FPÖ-Chef Herbert Kickl beim Neujahrstreffen seiner Partei in Klagenfurt: Trumps Politik provoziert auch in Österreich eine Gegenbewegung.
FPÖ-Chef Herbert Kickl stimmt in wesentlichen Fragen mit dem amerikanischen Präsidenten überein. Dessen Politik belastet ihn jedoch zunehmend.
Analyse der Woche
Die FPÖ von Herbert Kickl muss keine Angst haben, in Umfragen abzustürzen und Platz eins zu verlieren. Dafür beruhen ihre Werte auf zu vielen Faktoren. Zum Beispiel auf Schwächen von ÖVP und SPÖ. Es gibt jedoch Umstände, die sich ändern und die sie nicht ignorieren kann.
Man könnte auch von der Großwetterlage sprechen: Der politische Rechtsruck, der in den vergangenen Jahren angelaufen und zum Teil auch vollzogen worden ist, ist nicht auf Österreich und die FPÖ beschränkt. Den größten und bedeutendsten gab es in den USA mit der Wahl von Donald Trump zu einer zweiten Amtszeit als Präsident.
Trumps Politik kommt schlecht an
Herbert Kickl jubelte: In den Vereinigten Staaten seien die Zeichen auf „frischen Wind“ und „Optimismus“ gestellt worden. Es war in seinem Sinne, er ist Trump in sehr vielem nahe: Im Kampf gegen angebliche Wokeness oder Klimaschutz genauso wie in Bezug auf Migrations- oder Europapolitik. Auch Trump setzt etwa auf „Remigration“ und eine Zerschlagung der EU.
Problem für Kickl: Die Politik von Trump kommt schlecht an. Nicht nur in den USA, sondern auch in Österreich. Hierzulande ist die Ablehnung quer durch alle Bevölkerungsgruppen groß, wie Eurobarometer-Befragungsergebnisse zeigen: Es überwiegt die Überzeugung, dass sich die Vereinigten Staaten in die falsche Richtung bewegen.
Kommt eine Gegenbewegung?
Wichtiger: Durch das Vorgehen von ICE-Einheiten in Minnesota ist auch hierzulande sichtbar geworden, was „Remigration“ bedeutet. Es ist dazu angetan, eine Gegenbewegung zu befeuern. Ähnliches gilt für die Europapolitik: Dass Trump eine schwache EU will, könnte Kickl noch recht sein. Dass er im Jänner gedroht hat, mit Grönland dänisches Territorium zu okkupieren, aber nicht mehr. Staatliche Souveränität wurde dadurch grundlegend infrage gestellt – und die Überzeugung, dass die vielen kleinen Nationen in Europa jetzt umso mehr zusammenrücken müssen, gestärkt.
Bezeichnend: Der Anteil der Österreicher, die die EU-Mitgliedschaft als „gute Sache“ bezeichnen, ist laut Eurobarometer in wenigen Monaten um ein Viertel auf 51 Prozent gestiegen. Die Presse schreibt gar von einer „neuen EU-Liebe“.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 08/2026 erschienen.

