Rudolf, Karl, Franz Joseph von

Habsburger: Anekdoten
aus der Monarchie

Rudolf, Karl, Franz Joseph - Habsburger: Anekdoten
aus der Monarchie © Bild: imago images / United Archives International

Machtkämpfe, Tragödien und Liebesgeschichten - Was Kaiser Franz Joseph I. mit einer Ménage-à-trois zu tun hatte und wie Karl VI seine Frau bezirzen wollte.

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Die Habsburger strahlten kaiserlichen Glanz aus. Auch heute noch faszinieren die Grafen, Kaiser und Herrscher. Doch wer waren die Menschen unter den Kronen? Habsburg-Expertin Sigrid-Maria Größing geht in ihrem Buch "Kaiserlicher Glanz - Habsburgs Herrscher in Geschichten und Anekdoten"* dieser Frage nach. Dabei setzt sie die Herrscher in ihren jeweiligen historischen Kontext und macht sich auf die Suche nach dem Privaten.

Rudolf von Habsburg (1218-1291)

© imago images / imagebroker Rudolf von Habsburg
  • Geboren: 1. Mai 1218, Burg Limburg, Sasbach am Kaiserstuhl, Deutschland
  • Gestorben: 15. Juli 1291, Speyer, Deutschland
  • Bestattet: Dom zu Speyer, Speyer, Deutschland
  • Titel: Römisch Deutscher König ab 1273
  • Kinder: Albrecht I., Guta von Habsburg, Rudolf II., Klementia von Habsburg, Mathilde von Habsburg, Agnes Gertrud von Habsburg, Katharina von Habsburg, Hedwig von Habsburg, Albrecht I Graf von Löwenstein, Hartmann von Habsburg
  • Ehepartnerinnen: Isabella von Burgund (verh. 1284), Gertrud von Hohenberg (verh. 1245)

"Über Rudolf von Habsburg erzählte man sich schon zu Lebzeiten zahlreiche Histörchen und Anekdoten", schreibt Größing. "Er galt als ungewöhnlich bescheiden und leutselig,mit einer auffallend langen Nase, die seine Zeitgenossen zu Scherzen hinreißen ließ. So soll Rudolf in einem schmalen Hohlweg durch ein Fuhrwerk behindert worden sein, das nicht ausweichen wollte. Als man den Kutscher aufforderte, Platz zu machen, rief der erboste Mann, der den König nicht erkannte, dass er an so einer langen Nase nicht vorbeikäme. Worauf der König an seine Nase fasste, sie zur Seite bog und lachend fragte: 'Nicht wahr, so geht's?'"

»Überraschungskönig«

Graf Rudolf von Habsburg war der erste Habsburger auf dem Thron des Heiligen Römischen Reiches. Mit ihm kam das Geschlecht der Habsburger aus seinem Stammgebiet in der Schweiz in den Donauraum, der zum Zentrum ihrer jahrhundertelangen Herrschaft wurde. Er war ein einfacher Mann, der weder der Oberschicht im Reich angehörte noch besondere Ambitionen hatte. Größing verleiht ihm den Titel des "Überraschungskönigs" - ein Herrscher, der die Sorgen des "kleinen Mannes" kannte und dem Volk im wahrsten Sinne des Wortes "aufs Maul" schauen konnte.

Karl VI (1685-1740)

© imago images / imagebroker Karl VI
  • Geboren: 1. Oktober 1685, Hofburg Wien, Wien
  • Gestorben: 20. Oktober 1740, Palais Augarten
  • Titel: Als Karl III. 1703–1713/14 König von Spanien; als Karl VI. ab 1711 bis zu seinem Tod 1740 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Herrscher der Habsburgermonarchie
  • Kinder: Maria Theresia, Maria Anna von Österreich, Leopold Johann von Österreich, Maria Amalia von Österreich, Lepold von Habsburg, Maria Amalia von Habsburg
  • Ehepartnerin: Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel (verh. 1708–1740)

"War Joseph (Bruder von Karl VI, Anm.) ein Sonnyboy, ein lebensfroher Sanguiniker, der in seiner überschäumenden Art auch manchmal den Boden der Realität verlor, so wirkte Karl mit seinen hängenden Wangen und dem heruntergezogenen Mund beinah phlegmatisch schläfrig", beschreibt die Expertin den Kaiser. Karl wurde 1703 zum Erben der spanischen Habsburger bestimmt, verlor jedoch im Erbfolgekrieg diese Krone. Seinem verstorbenen Bruder Joseph I. folgte Karl VI. als barocker Kaiser nach. Ihm war das Zeremoniell sehr wichtig - "Das Gottesgnadentum des Herrschers sollte immer und überall respektiert werden."

