Wiens Don Camillo packt aus: Dompfarrer Faber spricht offen über böse Gerüchte

NEWS: Wegen Alkohols am Steuer heftig kritisiert "Öffentliche Auftritte sind nur ein Teil meiner Arbeit"

 Wiens Don Camillo packt aus: Dompfarrer Faber spricht offen über böse Gerüchte

NEWS: Jüngst standen Sie im Kritiker- Kreuzfeuer, weil Ihnen wegen Alkohols am Steuer der Führerschein abgenommen wurde. Toni Faber: Das war eine bittere Erfahrung im Juni. Es war ein langer Tag, ich war körperlich nicht fit. Und ich habe zu wenig gegessen und zu viel getrunken. Und ich habe der Versuchung nachgegegeben, selbst mit dem Auto nachhause zu fahren, und habe durch Sekundenschlaf meinen Wagen ruiniert. Ich hatte mehrere Schutzengel, da mir und niemandem sonst etwas passiert ist. – Das hätte ich mir nie verziehen. Ich hab mich vor mir selbst geniert. Ich habe staatlich gebüßt, meine Besserungskurse gemacht – und habe es auch kirchlich und vor Gott gebüßt. Ich habe den Führerschein seit einem Monat wieder. Ich werde nur mehr mit 0,0 Promille fahren.

NEWS: Jetzt sind Sie Testimonial einer Anti-Alkohol-Kampagne. Faber: Ich habe mich zur Verfügung gestellt, weil ich das sehr gut und wichtig finde. Jeder Unfall, jeder einzelne Sachschaden, Personenschaden oder gar Todesfall durch Alkohol am Steuer ist einer zu viel.

NEWS: Ihnen wird sogar nachgesagt, dass Sie ein Kind mit Claudia Stöckl haben.
Faber (lacht): Wir haben nicht nur eines, wir haben 230 Kinder! – Straßenkinder, um die sich Claudia im Rahmen ihrer Tätigkeit für ZuKi, Zukunft für Kinder, in Kalkutta kümmert, und für die sie auch im Stephansdom schon Geld gesammelt hat. Ich konnte durch Vermittlung des Rotary Club Wien-Oper helfen, Brunnen in Indien zu bauen, die Hunderte Leben gerettet haben. Und durch eine Ausstellung im Curhaus kamen für ZuKi zuletzt 50.000 Euro zusammen.

NEWS: Claudia Stöckl und Sie sind nur gute Freunde?
Faber: Ja! Ich kenne Claudia schon länger, wir haben uns bei einer Wanderung für die Bergrettung kennen gelernt. Mittlerweile habe ich ein Naheverhältnis zur ganzen Familie Stöckl – zu Barbara, Claudia, ihren drei Geschwistern und zu den Eltern. Und ich konnte ihnen in schweren Stunden im Gebet, mit Trost und Fürbitten helfen. Dafür bin ich dankbar. Und es belustigt mich einigermaßen, wenn Claudia und mir jetzt ein gemeinsames Kind angedichtet wird. Das ist mir in meiner 20-jährigen priesterlichen Tätigkeit aber schon das eine oder das andere Mal passiert. Wann immer ich mit einer Frau öffentlich gesehen werde, heißt es gleich: Die haben etwas miteinander. Auch wenn ich einen lieben Freund treffe, werde ich verdächtigt.

NEWS: Sie sind oft bei Partys zu sehen, man nennt Sie gar den „Richard Lugner der Kirche“.
Faber: Und ich kann nicht sagen, dass es mich sehr zufrieden macht, wenn ich als „Society- Pfarrer“ bezeichnet werde. Die öffentlichen Auftritte sind nur ein winzig kleiner Teil meiner Arbeit als Dompfarrer. Ich feiere Messen, nehme Beichten ab. Es gibt Taufen, Trauungen und Begräbnisse. Und ich kümmere mich um die Pfarrgemeinde, um Arme, Kranke, Einsame und Obdachlose. Das ist ein guter und wichtiger Teil meiner Arbeit. Und ich bin auch einer der Manager der Domkirche, die rund 80 Angestellte hat.

NEWS: Und dann gibt es die Öffentlichkeitsarbeit ...
Faber: ... die Aufmerksamkeit für die Anliegen der Kirche schafft. Und warum sollte ich nicht eine medial interessante Geschichte machen, wenn dafür Geld für Arme in unserer Pfarrgemeinde und den Dom zurückfließt? Würde ich das ablehnen, wäre ich, so glaube ich, kein guter Seelsorger. – Es geht ja nicht darum, Partys zu feiern, wie so oft fälschlich geschrieben wird. Ich werde etwa eingeladen, um etwas zu segnen. Und ich versuche, den Spagat zu schaffen: für die Kleinen und für die sogenannten Großen, die ja auch nur Menschen sind, da zu sein.

NEWS: Denken Sie, dass Gott zufrieden mit Ihnen ist?
Faber: Ich glaube zumindest – bei aller Demut – nicht, dass ich für meine Arbeit Schimpferoder Nachteile im Himmel zu erwarten hätte. Aber manchmal ist es vielleicht klüger, sich etwas zurückzunehmen.

NEWS: Wie sollte man Sie statt Society-Pfarrer nennen?
Faber: City-Seelsorger. Denn ich möchte für alle da sein. In der City gibt es Arme wie Reiche. Alle brauchen meine Aufmerksamkeit. Mein Tag ist voll mit Terminen.

Silvia Meister

Was Dompfarrer Faber über seine Berufung sagt und wie er zum Zölibat und zur Homosexualität steht, lesen Sie im NEWS 49/09!

Kommentare

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Armer Richi von St. Stephan Ich würd schon gerne die VIELEN Armen kennenlernen die in der Wiener City ihr Domizil aufgeschlagen haben. *ggg*

Hier wird wohl das Kirchenvolk auf die Schaufel genommen

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Re: Armer Richi von St. Stephan Wen interessiert Barbara Stöckl. Viel interesanter ist doch seine Verhältnis mit einer gewissen Frau Renard aus Wien, die in seinem Penthaus aus- und eingeht.

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