Nachhaltigkeits-Trend Upcycling: Die besten Ideen

"Upcycling" ist ein Trend, der mit dem Nachhaltigkeitsgedanken immer größer wird. Doch was ist Upcycling genau und was ist der Unterschied zum Recycling? Plus: Upcycling-Ideen für Kleidung, (Paletten-)Möbel und Co.

von Upcycling: Alte Schuhe als Blumentopf © Bild: istockphoto

Inhaltsverzeichnis:

Was ist "Upcycling"?

„Upcycling“ bezeichnet das Verarbeiten und Verändern von alten Gegenständen, die bereits vorhanden sind und handwerklich aufgewertet werden. Der Begriff setzt sich zusammen aus den Worten „Up“ (Auf) und „Recycling“ (Wiederverwertung). Scheinbar nutzlose (Abfall-)Produkte werden zu neuen Stücken verarbeitet und/oder zweckentfremdet.

„Upcycling“ bezeichnet das Verarbeiten und Verändern von Gegenständen, die bereits vorhanden sind und handwerklich aufgewertet werden.

Die Bezeichnung Upcycling wurde bereits 1994 von Ingenieur Reiner Pilz im Gespräch mit der Zeitschrift „Salvo“ gewählt, als er darüber sprach, dass es bei herkömmlichen Baustoff-Recycling zu einer Verschlechterung des Materials – er nannte es „Downcycling“ – kommt und wir eher anstreben sollten, Produkte durch Weiterverarbeitung aufzuwerten.

Die Praxis des Upcyclings ist kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. In ärmeren Gesellschaftsschichten oder Entwicklungsländern war es immer schon notwendig, das zu nutzen was man hat. Der Spruch „Not macht erfinderisch“ spricht dieses Thema sehr gut an. Kleidung und Schuhe wurden früher viel öfter geflickt, repariert und angepasst. Aus einem zerschlissenen Kleidungsstück entstand ein Putztuch, aus einem alten Polsterbezug schnitt man Stofftaschentücher oder Geschirrtücher, aus Stoff- und Wollresten webte man einen Fleckerlteppich, ein alter Kochtopf wurde als Blumenübertopf genutzt und vieles mehr.

Upcycling: Eine Frau bemalt einen Hocker mit bunter Farbe
© istockphoto

Warum macht Upcycling Sinn?

Sinn des Upcyclings ist unter anderem, Rohstoffe einzusparen, in dem man bereits produzierte Gegenstände weiterverwendet. Die Menge an Produkten, die sonst im Müll landen würden, kann verringert werden. Bevor man etwas wegwirft, überlegt man, ob es noch in anderer Form verwenden werden kann. Dies ist eine ressourcenschonende Form der Produktion. Die bekanntesten Bereiche des Upcyclings im Alltag sind Möbel und Kleidung.

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Was ist der Unterschied zu Recycling?

Upcycling unterscheidet sich dadurch vom Recycling, bei dem Rohstoffe einfach wiederverwendet werden. Beispielsweise kann Polyester (z.B. PET) eingeschmolzen und wieder zum selben Rohstoff verarbeitet werden. Die Formulierung mit „kann“ ist hier bewusst gewählt, denn noch wird nicht die Menge recycelt, die möglich wäre.

Upcycling: Vorteile

Mit Upcycling schont man nicht nur die Umwelt, es spart auch Geld und man kann seine Wohnung (und Garderobe) durch individuelle Teile aufwerten. Die selbstdesignten Stücke können mitunter sehr stylish aussehen und erzeugen bei Besuchern oft neidische Blicke. DIY-Möbel und -Kleidung sind zumeist Unikate und auch das ist für viele ein Pluspunkt des Upcyclings. Zudem fühlt man sich mit einem solchen Produkt auch eher „verbunden“ und gibt ihm eine höhere Wertigkeit. Da man es selbst gefertigt hat, weiß man die viele Arbeit, die in die Erzeugung eines Gegenstandes fließt, eher zu schätzen und überdenkt so vielleicht sein eigenes Konsumverhalten.

Upcycling: Nachteile

Man kann aber sagen, dass der Upcycling-Stil nicht für den Massenmarkt tauglich ist und nicht jeder etwas damit anfangen kann. Denn grundsätzlich ist bei diesen aufgewerteten Gegenständen das Ursprungsprodukt noch zu erkennen. Es ist Geschmackssache, ob es einem gefällt, die alte Jeans des Ehemanns nun als Umhängetasche zu tragen oder sie – mit abgenähten Hosenbeinen – über den Gartenzaun zu hängen, um Kräuter darin anzupflanzen.

Möbel-Upcycling: Ideen

Im Möbel-Sektor kann man durch Upcycling beispielsweise kostengünstig, individuell und kreativ eigene Einrichtungsgegenstände bauen. Sei es ein Regal aus Weinkisten für die Küche, eine Gartenbank oder eine Blumenstellage aus Paletten, Vassen aus einer Flaschen oder ein Hocker aus gestapelten und verschnürten Zeitschriften. Möbel aus Paletten sind eine boomende Kategorie und der DIY-Trend („Do it yourself“) ist eine großartige Möglichkeit, sich kreativ auszutoben.

