also Bots – verbergen, die automatisiert Falschinformationen verbreiten", sagt der Rechtsanwalt Philipp Kühn.

Neben gezielten Provokationen und der bewussten Verbreitung von Falschinformationen können das auch direkte persönliche Angriffe sein. "Ein Troll argumentiert meist unsachlich bis polemisch, er weicht Fragen aus und provoziert bewusst, häufig auch mit rassistischen und sexistischen Ressentiments", sagt Peveling.

Accounts, die noch nicht lange existieren, seltsame Profilbilder und thematisch auffällige Posts können Indizien sein. Ein Klick aufs und ein Blick in das jeweilige Profil verraten, wie lange es dieses schon gibt, ob das Foto des vermeintlich hinter dem Account stehenden Menschen authentisch wirkt und welche Inhalte bislang schon gepostet wurden.

"Einen möglichen Bot kann man daran erkennen, dass im Fall einer Interaktion die Antwort des vermeintlichen Users auf die Reaktion eines echten Users nicht passt", sagt Kühn. Oft seien Postings, die von einem Bot stammen, auch sprachlich unzureichend – etwa weil die dahinterstehenden Akteure die jeweilige Landessprache nicht beherrschten.

Eine Option: "Do not feed the troll", zu Deutsch also "Füttere den Troll nicht." Heißt: "Man sollte auf die Provokationen nicht eingehen und sie ignorieren", erklärt Peveling. Reaktionen würden nur weitere Aufmerksamkeit schüren – und das will man ja vermeiden.

Wer sich trotzdem veranlasst sieht, auf einen Troll zu reagieren, sollte das ruhig und sachlich tun. Beispielsweise kann man ihn freundlich darauf aufmerksam machen, dass er sich doch bitte an die Diskussionsregeln halten soll.

"Ignoriert der Troll diesen Hinweis und setzt seine Provokationen und/oder Beleidigungen fort, sollte man die Vorfälle dem Plattformbetreiber melden", rät Philipp Kühn. In den meisten Sozialen Netzwerken gibt es Buttons, über die man problematische Nutzer melden und blockieren lassen kann. Auch kann man Provokationen und/oder Beleidigungen löschen lassen. So verschwindet der Troll aus dem eigenen Online-Umfeld.

Beleidigungen oder Diffamierungen sind grundsätzlich strafbar. Betroffene können dann Screenshots als Beweise anfertigen und eine Strafanzeige bei der Polizei stellen. Agiert der Troll anonym, ist es möglich, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen.

"Klar sein muss allerdings auch, dass der Troll in vielen Fällen nicht gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden kann", sagt Strafverteidiger Philipp Külz. Denn oft agieren Trolle anonym und hätten auch beim Plattformbetreiber falsche Daten zur eigenen Person hinterlegt. Bei Bots sind die Chancen ebenfalls gering, dem wahren Urheber problematischer Postings auf die Spur zu kommen.

BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Zacharie Scheurer/Zacharie Scheurer

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