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Ukraine meldet russische Drohnenangriffe auf Energieanlagen

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Blick auf zerstörte Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt Kiew
©AFP, APA, GENYA SAVILOV
Bei russischen Drohnenangriffen sind in der Nacht auf Sonntag in der Ukraine erneut Energieanlagen beschädigt worden. In der südlichen Region Odessa waren daraufhin mehr als 29.000 Haushalte ohne Strom, wie der Gouverneur der Region und der Energieversorger DTEK mitteilten. Auch in der nördlichen Region Tschernihiw kam es zu Ausfällen. Davon seien 30.000 Haushalte betroffen, erklärte Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus.

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In der Region Odessa war Gouverneur Oleh Kiper zufolge vor allem die Hafenstadt Tschornomorsk im Visier der Angreifer. Dort seien auch Wohnhäuser und Verwaltungsgebäude beschädigt worden. Ein Mensch sei verletzt worden. Wegen des Stromausfalls würden wichtige Einrichtungen nun mit Generatoren betrieben.

Das ukrainische Militär teilte mit, Russland habe das Land über Nacht mit 142 Drohnen angegriffen. Die Luftabwehr habe 126 davon abgeschossen. Drohnen hätten jedoch an zehn Orten eingeschlagen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Russland hat seine Angriffe auf die ukrainische Energie- und Gasinfrastruktur in den vergangenen Wochen verstärkt. Die Ukraine wiederum griff russische Ölraffinerien an.

Der größte ukrainische Stromerzeuger DTEK teilte mit, vier seiner Anlagen seien in der Nacht attackiert worden. Russland beschießt seit Beginn seines umfassenden Angriffskrieges gegen die Ukraine vor 42 Monaten immer wieder die kritische Infrastruktur des Landes. Bei einem schweren russischen Angriff auf mehrere Regionen der Ukraine waren am Donnerstag in der Hauptstadt Kiew 25 Menschen getötet worden.

Die russische Luftwaffe fing nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 21 Drohnen aus der Ukraine ab. Elf Drohnen seien über der Region Wolgograd im Süden Russlands unschädlich gemacht worden, teilte das Moskauer Ministerium auf Telegram mit. Die übrigen Drohnen wurden demnach über den Regionen Rostow, Belgorod und Brjansk im Südwesten des Landes abgeschossen. Das Ministerium meldete aber nur die Zahl der abgefangenen, nicht die Gesamtzahl der auf das Land gerichteten Drohnen. Eine Stellungnahme aus Kiew dazu lag zunächst nicht vor.

An der Front im Osten der Ukraine verbuchen die russischen Streitkräfte nach eigenen Angaben kontinuierliche Geländegewinne. Die Ukraine stellte jedoch am Sonntag die jüngsten Erfolgsmeldungen dazu infrage. Den russischen Truppen sei es nicht gelungen, die vollständige Kontrolle über eine größere Stadt zu erlangen, hieß es in einer Erklärung des ukrainischen Generalstabs. Die von Russland vorgelegten Zahlen zu seiner Sommeroffensive seien "grob übertrieben". Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow hatte am Samstag erklärt, dass Russland seit März mehr als 3.500 Quadratkilometer und 149 Ortschaften erobert habe.

Nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj plant die Ukraine neue Angriffe tief in Russland. Nach einem Treffen mit General Olexandr Syrskyj schrieb Selenskyj auf der Plattform X, es seien auch neue, tiefgehende Angriffe geplant worden.

Der Kreml warf europäischen Mächten unterdessen vor, die Friedensbemühungen von US-Präsident Donald Trump in der Ukraine zu behindern. Russland werde seinen Einsatz fortsetzen, bis es echte Anzeichen für eine Friedensbereitschaft Kiews sehe, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die "europäische Kriegspartei" behindere die Bemühungen der USA und Russlands. Man sei zu einer politischen Lösung bereit, sehe aber kein Entgegenkommen der ukrainischen Führung.

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