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Ein Team um Erwin Wagner von der Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinischen Universität Wien untersuchte bei Mäusen mit Psoriasis-ähnlichen Entzündungen die Entstehung einer häufigen Hautkrebsart (kutanes Plattenepithelkarzinom). Die Forscher beobachteten, dass das Tumorwachstum in stark entzündeten Hautarealen deutlich gehemmt war, heißt es in einer Aussendung.
Sie fanden heraus, dass bestimmte kugelförmige Zellen des menschlichen Immunsystems (neutrophile Granulozyten) in der von Psoriasis heimgesuchten Haut viel häufiger sind. Diese Zellen lösten bei den Hautzellen "Seneszenz" (von lateinisch senescere = alt werden) aus, und sie hörten darum dauerhaft auf, sich zu teilen. "Dieser Mechanismus kann unkontrolliertes Zellwachstum und damit auch Tumorbildung bremsen", so die Forscher.
Bisher glaubte man, dass Entzündungen immer und überall das Krebsrisiko erhöht. "Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass Entzündungsreaktionen nicht grundsätzlich tumorfördernd wirken müssen", so Wagner: "Je nach Zusammensetzung der Immunantwort können sie auch Prozesse aktivieren, die das Tumorwachstum bremsen."
(SERVICE: https://doi.org/10.1073/pnas.2536378123 )
ARCHIV - 25.06.2008, Bayern, Buchloe: Ab einem Alter von 35 Jahren haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. (zu dpa: «Mehr Hautkrebs-Fälle: Versicherung mahnt Vorsorge an») Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.
