Kriminalfälle von

Österreichs bekannteste Mörderinnen

Einige der aufsehenerregendsten Gewaltverbrechen sind von Frauen verübt worden

Die Lainzer-Mordschwestern © Bild: APA/Robert Jäger

Vergiftet, erschlagen oder erschossen - Einige der spektakulärsten Morde in Österreich sind von Frauen begangen worden. Und die Dokumentation derartiger Fälle reich weit zurück. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts hat eine Mörderin die Kriminalermittler auf Trab gehalten.

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Die schöne Theresia

Im Dezember 1808 findet man in der Wiener Piaristengasse einen entkleideten Toten, der alsbald als Greißler Matthias Kandl vom Hunglgrund Nr. 9 identifiziert werden kann. Zuerst gehen die Ermittler von einem Raubmord aus. Doch ein Zeuge lenkt die Spur auf die junge Ehefrau des Ermordeten, die schöne Theresia Kandl. Sie gesteht aufgrund der Beweislast schließlich: Sie hat ihren Mann, der sie immer wieder verprügelt hat, mit einer Hacke im Bett erschlagen und die schwere Leiche dann in einer "Holzbutte", einem hölzernen Tragekorb, von Matzleinsdorf bis in die Piaristengasse geschleppt.

Seitens der Polizei war man zunächst nicht überzeugt, dass der schönen Theresia dieser körperliche Kraftakt tatsächlich gelungen ist. "Man hat ihr daher einen Tragekorb mit Ziegelsteinen gefüllt und hat sie durch eine Fangfrage dazu gebracht, den Korb zu schultern", sagt Harald Seyrl, Leiter des Wiener Kriminalmuseums gegenüber NEWS.AT. Dadurch habe sich die Mörderin selbst der Tat überführt. Wegen des Mordes wird Theresia Kandl zum Tode verurteilt und am 16. März 1809 bei der "Spinnerin am Kreuz" gehängt. Zur Erinnerung an Kandl ist eine Kapelle erbaut worden, die heute in der Breitenfurter Straße in Wien-Liesing steht.