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"Dies ist die erste globale Analyse, die aufzeigt, wie hoch das Krebsrisiko durch vermeidbare Ursachen ist", sagt Co-Autor André Ilbawi, Leiter des Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Krebsbekämpfung. Neu im Vergleich zu ähnlichen Studien für einzelne Länder und Weltregionen ist zudem die Aufnahme von Infektionen als Krebsursache.
Am bekanntesten sind hier Gebärmutterhalskrebs, der vor allem durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst wird, und Magenkrebs, verursacht häufig durch das Bakterium Helicobacter pylori. Die Forscher nutzten weltweite Datenbanken, um die Krebsneuerkrankungen 2022 mit womöglich auslösenden Faktoren in Verbindung zu bringen.
Die Studienautoren verwendeten ausschließlich Risikofaktoren mit einem nachgewiesenen ursächlichen Zusammenhang mit Krebs, bei denen es außerdem zuverlässige Daten dazu gibt, wie sehr die Bevölkerung eines Landes ihnen ausgesetzt ist. Neben verhaltensbedingten Risiken wie Rauchen betrachteten sie auch Umweltaspekte wie etwa Luftverschmutzung und berufsbedingte Risiken. Auf dieser Basis kamen die Wissenschafter zu dem Ergebnis, dass von den weltweit insgesamt 18,7 Millionen Krebsneuerkrankungen im Jahr 2022 gut 7 Millionen vermeidbar gewesen wären, wenn Risiken verringert oder beseitigt worden wären.
Die Risiken sind nach Weltregion und Geschlecht ungleich verteilt. Bei Frauen sind in Afrika südlich der Sahara 38 Prozent aller Krebsfälle vermeidbar, in Nordafrika und Westasien dagegen nur knapp 25 Prozent. Häufigste Ursache bei den vermeidbaren Krebserkrankungen sind in großen Teilen Afrikas und Asiens Infektionen. In Europa, Australien, USA und Kanada herrscht hingegen Rauchen als wichtiger Risikofaktor vor. Bei Männern ist der Anteil vermeidbarer Krebsfälle in Ostasien mit gut 57 Prozent am höchsten und in Lateinamerika und der Karibik mit etwa 28 Prozent am niedrigsten.
"Die Bekämpfung dieser vermeidbaren Ursachen stellt eine der wirksamsten Möglichkeiten dar, die globale Krebslast zu reduzieren", sagt Studienleiterin Soerjomataram. Denn die weltweiten Krebsstatistiken der WHO deuten darauf hin, dass beim Fortsetzen aktueller Trends die Zahl der Krebsneuerkrankungen bis 2040 um 50 Prozent steigen könnte. "Durch die Untersuchung von Mustern in verschiedenen Ländern und Bevölkerungsgruppen können wir Regierungen und Einzelpersonen präzisere Informationen bereitstellen, um viele Krebsfälle von vornherein zu verhindern", betont Ilbawi.
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