News Logo
ABO

SPÖ: Was Kern kann – und was nicht

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Artikelbild

Christian Kern

©APA-Images / APA / Georg Hochmuth

Miserable Umfragewerte für die SPÖ befeuern Spekulationen über ein Comeback ihres Ex-Chefs. Allerdings: Heute wäre es noch schwieriger für ihn, sich zu behaupten als 2016/2017.

Analyse der Woche

Was Sebastian Kurz für die ÖVP ist, ist Christian Kern für die SPÖ: Ein ehemaliger Kanzler und Parteivorsitzender, der nicht ganz weg ist. Der sich noch immer gerne zum politischen Geschehen äußert und manchen sogar als letzte Hoffnung gilt – insofern jedenfalls, als sie nur ihm zutrauen, die Partei wieder nach vorne zu bringen.

Wie die ÖVP unter Führung von Kanzler Christian Stocker, hält die SPÖ von Vizekanzler Andreas Babler in Umfragen keine 20 Prozent mehr. Es wirkt aussichtslos. Würde es ihnen mit Kurz bzw. Kern jedoch besser gehen? Nur weil es das in der Vergangenheit einmal getan hat, ist das alles andere als sicher. Die Sympathiewerte von Kurz etwa sind deutlich schlechter geworden.

Neuausrichtung der Sozialdemokratie

Hier geht es jedoch vor allem um die SPÖ und Christian Kern: Was er nach Übernahme des Parteivorsitzes 2016 geschafft hat, ist eine Neuausrichtung der Sozialdemokratie. Das hat sich bei der Nationalratswahl 2017 bemerkbar gemacht: Sie hat bei höher Gebildeten gewonnen, hat vor allem auf Kosten der Grünen zugelegt, gleichzeitig aber an die FPÖ verloren. Unterm Strich war es ein Nullsummenspiel, blieb es bei einem Stimmenanteil von 26,9 Prozent.

Heute wäre es schwierig für Kern, das zu wiederholen: Die Grünen sind ernst zu nehmende Konkurrenten und Herbert Kickl hat es geschafft, noch mehr Wähler zur FPÖ zu ziehen. Abgesehen davon gibt es weniger denn je eine Mitte-links-Mehrheit, womit er das Kanzleramt nur mit Unterstützung der ÖVP zurückerobern könnte, in der maßgebliche Kräfte wohl auch eine Koalition mit der FPÖ erwägen würden.

Wiener SPÖ als Zünglein an der Waage

Zunächst aber müsste er es erst schaffen, an die SPÖ-Spitze zu kommen: Babler denkt nicht daran, zu gehen. Er müsste sich also auf ein Duell mit diesem einlassen. Eine solche Abstimmung wiederum könnte er nur mithilfe der Wiener Genossen um Bürgermeister Michael Ludwig gewinnen. Sie sind jedoch überwiegend keine Anhänger von ihm, um es vorsichtig zu formulieren: Sie haben nicht vergessen, dass ihm „ihr“ Werner Faymann 2016 als Vorsitzender weichen musste und er dann zwei Jahre später alles stehen und liegen gelassen hat und zurückgetreten ist.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 01+02/2026 erschienen.

Kolumnen

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab 20,63€
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER