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Die ersten Menschen erreichten vor mehr als 3.000 Jahren im Westen Mikronesiens gelegene Inselgruppen wie die Marianen oder Palau, schreiben die Forscher um den Genetiker David Reich von der Harvard University und den Anthropologen Ron Pinhasi von der Universität Wien in ihrer Arbeit. Es sei dies eines der frühesten Ereignisse bei der Ausbreitung der Menschen im westlichen Teil Ozeaniens gewesen. Das Wissen über die ursprüngliche Herkunft der Palauer - das mehr als 350 Inseln umfassende Land zählt heute rund 20.000 Einwohner - war bisher allerdings lückenhaft.
Um diese Lücke zu schließen, hat das Forschungsteam alte DNA von 21 Skeletten aus vier archäologischen Fundstätten auf Palau untersucht, die zwischen 2.900 und 500 Jahre alt sind. Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter zeigten, dass die frühesten Bewohner Palaus - ebenso wie die heutigen Palauer - zu etwa 60 Prozent ostasiatische und zu 40 Prozent papuanische Vorfahren haben. Als "papuanisch" bezeichnen die Forscher dabei Personen, deren Vorfahren hauptsächlich von der Insel Neuguinea, dem Bismarck-Archipel und den Salomonen stammen.
Die von den ältesten Individuen entnommene Erbsubstanz belegte zudem, dass die starke Vermischung zwischen "Papuanern" und Ostasiaten vor der ersten Besiedlung Palaus begann. Pinhasi bezeichnete dieses Ergebnis gegenüber der APA als "überraschend", weil man erwartet hatte, "dass die Vermischung mit papuanischen Vorfahren etwa zur gleichen Zeit stattfand wie bei den anderen Bewohnern der südwestpazifischen Inseln".
Jedenfalls unterscheidet sich die Vergangenheit der Palauer den Forschern zufolge vom sonst vorherrschenden Muster im südwestpazifischen Raum, das sich an untersuchten Individuen der Lapita-Kultur von drei verschiedenen Inseln zeigte. Diese hatten fast ausschließlich ostasiatische Vorfahren und eine starke Vermischung mit "Papuanern" war bei ihnen erst Hunderte Jahre später zu beobachten. Jedenfalls belegt die Studie für die Bewohner Palaus die längste genetische Kontinuität der Bevölkerung auf den südwestpazifischen Inseln.
(SERVICE - https://doi.org/10.1016/j.cell.2026.02.011 )
APAHEF05 - 04062009 - WIEN - OESTERREICH: ZU APA-TEXT CI -THEMENBILD - Ein DNA-Probenroehrchen in einer Halterung, aufgenommen in einem Labor in Wien am Montag, 28.April 2008. APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER
