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Kinderzahnarzt: Karies-Behandlung
unter Lachgas für Kinder

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Irgendwie ist es passiert: Mein Kind hatte Angst vor dem Zahnarzt. Im Kindergarten hat es etwas von einem Bohrer gehört. Die leichtfertig ausgesprochene Drohung: "Wenn du nicht gut die Zähne putzt, musst du zum Zahnarzt" hat den Rest dazu beigetragen. Und schon hat der Zahnarztbesuch einen schalen Beigeschmack. Aber: Karies hat sich im Kindermund breit gemacht. Also führt kein Weg am Praxisbesuch vorbei. Was tun? Eine Behandlung unter Lachgas kann eine Lösung sein. Aber wie läuft das ab? Und welche Nebenwirkungen können auftreten? Wir haben bei Kinderzahnarzt Dr. Michael Stanzl vom "Sleep & Smile"-Institut nachgefragt.

Was ist Lachgas?

Distickstoffmonoxid, besser bekannt als Lachgas, ist ein farbloses Gas aus der Gruppe der Stickoxide. Warum es so heißt? Die Vermutung ist, dass in den Anfangszeiten der Nutzung (um 1800) das Einatmen von (verunreinigtem) Lachgas den Konsumenten zum Lachen gebracht hat. "Das Lachgas müsste sehr hoch dosiert sein, dann kann als Nebenwirkung auftreten, dass man einfach lachen muss", erklärt Dr. Michael Stanzl. "Aber das ist in dem therapeutischen Rahmen, in dem wir arbeiten nicht der Fall."

Welche Wirkung hat Lachgas?

Lachgas ist eine gute Unterstützung für Zahnärzte und Patienten. Unter dem Einfluss von Lachgas reduziert sich die Schmerzempfindlichkeit, Patienten sind allgemein ruhiger und entspannter und es hat einen Einfluss auf deren subjektives Zeitgefühl. Das bedeutet, auch wenn die Behandlung etwas länger dauert, halten die Kinder eher durch.

© News.at Der Kinderzahnarzt bindet den kleinen Patienten ständig in die Behandlung ein, erzählt ihm Geschichten, stellt ihm Fragen. So vergeht die Zeit wie im Flug.

Für wen ist Lachgas geeignet?

Grundsätzlich müssen die Kinder anatomisch für den Einsatz von Lachgas geeignet sein. Es muss möglich sein, frei durch die Nase zu atmen. Ein Schnupfen oder Polypen können hier ein K.O.-Kriterium sein. Generell brauchen die Kinder auch die Fähigkeit, mitzuarbeiten. "Kinder können mit Lachgas nicht willenlos gemacht werden. Wir brauchen die Mitarbeit der Kinder", so Dr. Stanzl. Ab dem vierten Lebensjahr kann erfahrungsgemäß mit Lachgas gearbeitet werden.

»"Kinder können mit Lachgas nicht willenlos gemacht werden. Wir brauchen die Mitarbeit der Kinder"«

Ob ein Kind bei der Behandlung mitmacht, wird zunächst mit einer Mundhygiene-Behandlung getestet. Geschulte Mitarbeiter zeigen den Kindern, wie man richtig Zähne putzt. Die Zähne werden eingefärbt, um zu demonstrieren, wo noch Verschmutzungen zu finden sind usw. Das alles passiert schon unter Lachgas. Wenn das gut klappt, steht auch einer medizinischen Behandlung nichts mehr im Wege. Falls eine Lachgasbehandlung nicht möglich ist, da das Kind etwa nicht ausreichend kooperiert, besteht die Möglichkeit die Zahnschäden unter Vollnarkose zu behandeln.

Wie läuft eine Behandlung unter Lachgas ab?

Im "Sleep&Smile"-Institut können sich die Kinder zunächst eine kleine Nasenmaske aussuchen. Diese gibt es in verschiedenen Farben und Gerüchen. Von Kaugummi bis Erdbeere ist da alles dabei. Durch die freie Auswahl fühlen sich die Kinder erfahrungsgemäß mehr als Teil des Geschehens. Die Wirkung entfaltet sich nach zwei bis drei Atmenzügen. Am Ende der Behandlung wird das Lachgas abgedreht und nur noch Sauerstoff durch die Maske geleitet. Die Kinder fühlen sich sofort wieder fit und können bald nachhause gehen. Für den Rest des Tages gibt es keinerlei Einschränkungen.

© News.at Eltern sind bei der Behandlung dabei, sollten sich aber vertrauensvoll im Hintergrund halten.

Welche Risiken birgt eine Lachgas-Behandlung?

Eine Lachgasbehandlung, wie sie im "Sleep&Smile"-Institut möglich ist, birgt dem Experten zufolge so gut wie keine Risiken. Die Geräte können über eine gewisse Stufe nicht hinausgehen, das Verhältnis zwischen Lachgas und Sauerstoff wird automatisch geregelt. Eine vollständige Narkose ist damit gar nicht möglich. Daher kann es den Patienten höchstens etwas schwindelig oder übel werden. Die Zahnärzte fragen die Kinder während der Behandlung regelmäßig, wie sie sich fühlen. Spüren die kleinen Patienten ein Kribbeln in den Fingern oder klagen sie über Schwindel, wird die Stufe reduziert.

Weiterführender Link: www.sleepandsmile.at/

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