von
Bei dem Unglück auf der Strecke Athen–Thessaloniki waren ein Intercity-Zug und ein Güterzug frontal zusammengestoßen. Die meisten Opfer waren junge Fahrgäste im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Hunderte Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.
Unmittelbar nach der Katastrophe trat der damalige Verkehrsminister zurück. Der zuständige Bahnhofsvorsteher räumte Fehler ein. In den Fokus rückten gravierende Defizite im griechischen Eisenbahnnetz, das seit Jahren als veraltet und unzureichend gesichert kritisiert wird.
Der Fall hat auch politische Dimensionen angenommen. Eine Ärztin, die ihre Tochter bei dem Unglück verloren hat, stellte wiederholt die Neutralität der Justiz infrage. Die Frau schließt die Gründung einer eigenen Partei im Kampf gegen "Korruption und Freunderlwirtschaft", nicht aus, wie sie sagt. Sie und andere Angehörige werfen der konservativen Regierung vor, wichtige Beweise vertuscht zu haben.
Populistische Parteien solidarisierten sich mit den Hinterbliebenen. Die Parteien teilen die Vorwürfe und versuchen, politisches Kapital aus dem Fall zu schlagen. Andere Angehörige distanzieren sich von der Kritik und betonen ihr Vertrauen in die Justiz.
In dem Verfahren werden mehr als 350 Zeugen erwartet. Rund 230 Menschen, darunter Angehörige der Opfer sowie Überlebende, treten als Nebenkläger auf. Beobachter rechnen mit einer Verfahrensdauer von Monaten, wenn nicht Jahren, wie der griechische Rundfunk (ERTNews) berichtete.
A woman writes the names of victims on the ground during a demonstration outside the Greek parliament, in Athens, on February 28, 2026, marking the third anniversary of the Tempi train crash that killed 57 people in 2023. Thousands of people across Greece will demonstrate on February 28, 2026, in solidarity with victims of the country's worst train tragedy, which claimed 57 lives in 2023 and rattled the government of Prime Minister Kyriakos Mitsotakis. (Photo by Angelos TZORTZINIS / AFP)






