Barbara Stelzl-Marx: "Ich gehe positiv durchs Leben"

Barbara Stelzl-Marx beantwortet den News.at-Fragebogen, der Einblick in das Leben der EntscheidungsträgerInnen und Persönlichkeiten des Landes geben soll.

von 10 Fragen an ... - Barbara Stelzl-Marx: "Ich gehe positiv durchs Leben" © Bild: Roland Ferrigato

Was hat Sie zu dem gemacht, der/die Sie heute sind? Individuelle Erfahrungen, einschneidende Erlebnisse, prägende Menschen haben Einfluss auf unser Leben. Die Antwort dürfte demnach vielschichtig ausfallen.

News.at hat EntscheidungsträgerInnen und Persönlichkeiten des Landes gebeten, dieser Frage nachzugehen.

Barbara Stelzl-Marx ist Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung und Professorin für europäische Zeitgeschichte an der Universität Graz. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kinder des Kriegs, die sowjetische Besatzung in Österreich 1945-1955, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter des Zweiten Weltkriegs, das Lager Liebenau in der NS-Zeit und der Kalte Krieg. 2019 wurde Barbara Stelzl-Marx vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zur österreichischen Wissenschafterin des Jahres 2019 gekürt.

© Foto Furgler

Dieses Buch hat mich inspiriert …
"The Noise of Time"*: Julian Barnes seziert in diesem Roman das von Repressionen geprägte Leben des russischen Komponisten Dmitrij Schostakowitsch im Spannungsfeld zwischen Diktatur und Kreativität, (scheinbarer) Anpassung und künstlerischer Freiheit.

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Diese Reise hat mich geprägt …
Moskau im August 1991, als der Putsch gegen Michail Gorbatschow stattfand und wenige Monate später die Sowjetunion zerfiel. Mir war klar, diese Ereignisse gehen in die Zeitgeschichte ein.

Das hat mir mein Elternhaus mitgegeben …
"Die Lebensspanne ist dieselbe, ob man sie lachend oder weinend verbringt" - ich bin ein optimistischer Mensch und versuche, positiv durchs Leben zu gehen.

Diese Person hat mich inspiriert/inspiriert mich …
Paul Watzlawick und sein Motto "Es ist alles Kommunikation".

Geld ist für mich ... ein Mittel, das Leben einfacher und erfreulicher zu machen.

Zeit bedeutet für mich ... ein zunehmend wertvolles und flüchtiges Gut.

Macht bedeutet für mich ... gestalten und entscheiden zu können.

Die größte Leidenschaft meines Lebens ist …
Lesen. Lesen ist Abenteuer im Kopf, Lesen eröffnet neue Welten.

Die meiste Zeit verbringe ich mit …
Beruflich mit Forschen, Forschungsmanagement und Science to Public, das heißt Vermitteln in Form von Lehre, Publikationen, Veranstaltungen oder Medienbeiträgen. Privat mit meiner Familie.

»Die Lebensspanne ist dieselbe, ob man sie lachend oder weinend verbringt«

Diese Entscheidung hat die Weichen für meine berufliche Zukunft gestellt …
Nach der Matura 1989 Russisch zu studieren. Damit wurden die Weichen für meine spätere Tätigkeit am Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung gestellt.

Aus diesem Fehler habe ich am meisten gelernt …
Zu wenig auf mein Bauchgefühl gehört zu haben.

Daran habe ich gemerkt, dass ich meinen Platz in der Berufswelt gefunden habe …
Dass meine Tätigkeit als Institutsleiterin des Boltzmann Instituts und Zeithistorikerin an der Uni Graz mir große Freude bereitet.

Jungen Menschen, die WissenschaftlerIn werden möchten, gebe ich diese 3 Tipps mit ...
Take risks - gehe in der Forschung Deinen eigenen Weg.
Take care - gehe sorgsam mit Dir und Deinem Umfeld um.
Take time - nimm Dir Zeit zum (Nach-)denken.