Upcycling: Eine Bank aus Paletten
© iStockphoto Paletten sind beliebte Upcycling-Stücke

Möbel-Upcycling: Was braucht man dafür?

Um sich im Upcycling zu verwirklichen, braucht man natürlich handwerkliches Geschick, Vorstellungskraft und einiges an Werkzeug. Nicht jeder Haushalt ist für Tischler- und Malertätigkeiten ausgestattet. Sich eine gute Grundausstattung an Arbeitsmaterialien zuzulegen zahlt sich aber langfristig sicher aus. Platzmäßig ist man bei manchem Projekt wohl auch eingeschränkt. Nicht jeder kann in die Garage gehen, um dort mal eben sein altes Snowboard zu durchbohren, um es in einen lässigen Couchtisch zu verwandeln. In einer Stadtwohnung sägt und hämmert es sich auch nicht so unbeschwert wie im Haus am Land.

Die "IKEA-Hacks"

Das Internet (allen voran die Videoplattform YouTube) bietet eine große Sammlung an Upcycling-Ideen. Eine Unterkategorie der YouTube-Videos im Bereich „Wohnen“ ist der zweckentfremdete Einsatz und das Aufwerten von IKEA-Produkten; Stichwort „IKEA-Hacks“. Hier handelt es sich zwar nicht um „alte“ Produkte, doch können diese Videos zu einer kreativeren Sichtweise in der Verwendung anregen. Es gibt auch bereits Unternehmen, die sich speziell dieser Nische angenommen haben und z.B. Klebefolien für die Fronten der Schweden-Möbel herstellen. So kann man seinem Möbel einen neuen Look geben und hat wieder mehr Freude mit dem „neuen“ alten Stück.

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Kleidung-Upcycling: Ideen

Auch im Bereich Kleidung kann man durchaus „out of the box“ denken. Für Modedesign-Studentinnen und -Studenten ist es eine beliebte Kreativaufgabe, aus ungewöhnlichen Gegenständen Kleidung herzustellen. Wenn man sieht, wie aus Produkten eines Baumarktes – Kabelbindern, Müllsäcken, Rohren, Klebeband – Kleider gefertigt werden, fällt einem doch sicher auch etwas mit Großvaters Krawatten ein: beispielsweise können Kleider, Röcke, Bindegürtel oder Taschen aus den Schlipsen entstehen. Um ein Männerhemd in eine coole Bluse umzuwandeln, findet man Anleitungen auf der Bilder-Plattform Pinterest. Wer sich lieber in haptischer Form informiert findet im Handel garantiert jede Menge Bücher zum Upcycling von Alltagsgegenständen und Kleidung.

Alte Lanyards neu gemacht

Eine Designerin eines kleinen Wiener Labels fertigte aus Werbeschlüsselbändern, auch Lanyards genannt, Taschen, indem die Schlüsselbänder farblich passend nebeneinander genäht wurden. Eine kreative Möglichkeit, den Schlüsselbändern, welche man oft auf Messen, Kongressen und Konzerten bekommt, ein zweites Leben und eine sinnvolle Verwendung zu geben.

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Upcycling-Vorreiter "Freitag"

Ein schon einer größeren Käuferschicht bekanntes Upcycling-Produkt aus dem Modebereich sind die Taschen des Labels „FREITAG“. Das Schweizer Unternehmen fertigt robuste Taschen in allen Größen und Funktionen aus gebrauchten LKW-Planen. Die Geburtsstunde dieser Idee schlug noch bevor der Begriff für diese Art der Rohstoff-Verwendung den Weg in eine Zeitschrift fand: 1993, in einer Züricher Studentenwohnung.

Vintage-Kleidung einfach herstellen

Ist man nähtechnisch begabter kann man Kleidung der Großmutter oder des Großvaters umschneidern und sich so ein schönes Vintage-Stück erhalten. Alte Halstücher können zu Oberteilen zugeschnitten werden und auch Häkelspitzendeckchen, die man sich heute nicht mehr in eine Glasvitrine legt, können in Kleidung eingearbeitet werden und einen ganz besonderen Look erzeugen.

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Upcycling mit Kindern

Die Einsatzbereiche für Upcycling sind schier endlos. Theoretisch kann man wohl aus jedem Stück irgendetwas Schönes machen. Und jeder hat schon einmal upgecycelt, etwa einen Schuhkarton als Aufbewahrungsbox verwendet. Auch das fällt in die Kategorie Upcycling. Viele Upcycling-Projekte sind auch für Kinderhände gut geeignet. Eierkartons in temporäre Kresse-Aufzucht-Stationen zu verwandeln macht schon Kindergartenkindern Freude. Ein weiterer DIY-Klassiker: Marmeladegläser bemalen und Windlichter daraus basteln.