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Präsidentenwahl: Die SPÖ sucht das richtige Profil

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Johannes Huber

©Bild: Matt Observe

Viele ÖVP-, vor allem aber SPÖ-Anhänger haben bei der Bundespräsidenten-Wahl 2016 den Ex-Grünen-Chef unterstützt. Davon bleibt eine Erkenntnis, die zum Beispiel gegen Hans Niessl spricht.

Zweieinhalb Jahre sind es voraussichtlich bis zur nächsten Bundespräsidenten-Wahl. Umso bemerkenswerter, dass sich der ehemalige burgenländische Landeshauptmann (SPÖ) Hans Niessl selbst schon als Kandidat* ins Spiel gebracht hat – und wie er es getan hat: Er bezeichnete die eigene Partei unter Führung von Andreas Babler als „links-links“.

Damit, von ihr nominiert zu werden, rechnet er nicht. Und selbst wenn er sich mit Babler arrangierte, der im März auf einem Bundesparteitag aller Voraussicht nach als Vorsitzender bestätigt wird, ginge dieser ein erhebliches Risiko ein, auf ihn zu setzen. Gefragt ist aus sozialdemokratischer Sicht eher eine Person, die von ihrer Ausrichtung her mit dem amtierenden Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen vergleichbar ist. Also etwa der scheidende Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser, der sich eine Kandidatur offen lässt.

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 © Foresight

Niessl ist Vertreter einer rechten SPÖ. Sich gegen Freiheitliche rechts der Mitte durchzusetzen, ist jedoch schwer. Und zwar unabhängig davon, wer für sie bei der Präsidentschaftswahl in den Ring steigt: Auf diesem Feld wirkt die Partei unschlagbar. Sprich: Die SPÖ würde mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Niederlage erleiden.

Zweitens: Im Fall einer Stichwahl mit einem freiheitlichen Kandidaten, einer freiheitlichen Kandidatin würde es erst recht darauf ankommen, den Wählern auf der anderen Seite jemanden anzubieten, der sich klar unterscheidet – und dem Bürgerliche genauso ihrer Stimme geben können wie zum Beispiel Linke.

Siehe Bundespräsidenten-Wahl 2016: FPÖ-Mann Norbert Hofer machte sich unter anderem dadurch für viele unwählbar, dass er sich vorübergehend für ein EU-Austrittsreferendum aussprach. Umgekehrt machte sich Van der Bellen durch Bekenntnisse zu Europa, aber auch Heimat für die meisten dieser Leute wählbar. Es war Teil seines Erfolgs: Laut Sozialforschungsinstitut „Foresight“ schaffte er es, neben praktisch allen teilnehmenden Grünen-, 90 Prozent der SPÖ- und immerhin 55 Prozent der ÖVP-Anhänger für sich zu gewinnen.

 Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 08/2026 erschienen.

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