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ESA-Ministerratskonferenz: 340 Millionen Euro für Europas Raumfahrtprogramm

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©Kleo Kraft

Der österreichische ESA-Beitrag steigt 2025 um 30 Prozent. Die Bundesregierung setzt damit neue Schwerpunkte in Forschung, Sicherheit und Quantenkommunikation – und stärkt zugleich die Position heimischer Betriebe im europäischen Raumfahrtsektor.

Österreich erhöht ESA-Zeichnung auf 340 Millionen Euro

Österreich hebt seinen Beitrag zur Europäischen Weltraumorganisation ESA deutlich an. Wie Minister Peter Hanke bei der ESA-Ministerratskonferenz am 26. und 27. November in Bremen bekanntgab, steigt das Zeichnungsvolumen von bisher 260 Millionen Euro auf 340 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von rund 30 Prozent.

„Angesichts der budgetären Herausforderungen ist ein Wachstum von mehr als 30 Prozent ein gewaltiger Sprung“, sagte Hanke. Die Mittel sollen gezielt österreichischen Unternehmen zugutekommen, die sich am europäischen Raumfahrtmarkt beteiligen.

Weltraum als wirtschaftlicher Faktor

Laut Ministerium hat der Raumfahrtsektor für Österreich inzwischen hohe wirtschaftliche Relevanz. Zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen sind in internationale Wertschöpfungsketten eingebunden. Österreich habe in einzelnen Bereichen „spezifische Kompetenzen und Technologieführerschaften aufgebaut“.

Ein Schwerpunkt der erhöhten Zeichnung liegt auf Bereichen wie cybersichere Quantenkommunikation, Echtzeitsysteme, Navigations- und Positionierungstechnologien sowie Antriebssysteme für Kleinsatelliten. Hanke betonte hierzu: „Mit einem bewusst gewählten Zeichnungsschwerpunkt will ich diese Position Österreichs weiter stärken.“

Resiliente Weltraum-Infrastruktur gewinnt an Bedeutung

Angesichts geopolitischer Unsicherheiten und hybrider Bedrohungen hebt Österreich die sicherheitspolitische Bedeutung von Weltrauminfrastruktur hervor. Zahlreiche kritische Systeme – von Stromnetzen über Verkehr bis zu Finanzmärkten – sind auf weltraumbasierte Dienste angewiesen.

„Wenn diese Systeme gestört oder manipuliert werden, gefährdet das die Handlungsfähigkeit unserer Staaten unmittelbar“, so Hanke. Die Zeichnung soll daher auch zur Entwicklung widerstandsfähiger europäischer Raumfahrtsysteme beitragen.

Forderung nach Reform der ESA-Finanzierung

Österreich fordert eine Weiterentwicklung der ESA-internen Mechanismen. Hanke spricht sich für einen „Clearingmechanismus“ im Wissenschaftsprogramm aus. Derzeit sei das Verhältnis zwischen Pflichtbeiträgen und Rückflüssen für kleinere Mitgliedstaaten unausgewogen.

Der Vorschlag lautet: Staaten, die überdurchschnittlich hohe Rückflüsse erzielen, sollen diese alle drei Jahre ausgleichen. „Ich werde den ESA-Generaldirektor bitten, einen entsprechenden Vorschlag auszuarbeiten“, sagte Hanke.

Breite Schwerpunkte der neuen österreichischen Zeichnung

Der österreichische Fokus im ESA-Programm umfasst unter anderem:

  • Resilienz durch Erdbeobachtung und sichere Kommunikation

  • Ausbau der Quantenkommunikation

  • Elektronische Echtzeitsysteme für Satellitenkonstellationen und Exploration

  • Modulare Navigations- und Zeitdienste

  • Neue Antriebssysteme für den Weltraumtransport

  • Kommerzialisierung von Startdiensten

  • Ausbau des Vienna Space Hub

Laut Ministerium sollen diese Bereiche Wachstum und Beschäftigung in Österreich weiter fördern.

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BM für für Innovation, Mobilität und Infrastruktur Peter Hanke gemeinsam mit Astronauten der ESA

 © Kleo Kraft

Raumfahrtsektor mit überdurchschnittlicher Wertschöpfung

Eine Studie des Instituts Economica zeigt, dass die österreichische Weltraumwirtschaft seit Jahren wächst:

  • Bruttowertschöpfung 2024: rund 200 Mio. Euro

  • Produktivität pro Mitarbeiter:in: ca. 104.000 Euro (Österreich-Schnitt: 89.000 Euro)

  • Löhne: durchschnittlich 57.000 Euro (Österreich-Schnitt: 40.000 Euro)

  • Weltweite Publikationen pro Einwohner: europäisches Spitzenfeld

  • Sozio-ökonomischer Nutzen: über 1 Mrd. Euro

Die Steuern und Abgaben des Sektors entsprachen zuletzt nahezu dem österreichischen Jahresbeitrag zum ESA-Budget.

Europa am „geopolitischen Wendepunkt“

Die Ministerratskonferenz markiert aus Sicht Österreichs einen wichtigen Moment. Sowohl Klimaschutz als auch Sicherheitspolitik hängen zunehmend von satellitengestützten Diensten ab. Moderne Erdbeobachtung ermögliche genauere Analysen zu Klimaveränderungen und Naturgefahren, betont das Ministerium.

Mit der deutlichen Erhöhung des Beitrags will Österreich aktiv zur Weiterentwicklung europäischer Weltrauminfrastrukturen beitragen – technologisch, politisch und wirtschaftlich.

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