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"Beständige" Maximo Park feierten fulminant mit Wien-Konzert

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Paul Smith bei einem Konzert von Maximo Park 2014 in London
©AFP, APA, LEON NEAL
Vor 20 Jahren haben Maximo Park ihr erstes Album "A Certain Trigger" veröffentlicht. Seit damals hat die Alternative-Indie-Pop-Band aus Newcastle sieben weitere Studiowerke herausgebracht - kein einziges schlechtes. "Wir sind beständig", sagte Sänger Paul Smith am Sonntag im APA-Interview. Die Gruppe feierte in der ausverkauften Arena den runden Geburtstag mit einem fulminanten Konzert. Neben einem Großteil der Stücke aus dem Debüt wurden die größten Hits geboten.

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Maximo Park wirkten auf der Bühne so agil wie anno dazumal, als man die Indie-Szene mit einem frischen Sound bereicherte. Mit viel Verve sorgten die Briten am Sonntag mit Stücken wie "Our Velocity" (druckvoll), "I Want You To Stay" (in einer fantastischen Version), "The National Health" (herrlich wütend) sowie "Books From Boxes" und "Going Missing" (im Doppelpack der perfekte Abschluss) für prächtige Stimmung. Seltenes wie "Acrobat" fehlte ebenso wenig wie die Gassenhauer ("Girls Who Play Guitar") und Sentimentales ("Versions Of You").

"Ich finde, wir haben ein wirklich gutes Set zusammengestellt. Wir spielen auf dieser Tour Lieder von fast allen Alben", so Smith. "Und es ist nicht nur Nostalgie. Es ist eine Art, das zu würdigen, was wir erreicht haben. Nicht jede Band überlebt 20 Jahre. Nicht viele Bands schaffen es so weit, vor allem nicht viele, die auch noch kreativ geblieben sind. Natürlich hatten wir Höhen und Tiefen. Aber im Großen und Ganzen war unsere Karriere konstant. Das sagt etwas über unsere Fans aus, dass sie sich auf einer Ebene mit unserer Musik verbunden fühlen."

Die Konzerte von Maximo Park in Österreich waren stets gut besucht, manchmal füllte man kleinere, dann wieder größere Locations. Der Sprung in die ganz großen Venues ist ihnen langfristig nicht gelungen. Smith: "Wir waren immer bei einem Independent-Label. Und wir sind etwas anders. Ich singe mit meinem Akzent. Für manche macht das den Unterschied. Manche denken: 'Ja, das gefällt mir, weil es sich richtig und echt anfühlt.' Andere wiederum finden das etwas seltsam. Das ist das Besondere an unserer Band. Wir sind manchen zu poppig, anderen sind zu aggressiv alternativ. Wenn wir rocken, dann richtig. Wenn wir emotional sind, dann richtig. Ich werde immer das tun, was sich richtig anfühlt."

Die Mischung aus Eingängigkeit und manchmal etwas "unüblichen" Songstrukturen, die nicht dem Zeitgeist angepasst sind, haben die Lieder nicht altern lassen. "Wir nennen unsere Songs ganz ungeniert Popsongs", sagte der Sänger im Gespräch vor der Show. "Gleichzeitig sind wir nicht Mainstream. Ich glaube an das Konzept des Popsongs als Medium, das so direkt ist, dass es - wenn es gut genug ist - eine Vielzahl von Emotionen und Melodien vermitteln kann, die einen in drei, vier Minuten berühren. Ist das nicht unglaublich?"

Für viele Besucherinnen und Besucher mag das Gastspiel ein Trip in die Vergangenheit gewesen sein, aber auch viele junge Fans hatten sich unter das Publikum gemischt, das mit "A Certain Trigger" erwachsen geworden ist. "Ich denke, wenn Leute das Album hören, die vielleicht 15 oder 20 Jahre alt sind, wenn sie es zum ersten Mal hören, werden sie, sagen: 'Ja, das verstehe ich.' Weil es ein authentisches und ehrliches Album ist", meinte dazu Smith.

Ein weiteres Maximo-Park-Album wird vermutlich irgendwann folgen. "Der Zeitpunkt muss stimmen. Das ist eine der Lektionen, die wir gelernt haben: nichts erzwingen", sagte der 47-Jährige, der auch unter eigenem Namen solide Alben aufgenommen hat. "Meine Soloprojekte zu machen, ist ein echtes Vergnügen. Aber meine Komfortzone ist Maximo Park. Meine eigenen Projekte bedeuten, dass ich meine Komfortzone verlasse. Dann komme ich zurück zu Maximo Park und bin dankbar dafür."

Derzeit arbeitet Smith an einem weiteren Solo-Werk, verriet er. "Es wird ein sehr ruhiges Album. Derzeit rocke ich jeden Abend die Bühne und ziehe eine Show ab. Darum denke ich mir: Oh Gott, wenn ich das Album später in diesem Jahr veröffentliche, werden sich die Leute fragen: Warum hast du das getan? Aber gut, damit kann ich leben."

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - www.maximopark.com )

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