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Arbeitswelten im Wandel: Sedus skizziert das Büro der hybriden Zeit

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Zwischen Rückzug und Begegnung rückt neuroinklusive Gestaltung in den Fokus, und internationale Beispiele zeigen, wie Work Settings differenzierter werden

Die Arbeitswelt sortiert sich neu. Hybrides Arbeiten hat den Anspruch an das Büro verschoben: Es soll wieder ein Ort sein, an dem Zusammenarbeit entsteht, zugleich aber auch konzentriertes Arbeiten möglich bleibt. Unter dem Leitmotiv „Work. Life. Style: Arbeitswelten im Wandel der Zeit“ bündelt Sedus dazu in der dritten Ausgabe seines Trendmagazins „LOOKBOOK“ Perspektiven und Praxisbeispiele, die den Umbau moderner Work Settings beschreiben.

Im Zentrum steht ein Spannungsfeld, das viele Unternehmen seit der Homeoffice-Welle begleitet: Menschen kommen nicht nur für Meetings ins Büro, sondern auch, weil ihnen zu Hause Rückzug und Ruhe fehlen oder weil Fokus im privaten Umfeld schwer herzustellen ist. Das Heft rahmt diese Entwicklung als „Mindful Office“, also als Versuch, räumlich beides gleichwertig zu unterstützen: Konzentration und Austausch. Ernst Holzapfel spricht dabei von Arbeitsorten, die in einer „hybriden Gesellschaft“ unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen und Gemeinschaft wieder erleichtern sollen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist neuroinklusive Arbeitsplatzgestaltung. Der Text beschreibt, wie unterschiedlich Menschen auf Reize reagieren, besonders neurodivergente Personen etwa mit Autismus oder ADHS. Daraus leiten sich konkrete Prinzipien ab: klar zonierte Bereiche für verschiedene Fokusgrade, akustischer Schutz, flexible Rückzugsorte sowie Arbeitsmodelle und Kommunikation, die Orientierung geben und Überforderung reduzieren.

Für die Einordnung holt das Magazin Expertise aus der Praxis, unter anderem von Kay Sargent, Senior Principal bei HOK. Ihre Perspektive: Inklusive Räume sind kein Nischenthema, sondern eine Planungsaufgabe, die Mentoring, Innovation und Lernbereitschaft in Organisationen voraussetzt.

Der Blick bleibt dabei nicht auf Europa beschränkt. Die Ausgabe verweist auch auf Konzeptideen aus den USA, Kanada, Mexiko und China. Die Botschaft hinter dieser internationalen Klammer ist nüchtern: Das Büro der Gegenwart wird weniger als Einheitsfläche gedacht, sondern als abgestuftes System. Räume, die still machen können, und Räume, die Begegnung fördern, werden nicht mehr als Widerspruch behandelt, sondern als Voraussetzung dafür, dass Arbeit vor Ort überhaupt wieder Sinn ergibt.

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