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Dem "Barockkaiser" war in der habsburgischen Tradition zutiefst verankert. Die Zukunft des Haus Habsburg sicherte er im Jahr 1713 ab, als er den Pactum Mutuae Successionis erließ, eine Art Erbfolgeplan, in dem festgelegt wurde, dass die habsburgischen Besitzungen ungeteilt als Ganzes weitervererbt werden konnten. Dies kam seiner Tochter Maria Theresia zugute.

»Anregende Wirkung im Schlafzimmer«

Aus dem Schlafgemach von Karl VI weiß die Habsburg-Expertin folgende Anekdote zu erzählen: "Für den gewöhnlich vitalen Kaiser war es beinah unverständlich, dass seine schöne Gemahlin nicht in der Lage war, ihm nach dem Tod des kleinen Leopold weitere Söhne zu schenken. Er kam auf die sonderbarsten Ideen, wie seine Gattin animiert werden könnte, möglichst oft mit ihm das Ehebett zu besteigen. Karl heuerte Maler an, die die Schlafgemächer des Kaiserpaares mit erotischen Szenen ausmalten, die auf Elisabeth Christine anregend wirken sollten."

Franz Joseph I (1839-1916)

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  • Geboren: 18. August 1830, Schloß Schönbrunn, Wien
  • Gestorben: 21. November 1916, Schloß Schönbrunn, Wien
  • Titel: Kaiser von Österreich, König von Ungarn (Regentschaftszeit: 1848–1916)
  • Kinder: Rudolf von Österreich-Ungarn, Gisela von Österreich, Marie Valerie von Österreich, Sophie Friederike von Österreich
  • Ehepartnerin: Elisabeth von Österreich-Ungarn (verh. 1854–1898)

Franz Joseph bestieg 1848 den Thron des Kaisertums Österreich. Sein Herrschaftsverständnis war von großem Pflicht- und Sendungsbewusstsein geprägt. "Er prägte durch seine lange Regierungszeit von 68 Jahren nicht nur eine Epoche, die Erinnerung an ihn überstand die Wirren des Endes der Monarchie, die Erste Republik und hat dafür gesorgt, dass Franz Joseph bis in die heutige Zeit der Kaiser geblieben ist, der niemals stirbt", resümiert Größing.

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Seine Frau Elisabeth - wie seine Mutter aus dem Haus Wittelsbach stammend -, die er 1854 heiratete, wurde am Wiener Hof nie heimisch und entfremdete sich nach glücklichem Beginn im Laufe der Jahre immer mehr von ihm. Sie reiste ruhelos umher, war monate- bis jahrelang nicht in Wien und entwickelte immer stärkere Symptome physischer und psychischer Labilität. Nach dem Tod des Thronfolgers Erzherzog Rudolf in Mayerling 1889 zog sie sich gänzlich vom Hofleben zurück. Am 10. September 1898 wurde sie auf der Uferpromenade des Genfer Sees von einem italienischen Anarchisten erstochen. Vor dem Tod seines einzigen Sohnes Rudolf - "Sisi" hatte ihm noch drei Töchter geschenkt - und seiner Frau hatte Franz Joseph bereits seinen jüngeren Bruder Maximilian verloren, der sich auf ein kurzlebiges Abenteuer als Kaiser von Mexiko eingelassen hatte und 1867 vor einem Erschießungskommando endete.

»Ménage-à-trois«

Sigrid-Maria Größing hat eine sehr private Anekodte der beiden - "Sisi" und Franz - niedergeschrieben. "Schauspielerin Katharina Schratt gefiel dem Kaiser außerordentlich, mit ihr verbrachte er vergnügliche Stunden, für die er die 'Gnädige Frau' mit kostbarstem Schmuck reichlich belohnte. Auch die Kaiserin schätzte die 'Freundin' sehr, die es nie verabsäumte, ihr zu bestimmten Anlässen Veilchen zu schicken. Wären die beiden Damen nicht so prüde gewesen, wie es den Anschein hatte, so hätte man gut und gerne von einer Ménage-à-trois sprechen können."

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