Genug gegähnt! von

So besiegen Sie die
Frühjahrsmüdigkeit

Der Schlafexperte Dr. Manfred Walzl verrät, wie Sie dem großen Gähnen entkommen

Eine Frau lehnt an einem Drucker © Bild: iStockphoto.com

Während die ersten Frühlingsblumen sprießen und die Bäume uns mit ihrer bunten Blütenpracht verzaubern, sprich während die Natur zu neuem Leben erwacht, scheinen wir gar nicht mehr aus dem Gähnen zu kommen. Die Frühjahrsmüdigkeit hat wieder voll zugeschlagen. Was also tun gegen das große Gähnen? Wir befragten den Schlafexperten Dr. Manfred Walzl.

Doch vorerst gilt zu klären: Gibt es die Frühjahrsmüdigkeit tatsächlich oder ist sie nur eine willkommene Ausrede für all jene, denen es ohnehin schwer fällt, in die Gänge zu kommen? Dazu der Grazer Facharzt für Neurologie und Psychiatrie: "Tatsächlich sind die genauen Hintergründe nicht bekannt. Man vermutet allerdings, dass die Ernährung und der Hormonhaushalt eine Rolle spielen." Da wir heutzutage aber auch während des Winters ausreichend Vitamine und Proteine zu uns nehmen, kann, so der Experte, die Frühjahrsmüdigkeit nicht durch mangelhafte Ernährung begründet werden.

Bei den Hormonen geht's rund

Anders bei unserem Hormonhaushalt. Da tut sich da im Frühjahr nämlich einiges: Es werden vermehrt Endorphine (Glückshormone), Testosteron (männliches Sexualhormon) und Östrogene (weibliches Sexualhormon) produziert. Diese Umstellung kann den Körper belasten. Die Folge: Wir sind müde. Und dann wäre da noch das Schlafhormon: "In der dunklen Jahreszeit schüttet der Körper vermehrt Melatonin aus, das uns müde macht. Je länger die Tage, desto weniger Melatonin wird ausgeschüttet." Bis sich der Körper darauf ein- beziehungsweise umgestellt hat, kann es aber dauern. Und bis dahin müssen wir uns mit der Müdigkeit herumschlagen.

»Bei der Frühjahrsmüdigkeit handelt es sich nicht um eine Krankheit«

Natürlich reagiert nicht jeder in gleicher Weise auf die Umstellung von der kalten auf die warme Jahreszeit. Manche sind mehr, andere weniger empfindlich. Dr. Walzl betont: "Bei der Frühjahrsmüdigkeit handelt es sich nicht um eine Krankheit, allenfalls um die verminderte Fähigkeit, sich an die Jahreszeit anzupassen." In der Regel benötigt unser Körper ein Monat - von Mitte März bis Mitte April -, um sich auf die neue Jahreszeit einzustellen. Doch wie können wir ihm während dieser Zeit auf die Sprünge helfen?

Experten-Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit

Beginnen Sie den Tag mit einer Wechseldusche. "Wechselduschen helfen den Kreislauf aufzumöbeln", weiß Dr. Walzl. Dauern sollte die Heiß-kalt-Dusche ungefähr fünf Minuten. Wechseln Sie die Temperatur von Minute zu Minute und schließen Sie mit Kaltwasser ab." Was die Kleidung betrifft, rät der Experte: "Raus aus der dunklen Kluft! Frische Farben wirken sich positiv auf die Psyche aus. Die Farbenvielfalt, die uns jetzt die Natur bietet, gehört genauso in den Alltag. Und auch das Lächeln, das wir uns selbst ins Gesicht zaubern, hebt die Stimmung."

Selbstverständlich bestimmt auch unsere Ernährung mit, wie fit wir uns fühlen. "Nutzen Sie das, was uns Mutter Natur bietet. Setzen Sie den Schwerpunkt auf saisonales Obst und Gemüse - das sorgt für einen Frühjahrsputz von innen her." Und natürlich ist es auch wichtig, regelmäßig zu trinken: Wasser, Tee, ungesüßte Fruchtsäfte ... insgesamt zwei bis drei Liter pro Tag.

»Das Geheimnis ist, mit der Natur zu leben«

Vor allem aber rät der Experte Dr. Walzl eines: "Genießen Sie die Natur und fangen Sie das neue Leben ein. Machen Sie viel Bewegung an der frischen Luft. Vor allem dann, wenn die Sonne scheint. Das unterdrückt nämlich die Bildung von Melatonin." Und weiter: "Wir können den Lauf des Jahres nicht verändern. Nehmen Sie das Frühjahr so, wie es ist. Dann ist auch bald Müdigkeit dahin. Das Geheimnis ist, mit der Natur zu leben."

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